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Industrie- und Schwellenländer einigen sich auf Klimaziel

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Industrie- und Schwellenländer einigen sich auf Klimaziel

10.07.2009, 09:42 Uhr

Indiens Premierminister Singh und Frankreichs Präsident Sarkozy in L'Aquila (Foto: Reuters) Indiens Premierminister Singh und Frankreichs Präsident Sarkozy in L'Aquila (Foto: Reuters)

Die Industrie- und Schwellenländer haben sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Das "Forum der größten Volkswirtschaften", dem 17 Länder angehören, schloss sich im italienischenL'Aquila einer entsprechenden Zielsetzung des G8-Gipfels vom Vortag an.

"Wir erkennen die wissenschaftliche Sichtweise an, dass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Stand nicht über zwei Grad hinausgehen sollte", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, der unter anderen die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China, Indien und Brasilien zustimmten. Damit hat die Staatengemeinschaft einen weiteren wichtigen Schritt zu einem neuen UN-Klimaabkommen gemacht. Im Dezember soll in Kopenhagen ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden.

Obama: historischer Konsens

US-Präsident Barack Obama hat die Klimaziele der G8 als "historischen Konsens" bezeichnet. "Wir waren uns einig, dass die entwickelten Länder eine Verantwortung haben, die Führung zu übernehmen", sagte Obama. Ausdrücklich räumte er auch die Mitverantwortung seines Landes am Klimawandel ein. "In der Vergangenheit haben die USA es oft versäumt, ihrer Verantwortung nachzukommen", sagte der Präsident.

Klimakompromiss beschlossen

Die G8-Staaten hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, die Erderwärmung im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu beschränken. In einer Abschlusserklärung hieß es, dass die G8 mit allen Ländern an einer Halbierung der Treibhausgasemissionen bis 2050 arbeiten wollten und sich selber für den Zeitraum zu einer Verringerung von 80 Prozent oder mehr verpflichten wollten.

Ban: einmalige Gelegenheit verpasst

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte die Klimaschutzziele der G8 als "unzureichend". Die führenden Industriestaaten hätten eine "einmalige Gelegenheit" nicht genutzt, den Kampf gegen den Klimawandel voranzutreiben, kritisierte Ban. Das formulierte Ziel der Staatengruppe sei zwar begrüßenswert. Um dies wirklich zu erreichen, müssten sie aber auch ein mittelfristiges Reduktionsziel festlegen, forderte Ban.

"Scheitern kommt nicht in Betracht"

Der UN-Generalsekretär äußerte Verständnis für die politischen Zwänge, denen die Staats- und Regierungschefs der G8 unterlägen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Erderwärmung zeigten aber, "dass wir schnell handeln müssen". Der von ihm ausgerichtete Klima-Gipfel am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung im September ist nach Bans Einschätzung "die Gelegenheit der letzten Chance". Die internationale Gemeinschaft, die UNO und er persönlich hätten eine moralische Verantwortung für die Bekämpfung des Klimawandels. Ein Scheitern der Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen in Kopenhagen wolle er nicht in Betracht ziehen, erklärte Ban.


Quelle: AFP , dapd

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