14.12.2011, 12:20 Uhr
Nach einem Rockkonzert hat die Polizei in der indonesischen Provinz Aceh mehr als 60 Punks wegen möglicher Verstöße gegen die Gesetze der Scharia festgenommen und zur "Umerziehung" geschickt. Das Ziel sei, die Festgenommenen von ihrem "abweichenden Verhalten" abzubringen, sagte Iskander Hasan, Polizeichef der Provinz im Norden der Insel Sumatra. "Eine strenge Behandlung ist notwendig", fügte er hinzu.
Die Polizei hatte die 59 Männer und fünf Frauen nach einem Benefizkonzert am Wochenende festgenommen, bei dem Geld für Waisenkinder gesammelt werden sollte. Sie hätten sich nie geduscht, hätten auf der Straße gelebt und hätten nie gebetet, begründete Hasan die Festnahmen.
Die Polizei brachte die Festgenommenen zu einem zehntägigen Aufenthalt an einen rund 60 Kilometer von der Provinzhauptstadt Banda Aceh entfernten Ort. Kurz nach ihrer Ankunft wurden den Punks die Haare geschoren, berichtete ein Journalist. Dann mussten sie in einem See baden und bekamen neue Kleider. Ihre alten Kleider, darunter T-Shirts mit der Aufschrift "Anarchie", mussten sie abgeben. Schließlich mussten sie an einem Gebet teilnehmen. "Wir hoffen, dass sie es bereuen werden" sagte Illiza Sa'aduddin Djamal, die stellvertretende Bürgermeisterin der Provinzhauptstadt Banda Aceh, über das Verhalten der Punks.
Einer der Punks sagte, die Polizei habe keinen Grund für die Festnahmen genannt. "Wir haben nichts gestohlen", sagte der 20-jährige Fauzal. Der örtliche Aktivist Evi Narti Zain sagte, die Festnahmen verletzten die Menschenrechte. Punk zu sein sei ein Lebensstil, den es überall auf der Welt gebe. Indonesien ist mit rund 240 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Während die Menschen überwiegend einem moderaten Islam anhängen, gilt in der Provinz Aceh seit 2001 die Scharia.
Quelle: AFP
sky schrieb:
am 14. Dezember 2011 um 16:02:13
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Menschenfeindlich
Ja so eine Schlagzeile schockiert natürlich, aber jedem ist auch klar das soetwas im stillen überall auf der welt
gemacht wird, das Menschen die "anders" (alleine das schon ist ja der hammer) sind sei es Aussehen oder Religion immer ausgegrenzt werden....Der Mensch ist und bleibt ein wiederholungstäter und die Geschichte wiederholt sich immer.....Mir tun die armen MENSCHEN leid die das jetzt grad durchmachen...Alle wissen es und niemand unternimmt was (Die Geschichte wiederholt sich)...
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Alf schrieb:
am 14. Dezember 2011 um 14:30:53
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Indonesien
Wer Indonesien und seine Einwohner kennt, weis dass Aceh nicht Indonesien repräsentiert. War es nicht der Westen der die
Indonesische Regierung verdammte als diese sich gegen die Fundamentalisten stellte. Wie immer die Gutmenschen wollen die Welt verbessern und wenns dann schiefgeht kann man sich nicht mehr daran erinnern.
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mandrine schrieb:
am 14. Dezember 2011 um 12:21:09
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punks
wieso lernen wir menschen nicht, dass wir anderen nicht unsere lebensauffassung auzwingen können. keine scharia und gar nichts. wir
können sie bestrafen, umerziehen und zu gebeten nötigen, aber was sie dennoch denken und fühlen, das können wir nicht ändern. eine beschämende aussage der polizei und der bürgermeisterin. bleibt bloss alle da weg !
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