Streitthema Nacktscanner: Kritiker sehen die Persönlichkeitsrechte der Fluggäste gefährdet (Foto: dpa) Ein von der Bundespolizei weiterentwickelter Nacktscanner könnte schon in Kürze an deutschen Flughäfen eingesetzt werden. Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach rechnet mit einem Testlauf noch in diesem Jahr: "Nach meiner Einschätzung werden wir in einem halben Jahr mit Testversuchen auf deutschen Flughäfen beginnen können", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er sei zuversichtlich, dass der Testbetrieb zeigen werde, dass die Persönlichkeitsrechte der Passagiere gewahrt blieben.
Der Scanner sei in der Bundespolizeiakademie in Lübeck technisch überarbeitet worden. Demnach würde der Intimbereich von Flugpassagieren gepixelt und wäre somit auf dem Scanner nicht klar erkennbar, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus".
"Wir brauchen zügige Antworten"
"Wenn alles glatt läuft, könnte einige Monate später der Normalbetrieb beginnen", sagte Bosbach. Denn das Thema Flugsicherheit erfordere "zügige Antworten". Der Bundesinnenminister werde deshalb Ende Januar im Innenausschuss mit den Experten des Bundestages beraten, welche Maßnahmen für mehr Sicherheit zu ergreifen seien. Neben der Frage der Körperscanner soll es auch um das Thema Duty-Free-Shops gehen. "Es kann nicht sein, dass Passagiere vor der Sicherheitsschleuse große Shampooflaschen abgeben müssen, aber dahinter in Duty-Free-Shops potenziell explosive Stoffe kaufen können", sagte betonte der CDU-Politiker.
Mögliche Gesundheitsgefahren
Der Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl (CSU) sagte, in Zeiten des Massen-Tourismus könne man auf Körperscanner nicht verzichten, "um Terroristen aus dem Strom der Fluggäste schnell herauszufischen". Er gehe fest davon aus, dass die Technik ohne Gefahren für Gesundheit und Persönlichkeitsrechte einsetzbar sei. Gesundheitsexperten hatten zuletzt Bedenken gegen den Einsatz der Geräte erhoben. Aus Sicht des Vorsitzenden der Strahlenschutzkommission, Rolf Michel, könnte die Röntgenstrahlung langfristig Krebs und Leukämie erzeugen.
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