Die Zahl der in Deutschland lebenden Türken ist rückläufig, dafür nimmt die Zuwanderung aus Osteuropa zu (Foto: imago)
Die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen mit türkischem Pass ist im vergangenen Jahr um 25.200 zurückgegangen. Dies entspricht einer Abnahme um 1,5 Prozent auf zum Jahresende 2008 1,69 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Derzeit leben 6,73 Millionen Menschen mit ausländischem Pass in Deutschland. Das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum vergangenen Jahr um 0,3 Prozent.
Zum größten Teil geht der Rückgang demnach auf Einbürgerungen bislang türkischer Staatsbürger zurück. Türkische Staatsangehörige stellen weiterhin mit rund einem Viertel die größte Gruppe der Ausländer in Deutschland.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Ausländern in Deutschland lag bei 18,2 Jahren. 37 Prozent der Ausländer halten sich sogar schon länger als 20 Jahre in Deutschland auf.
Zuwanderung vor allem aus Osteuropa
Einen deutlichen Zuwachs um 24.400 Menschen registrierten die Statistiker bei Ausländern aus EU-Mitgliedsstaaten. Dies entspricht einer Zunahme um ein Prozent. Hierfür ist nahezu ausschließlich die zunehmende Zahl von Staatsbürgern aus Rumänien (plus 9700), Polen (plus 9000) und Bulgarien (plus 7200) verantwortlich, wie die Behörde mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr ist der relative Anstieg bei den Menschen aus Bulgarien (plus 15,3 Prozent) und Rumänien (plus 11,5 Prozent) demnach besonders groß.
Die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer ist erneut leicht gefallen (Grafik: ddp)
Leichter Anstieg beim Zuzug
Im Laufe des Jahres 2008 sind laut Bundesamt 403.400 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit nach Deutschland zugezogen oder wurden hier geboren, 1000 mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig haben 307.800 ausländische Personen das Land verlassen oder sind verstorben, 28.700 Fälle mehr als im Vorjahr. Rund 112.900 Personen sind aus anderen Gründen, wie zum Beispiel durch Einbürgerung, aus dem Register ausgeschieden.