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Indischer Milliardär ersteigert Gandhis Privatsachen

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Indischer Milliardär ersteigert Gandhis Privatsachen

06.03.2009, 13:09 Uhr

Mahatma Gandhi wurde 1948 in Neu Delhi ermordet (Foto: dpa) Mahatma Gandhi wurde 1948 in Neu Delhi ermordet (Foto: dpa)

Für eine Millionensumme sind Erinnerungsstücke aus dem bescheidenen Besitz von Mahatma Gandhi in New York versteigert worden. Der indische Milliardär Vijay Mallya sicherte sich für 1,43 Millionen Euro unter anderem die berühmte runde Brille des Helden der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Die insgesamt fünf Gegenstände sollen nun zurück nach Indien gebracht werden, wie ein Vertreter Mallyas sagte.



"Im Grunde genommen hat er für das Land gesteigert", sagte Tony Bedi nach dem erfolgreichen Gebot über seinen Auftraggeber. Auf die Frage, ob denn die einfachen Sachen Gandhis 1,43 Millionen Euro wert seien, lachte Bedi und sagte: "Ich denke, sie sind sechs Millionen Dollar wert."

Video Gandhis Brille versteigert

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Tosender Applaus

Zahlreiche indische Geschäftsmänner überboten sich zu Beginn der Auktion bei Antiquorum Auctioneers, nur um zu verhindern, dass die Erinnerungsstücke an ihren Helden in die falschen Hände gelangten. Binnen weniger Sekunden schoss das Gebot auf eine halbe Million Dollar. Als Mallya schließlich den Zuschlag bekam, brachen im Auktionssaal spontan Freudenrufe und tosender Applaus aus.

Mindestgebot lag bei 20.000 Dollar

Das Auktionshaus hatte das Mindestgebot der kleinen Sammlung - neben der berühmten Brille zählten dazu ein Paar getragene Ledersandalen, Gandhis Taschenuhr und eine Schüssel mit Teller - mit 20.000 bis 30.000 Dollar angesetzt.

"Diese Dinge gehören hierher"

Der Ur-Enkel des 1948 in Neu Delhi ermordeten Gandhi, Tushar Gandhi, zeigte sich "erleichtert und erfreut" über die Aussicht, dass die verbliebenen Habseligkeiten seines Vorfahren nun zurück in die Heimat kommen sollen. "Diese Dinge gehören hierher", sagte der 47-jährige Leiter der Mahatma-Gandhi-Stiftung in Bombay. Und wenn sie erstmal in Indien seien, könne niemand mehr unangemessen Nutzen ziehen. Das Gebot von Mallya sei ein "Wunder" gewesen und "überhaupt nicht zu erwarten".

Verkäufer wollte Auktion noch stoppen

Seit Tagen hatte die geplante Auktion für Aufregung gesorgt, weil die indische Regierung händeringend versucht hatte, die Versteigerung zu verhindern. Für Neu Delhi sind die Devotionalien von unschätzbarem Wert als Kulturgut und Erinnerung an Indiens Kampf gegen die britischen Kolonialherren. Kurz vor der Auktion hatte der Verkäufer, der US-Pazifist und Regisseur James Otis, dann erklärt, die Versteigerung stoppen zu wollen. Seinem Anwalt Ravi Batra zufolge überkam Otis in letzter Minute die Furcht, dass die viel geschätzten Erinnerungsstücke in einem "Trophäenschrank" landen könnten. Für einen Rückzieher war es aber schon zu spät.

Rechtslage muss noch geklärt werden

"Wir wollen, dass die Sachen zurückgehen an das indische Volk", sagte Batra. Mallya sei als Bieter sehr vertrauenswürdig, sagte der Anwalt sichtlich erleichtert. Mallya muss allerdings noch eine Weile warten, bis er Gandhis Taschenuhr, Sandalen und Nickelbrille in Empfang nehmen kann. Die US-Regierung hat das Auktionshaus gebeten, die umstrittenen Sachen für ein paar Wochen zurückzuhalten, bis die Rechtslage endgültig geklärt ist.

Mallya gönnt sich auch Formel-1-Team

Mallya ist in Indien unter anderem mit der Fluglinie Kingfisher Airlines zum Multi-Milliardär geworden. Außerdem kaufte er 2007 das Formel-1-Team Spyker, das seither unter dem Namen Force India an den Start geht und mit Adrian Sutil auch einen deutschen Fahrer hat.


Quelle: AFP , dpa , t-online.de

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