16.11.2010, 16:38 Uhr
Irans Präsident Ahmadinedschad wirft den beiden Journalisten aus Deutschland Spionage vor (Foto: AP)
Die beiden im Iran inhaftierten Deutschen sind im iranischen Fernsehen vorgeführt worden. Die zwei Reporter wurden in einer Sendung am Montagabend gezeigt, eine Sprecherstimme überlagerte ihre Worte allerdings vollständig. Die iranische Regierung wirft den beiden Spionage vor: "Die Spionage-Vorwürfe gegen die beiden Deutschen haben sich bestätigt", sagte der Justizsprecher der nordwestiranischen Provinz Aserbaidschan, Malek Ajdar Scharifi, nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars.
Die beiden Deutschen waren am 10. Oktober in der nordwestiranischen Stadt Täbris festgenommen worden, als sie den Sohn der Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani interviewen wollten, die wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt ist. Bei den Festgenommenen soll es sich um einen Fotografen und einen Reporter für ein deutsches Printmedium handeln. Die iranischen Behörden werfen den beiden Journalisten vor, mit Touristenvisa eingereist zu sein, jedoch als Journalisten gearbeitet zu haben. "Die Deutschen kamen mit Touristenvisa in den Iran, aber ihre Aktivitäten hier haben gezeigt, dass ihr Ziel Spionage und die Übermittlung von Informationen war, und dies ist bewiesen worden", sagte Justizsprecher Scharifi.
Auf den Fernsehbildern waren die beiden Männer am Montag getrennt voneinander in Großaufnahme zu sehen. Der Sprecherstimme zufolge machten sie die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, für ihre Inhaftierung verantwortlich. "Ich hatte keine Informationen über den Fall, aber Frau Ahadi wusste Bescheid und hat mich in den Iran geschickt, da meine Festnahme ihr zu Bekanntheit verhelfen sollte", wurde einem der beiden Deutschen als Aussage zugeschrieben. Bei dem zweiten Deutschen sagte die Sprecherstimme: "Ich gebe zu, dass ich einen Fehler gemacht habe, da ich keine Informationen über den Fall hatte und von Frau Ahadi ausgenutzt wurde."
Ahadi wies die Vorwürfe zurück. "Ich habe die Journalisten nicht in den Iran geschickt, ich habe mit ihnen nur über die Risiken gesprochen und ihnen geholfen, die Kontakte herzustellen", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Die Aussagen der inhaftierten Deutschen seien "unter Druck" entstanden. Die Fernsehsendung sei dafür bekannt, dass Menschen hier nach mehreren Wochen Haft öffentlich Abbitte leisten müssten. "Ich verteidige die beiden Journalisten", sagte Ahadi. "Ich bin überhaupt nicht beleidigt über das, was sie gesagt haben."
Ebenfalls am Montag hatte das iranische Fernsehen die zum Tod verurteilte Aschtiani gezeigt. Das Urteil gegen die 43-Jährige hat internationale Proteste ausgelöst, die Hinrichtung ist ausgesetzt worden, während der Oberste Gerichtshof den Fall überprüft. "Ich bin eine Sünderin", soll Aschtiani in dem TV-Bericht sagen. Ihr Gesicht wurde unkenntlich gemacht und das, was sie sagte nach Angaben des staatlichen Fernsehens simultan von aserbaidschanischem Türkisch in Farsi, also die persische Sprache, übersetzt. Aschtiani wurde 2006 wegen einer "verbotenen Beziehung" mit zwei Männern nach der Ermordung ihres Mannes zu 99 Hieben verurteilt. Später wurde sie des Ehebruchs für schuldig befunden und zum Tod durch Steinigung verurteilt, obwohl sie ein Geständnis zurückrief, das sie nach ihren Angaben unter Zwang gemacht hat.
Die Bundesregierung bemüht sich auf diplomatischen Kanälen um die Freilassung der beiden deutschen Journalisten. Das iranische Außenministerium teilte mit, der Fall liege weiter in den Händen der Justiz. Mit den beiden Deutschen waren offenbar auch der Sohn Aschtianis sowie ein Anwalt der Frau festgenommen worden.
Quelle: dpa , AFP , dapd
Sarolf schrieb:
am 16. November 2010 um 12:57:59
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Iran
Wann wird diesem verlogenen Regime endlich das Handwerk gelegt und wann wird es endlich von der zivilisierten Welt isoliert ? Israel
bedrohen, den Westen belügen und betrügen ... wann reicht es endlich mit diesem Pack ???
Und scheinbar sind hier auch ein paar Kommentatoren, die das alles nicht glauben wollen und für westliche Propaganda halten ... Wo leben wir ? Wem es hier nicht paßt, der soll seinen Koffer packen und dahin gehen, wo er hergekommen ist. So einfacht ist das. Basta !
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Darius schrieb:
am 16. November 2010 um 12:57:19
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Reporter
Ich bin ein wenig entgeistert über die Kommentare hier, dass die Reporter selbst schuld sind an ihrer Misere, da sie ja in so einem
Land gereist sind. Ich glaube da werfen einige Leute die Reise von Touristen und beruflichen Reisen der Journalisten durcheinander. Die Arbeit von Journalisten, selbst wenn sie durch Karrieregeilheit geleitet sein würden, ist eine wichtige um der Welt Missstände aufzuzeigen und den Menschen Informationen zu liefern. Ihr habt die Welt einfach noch nicht verstanden !
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Streiter schrieb:
am 16. November 2010 um 12:56:54
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Theater
Ich weiss nicht, was das Theater umd die islamische Rechtsauffassung soll? Der lslam ist doch lt. Wulff jetzt in Deutschland zu Hause!
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