01.09.2010, 11:51 Uhr
Nach mehr als sieben Jahren ziehen die US-Kamptruppen aus dem Irak ab (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Mehr als sieben Jahre nach dem Einmarsch in den Irak geht der Kampfeinsatz der US-Armee dort offiziell zu Ende. In einer live im Fernsehen übertragenen Ansprache wird US-Präsident Barack Obama in der Nacht zum Mittwoch eine Bilanz ziehen. Die Formulierung "Mission erfüllt" wird er dabei sicher vermeiden. Dafür hat der Irak-Krieg zu tiefe Wunden geschlagen.
"Sie werden diese Worte nicht hören", sagte Obamas Sprecher Robert Gibbs in Anspielung auf Ex-Präsident Georges W. Bush, der bereits 2003 das Ende der Hauptkampfhandlungen medienwirksam verkündet hatte. Nichtsdestotrotz spricht die US-Regierung von einem "historischen Moment". Bis Dezember 2011 sollen noch 50.000 US-Soldaten in dem Land bleiben, um die irakischen Truppen auszubilden und zu beraten. Das große militärisch-politische Unterfangen der USA tritt aber in eine neue Phase.
Was die US-Soldaten aus dem Irak mitnehmen, sind Erinnerungen an tote Kameraden, an Sprengsätze am Straßenrand und Angriffe aus dem Hinterhalt. Die Dauerbelastung hat traumatische Stresserkrankungen zum Begleiter einer ganzen Armee-Generation gemacht. Mehr als 4400 US-Soldaten ließen ihr Leben. Mehr als einmal drohte die US-Invasion an jener Gewalt zu scheitern, die sie selbst im Irak mit entfesselt hat.
Was die US-Soldaten zurücklassen, ist ein Land in Ungewissheit. Ein halbes Jahr nach der Parlamentswahl haben die zerstrittenen irakischen Politiker immer noch keine Regierung zustandegebracht, das Risiko eines Rückfalls in die Gewalt ist nicht gebannt. Der Abzug birgt die Gefahr eines Machtvakuums, in dem extremistische Kräfte die Lähmung der politischen Institutionen im Streit der Religions- und Volksgruppen ausnutzen könnten.
"Die große offene Frage ist nun, wie der politische Prozess im Irak weitergeht, urteilt der Irak-Experte Kenneth Pollack vom Brookings-Institut in Washington. "Wenn alles gut geht, können wir unsere Truppen rasch weiter reduzieren", sagt er. "Wenn es aber schlecht läuft, könnte das Land definitiv in den Bürgerkrieg zurückfallen - und es wird viel mehr Truppen bedürfen, dies zu verhindern."
Fast schon vergessen ist, dass Bush seine Invasion im Irak 2003 mit der Gefahr durch Massenvernichtungswaffen im Arsenal von Saddam Hussein begründet hatten. Solche Waffen wurden nie gefunden. Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass sich Bush im Kampf gegen den Terrorismus mit dem Irak vermutlich das falsche Schlachtfeld ausgesucht hat. Der Einsatz band Kräfte, die eigentlich in Afghanistan benötigt wurden, wo Al-Kaida ihre Machtbasis festigte.
Nachdem der Irak-Einsatz in blutigem Chaos unterzugehen drohte, hatte die US-Armee seit Anfang 2007 in einer immensen Kraftanstrengung auf eine Strategie gesetzt, die den Kampf gegen Aufständische in Kooperation mit einheimischen Kräften und den Schutz der Zivilbevölkerung in den Mittelpunkt stellte. In aufwändiger Überzeugungsarbeit brachte die US-Armee örtliche Stammesführer auf ihre Seite und entzog den extremistischen Aufständischen langsam den Boden.
Im vergangenen Dezember entschloss sich Obama, die Strategie in Afghanistan zu kopieren und dort die Zahl der US-Soldaten aufzustocken. Ein Erfolg ist damit aber nicht garantiert. Afghanistan sei schwieriger als der Irak, warnen Experten. Das zerklüftete Bergterrain mit weit verstreuten Siedlungen bedeutet für die Militärs eine große Herausforderung.
Auch was die staatlichen Strukturen angeht, unterscheiden sich beide Länder immens. Im Irak gibt es immerhin die Tradition einer starken Zentralverwaltung. In Afghanistan haben Jahrzehnte des Kriegs die politischen Institutionen zerstört. "Im Irak ging es um den Wiederaufbau von Vorhandenem, in Afghanistan geht es um einen Aufbau von Null an", resümiert der Experte Nathan Freier vom Center for Strategic and International Studies in Washington in einer Studie.
Quelle: dapd , AFP , dpa
frirei schrieb:
am 31. August 2010 um 17:39:56
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IRAK Krieg
Kriegsgegnerin Rita schrieb: am 31. August 2010 um 17:11:21
die ewigen Verlierer
Völlig richtig.Die Amerikaner sollten endlich
lernen,daß einige Völker sich dann doch nicht Versklaven lassen.Es werden nun einige Scheichs sich gegenseitig örtlich bekämpfen aber dann wird dort endlich ruhe eintreten.Überall auf der Welt wo die Kriegswütigen Amerikaner Völker versklaven wollen werden sich die Menschen sich auflehnen,nur in der BRD nicht,falsche Freundschaft.!
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Edda schrieb:
am 31. August 2010 um 17:21:22
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ohne Verstand
Mein Vater sagte immer, wer nicht sachlich überzeugen kann, der rastet aus
und greift zum Knüppel. Ich glaube nicht das es
Amerika um Humanität geht, es
sind wohl ehr die Rohstoffe um die es geht. Bei der Gelegenheit können sie
ihre alten Waffen entsorgen und die neuen Waffen ausprobieren.Die schüren
immer Unmut in der Welt und führen sich als Weltpolizei auf.
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AK-Vet schrieb:
am 31. August 2010 um 17:15:38
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Was hats gebracht??
Das Schlimmste fuer die Amis ist die Erkenntnis, dass ihr tuerer und aufwendiger Krieg gar nichts aber auch gar nichts
bewirkt hat. Und die trauernden Eltern immer noch nicht wissen wofuer ihre Soehne gestorben sind. Doch der naechste Kriegsschauplatz ist schon in Sicht. Iran.
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