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Hungersnot in Afrika

 

Hungersnot in Somalia: Hilfsorganisationen schlagen Alarm

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Grafik: t-online/Reuters

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Hungersnot in Somalia: Hilfsorganisationen schlagen Alarm

26.09.2011, 11:34 Uhr

Hunderttausenden Menschen in Ostafrika - darunter viele Kinder - droht der Hungertod   (Quelle: dpa)

Hunderttausenden Menschen in Ostafrika - darunter viele Kinder - droht der Hungertod (Quelle: dpa)

Nichtregierungsorganisationen (NGO) haben in einem dramatischen Appell zu Hilfe für die hungernden Menschen in Somalia aufgerufen. Noch nie sei die Not so groß gewesen und hätten so viele Menschenleben auf dem Spiel gestanden, hieß es in einem von World Vision veröffentlichten Aufruf von 20 Hilfsorganisationen, darunter Oxfam und Caritas Schweiz.

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Mit Beginn der Regenzeit im Oktober werde sich das Leid durch Ausbrüche von Cholera und Malaria noch verschlimmern. "Somalia ist an einem Wendepunkt", warnten die Helfer. "Bereits jetzt ist die Lage in den Zeltstädten vollkommen unzumutbar", sagte der Präsident der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, Tankred Stöbe. Trotz der seit Wochen laufenden internationalen Hilfe habe sich die Situation "überhaupt nicht gebessert"."Es gibt in der Stadt rund 200 Vertriebenenlager mit jeweils hunderten bis zehntausenden Bewohnern. Dort herrschen katastrophale hygienische Zustände, die Menschen leben geradezu im Staub und sind vollkommen auf Hilfe von außen angewiesen." Täglich kämen 5000 somalische Flüchtlinge in der Stadt an. Die Zahl der Kinder, die verhungern, sei "erschreckend groß", sagte Stöbe.

Schwerste Dürre seit Jahrzehnten

Am Horn von Afrika leiden wegen einer der schwersten Dürren seit Jahrzehnten rund 13,3 Millionen Menschen Hunger, die Vereinten Nationen haben für sechs südsomalische Regionen eine Hungersnot ausgerufen. Neben Somalia sind Teile von Äthiopien, Dschibuti, Kenia und Uganda betroffen. Die Vereinten Nationen warnen, dass in der Region in den nächsten vier Monaten 750.000 Menschen verhungern könnten. Erschwert wird die Hilfe in Somalia durch die radikalislamischen Shabab-Milizen, die weite Teile des Landes kontrollieren und westliche Hilfe ablehnen.

Inzwischen könnten westliche Helfer von Ärzte ohne Grenzen in der Hauptstadt Mogadischu arbeiten, wenn sie strenge Sicherheitsvorkehrungen einhielten, sagte Stöbe. Außerhalb von Mogadischu sei dies aber nicht möglich und lebensgefährlich. Langfristig könne sich die Lage in dem Land nur bessern, wenn es eine politische Lösung für den seit 20 Jahren andauernden Bürgerkrieg gebe. Hoffnungen, dass die internationale Gemeinschaft sich wegen der Hungersnot auch längerfristig der Lage in dem Land annehme, hätten sich nicht bewahrheitet. "Das Interesse ist inzwischen verdunstet", kritisierte Stöbe.

Die Hilfsorganisationen haben die Regierungen aufgerufen, Hilfslieferungen auch in den von bewaffneten Gruppen kontrollierten Gebieten zuzulassen. Außerdem forderten die NGO, diplomatische Gespräche mit den Konfliktparteien zu intensivieren, um humanitäre Hilfslieferungen im ganzen Land zu ermöglichen. Ein gewaltsames Vorgehen lehnten die Hilfsorganisationen ab. "Leben werden eher durch aktiven Dialog als durch militärisches Vorgehen gerettet."

Drei Millionen Kinder sterben an Unterernährung

Laut dem vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) veröffentlichten Weltkatastrophenbericht 2011 hungern weltweit rund eine Milliarde Menschen und sterben jährlich drei Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag an Unterernährung. Neun von zehn durch Unterernährung verursachte Todesfälle sind demnach das Resultat von chronischem Hunger und nicht von Hungersnöten. Unterernährung sei vor allem ein Problem im asiatisch-pazifischen Raum und in Subsahara-Afrika.

Der Bericht rät Regierungen dazu, Aktionspläne gegen Hunger und Unterernährung zu entwickeln. "Bargeldhilfen haben wahrscheinlich größere Auswirkungen als Nahrungsmittelhilfe, da dadurch Jobs und Einkommen entstehen können", hieß es. Im vergangenen Jahr waren dem Bericht zufolge rund 300 Millionen Menschen von Naturkatastrophen betroffen. Es ereigneten sich 406 Naturkatastrophen, bei denen 297.752 Menschen ihr Leben verloren.

Spendenkonten:

Gemeinsam für Afrika

Konto: 400 400 508
Postbank Köln
BLZ: 370 100 50
www.gemeinsam-fuer-afrika.de

Kindernothilfe e.V.

"Dürre Afrika"
Spendenkonto 45 45 40
BLZ 350 601 90
KD-Bank eG

Ärzte ohne Grenzen

Stichwort: "Ernährungskrise am Horn von Afrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 97097
BLZ: 37020500
Internet: www.aerzte-ohne-grenzen.de

Unicef

Stichwort: "Nothilfe Horn von Afrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 300000
BLZ 37020500
Internet: www.unicef.de

Aktion Deutschland Hilft (Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen)

Stichwort: "Ostafrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 102030
BLZ 37020500
Internet: www.aktion-deutschland-hilft.de

Welthungerhilfe

Stichwort: "Dürre Ostafrika"
Sparkasse Köln Bonn
Konto 1115
BLZ 37050198
Internet: www.welthungerhilfe.de



Quelle: AFP , dapd

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