17.08.2010, 17:54 Uhr
Ein ICE ist im Pfälzerwald mit einem Müllwagen kollidiert - ein Waggon entgleiste (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Ein ICE von Frankfurt nach Paris ist im Pfälzerwald bei Lambrecht im Kreis Bad Dürkheim mit einem Müllfahrzeug zusammengestoßen. 15 Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer.
Bei dem Schwerverletzten handelt es sich um den Fahrer des Müllfahrzeugs. Der 35-Jährige zog sich die Verletzungen zu, als er sich vor dem nahenden ICE in Sicherheit bringen wollte. Ein Rettungshubschrauber brachte den Mann in ein Krankenhaus.
Nach Angaben der Bundespolizei war das Müllfahrzeug von einem schmalen Weg an die ICE-Strecke gerutscht. Der ICE 9556 streifte den Wagen und schleppte ihn ein Stück mit. Nach einigen hundert Metern kam der Zug zum Stehen, zwei Waggons entgleisten. 320 Menschen waren an Bord des Zuges, für die meisten Fahrgäste verlief das Unglück relativ glimpflich: Der Hochgeschwindigkeitszug war auf der kurvenreichen Strecke nur mit 90 Kilometern pro Stunde unterwegs. Auf geraden Strecken erreicht ein solcher ICE ein Tempo von bis zu 320 Kilometern pro Stunde.
Für den Regionalverkehr wurde eine Notverbindung mit Bussen und Taxen eingerichtet. Der ICE-Verkehr zwischen Frankfurt und Paris werde über Straßburg umgeleitet, teilte die Bahn mit. "Dadurch entstehen Verspätungen von rund 30 bis 40 Minuten", sagte ein Bahnsprecher. Die Fahrgäste wurden nach dem Unfall in einer nahe gelegenen Turnhalle versorgt. Laut Augenzeugen waren sie "geschockt, aber gefasst".
Um etwa 10 Uhr war es nach Angaben der Bundespolizei zu dem Zusammenstoß gekommen. Die Straße neben der ICE-Strecke, von der der Müllwagen gestürzt war, ist sehr schmal und ähnelt eher einem Radweg. Sie liegt etwas höher als die Bahnstrecke, eine Abgrenzung wie zum Beispiel Leitplanken gibt es an der Unfallstelle nicht. Der Mülltransporter wollte einem anderen Fahrzeug ausweichen und war dabei auf die unbefestigte Böschung geraten.
Nach Angaben von Anwohnern kann die Müllabfuhr die dort gelegenen Häuser nur über diese schmale Straße erreichen, die reguläre Unterführung an der Zufahrt zu der Siedlung ist zu niedrig für das Fahrzeug. In den 90er Jahren war laut Anwohnern an der selben Stelle schon einmal ein Fahrzeug auf die Gleise gestürzt. Damals ging der Unfall jedoch glimpflicher aus.
Der Triebwagen des ICE wurde durch die Kollision stark beschädigt und an der Seite auf der kompletten Länge aufgeschlitzt. Die Bahnstrecke Mannheim-Saarbrücken bleibt zwischen Neustadt an der Weinstraße und Weidenthal nach dem Unfall voraussichtlich noch bis Mittwoch gesperrt.
Quelle: dapd , dpa
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Der ICE streift das Auto und schleift es mit. 15 Menschen werden verletzt. zum Video