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Irak: Nach Attacke auf Bush kündigt Bruder des Schuhwerfers Klage an

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Schuhwerfer misshandelt? Bruder erneuert Vorwürfe

22.12.2008, 12:40 Uhr

Videobild vom Schuhwurf auf US-Präsident Bush (Quelle: AFP) Videobild vom Schuhwurf auf US-Präsident Bush (Quelle: AFP)

Der irakische Journalist, der seine Schuhe auf US-Präsident George W. Bush geworfen hatte, will nach Angaben seines Bruders Klage einreichen, weil er von irakischen Sicherheitskräften in der Haft misshandelt worden sei. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Strafprozess gegen Montasser al-Saidi am 31. Dezember beginnen soll. Die Bilder von Al-Saidis Schuhwurf auf Bush vor zehn Tagen waren um die Welt gegangen und hatten den Mann vor allem in arabischen Ländern berühmt gemacht.

Video vom 14. Dezember Schuh-Attacke auf Bush

Entschuldigungsbrief unter Druck geschrieben

Erst kürzlich war berichtet worden, dass der Journalist sich für seine Tat entschuldigt habe. Nach einem Besuch im Gefängnis erklärte nun Udai al-Saidi, sein Bruder habe nur unter Druck den Entschuldigungsbrief an Ministerpräsident Nuri al-Maliki geschrieben und darin um Gnade gebeten. "Er hat mir gesagt, dass er nichts bereut und dass er es wieder tun würde", sagte Udai al Seidi. Die Vorwürfe der Misshandlung hatte der Bruder des Schuhwerfers schon einmal erhoben - dessen Anwalt hatte dem allerdings widersprochen.

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Ermittlungsrichter bestätigt Gewalt

Der Journalist habe Verletzungen erlitten, ihm fehle ein Zahn und er weise Brandverletzungen an den Ohren auf, erklärte der Bruder weiter. Deswegen wolle Montasser al-Saidi Klage einreichen. Gegen wen sich die Klage richten soll, sagte der Bruder nicht. Al-Saidi wurde von Beamten niedergerungen, nachdem er am 14. Dezember während einer Pressekonferenz seine Schuhe auf Bush geschleudert hatte. Ein Ermittlungsrichter hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, Al-Saidi sei dabei ins Gesicht geschlagen worden.

Regierungschef will helfen

Der irakische Regierungschef Al-Maliki hatte in der vergangenen Woche erklärt, in seinem Büro sei ein Entschuldigungsbrief des Schuhwerfers eingegangen, in dem er um Gnade bitte. Darin habe Al-Saidi angegeben, er sei von einem bekannten Terroristen dazu bewogen worden, die Schuhe zu werfen. Der Name des mutmaßlichen Anstifters wurde nicht genannt. Der Ministerpräsident versicherte, seine Regierung werde den Journalisten in der Ausübung seines Berufs weiter schützen, "unter der Bedingung, dass er nicht die Würde anderer verletzt".

Gesetz aus dem Jahr 1969

Der Prozess gegen Al-Saidi beginnt am 31. Dezember. Das verlautete aus Justizkreisen in Bagdad. Die irakische Staatsanwaltschaft wirft dem Schuhwerfer "Aggression gegen ein ausländisches Staatsoberhaupt" vor. Das entsprechende Gesetz aus dem Jahr 1969 sieht eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren vor. Es wurde allerdings noch nie angewandt.


 

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