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Hungersnot in Afrika

 

Hungersnot in Ostafrika spitzt sich weiter zu

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Grafik: t-online/Reuters

Hungersnot ist eine "Katastrophe biblischen Ausmaßes"

05.09.2011, 15:32 Uhr

Die Situation der Flüchtlinge am Horn von Afrika verschlechtert sich. Hunger und Krankheiten breiten sich immer weiter aus.

Die Hungersnot am Horn von Afrika hat ihren Höhepunkt noch längst nicht erreicht und könnte nach Einschätzung von Experten noch viele Monate andauern. "Die Lage wird sich weiter zuspitzen. Die Internationale Hilfsgemeinschaft sollte sich darauf vorbereiten, dass bis Jahresende 550.000 Flüchtlinge in Dadaab leben", sagte der Vorsitzende der Hilfsorganisation "Care", Heribert Scharrenbroich. Ebenso viele Menschen könnten der Hungersnot am Horn von Afrika zum Opfer fallen, warnte er.

Scharrenbroich forderte größere Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft bei der Bewältigung der Hungerkatastrophe. Bislang seien erst knapp 60 Prozent der von den Vereinten Nationen geforderten 2,5 Milliarden US-Dollar (1,77 Milliarden Euro) zugesagt worden, kritisierte er. Allein die Nothilfe müsse angesichts der dramatischen Entwicklung der Hungersnot bis ins Frühjahr 2012 aufrechterhalten werden, betonte er.

Die Krise hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht

Scharrenbroich wies auf den ungebrochenen Zustrom von Flüchtlingen in sämtliche Lager der Region hin. Derzeit erreichten täglich etwa 1200 Neuankömmlinge allein das Flüchtlingscamp Dadaab, in dem nunmehr etwa 423.000 Menschen leben. Ursprünglich sei Dadaab nur für 90.000 Personen angelegt worden, sagte er.

Auch in weiteren ostafrikanischen Ländern weitet sich die verheerende Hungersnot aus. Die Vereinten Nationen erklärten eine weitere Region Somalias zum Hungergebiet. Neben Kenia sind zudem Äthiopien und Dschibuti von der Dürre und ihren Folgen betroffen.

Nach Einschätzung von Hilfsorganisationen ist mit einer Entspannung der Lage auch im Herbst nicht zu rechnen. Scharrenbroich warnte "vor dem Irrglauben, dass die Krise mit einem für den Oktober erhofften Regen wesentlich gemildert würde". Vielmehr seien bis zu drei Regenperioden nötig, damit sich die Lage für die Menschen normalisieren könne. Die Krise habe ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, sagte er.

CDU-Politiker fordert Luftbrücke für Somalia

Der stellvertretende Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte, Michael Brand (CDU), forderte die Bundesregierung zu einer weiteren Aufstockung ihrer Hilfen für Ostafrika auf. Mitte August hatte die schwarz-gelbe Koalition neben der akuten Nothilfe weitere 118 Millionen Euro an Hilfsgeldern zugesagt. "Wir müssen weit mehr tun", kommentierte Brand. Konkrete Zahlen wollte er nicht nennen. Die Haushaltsberatungen müssten nun dazu genutzt werden, die Finanzierung der Rettungsmaßnahmen "bis tief ins nächste Jahr" zu sichern, sagte er.

Brand, der kürzlich das Flüchtlingslager Dadaab besucht hatte, sprach von einer "Katastrophe biblischen Ausmaßes". Es könne keinerlei Entwarnung geben, sagte er und forderte angesichts der Vorherrschaft der Rebellengruppe Al-Shabab im Süden Somalias, über eine Luftbrücke nachzudenken.


Quelle: dapd

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Kommentare (70)

zum Forum

Thema: "Hungersnot in Ostafrika spitzt sich weiter zu"

Notgroschen schrieb: am 5. September 2011 um 21:37:22
(31) (3) Organisierte Hungersnot
Die Helfer in den Hungerregionen haben sich ein stereotypes Vokabular zurechtgelegt, sie kritisieren, warnen und
betonen im Zeichen der übergroßen Not. Sie könnten auch einmal ein paar Zahlen herausgeben: wie viele Menschen wurden bislang mit Hilfsgütern versorgt und wieviel Geld stand dafür zur Verfügung. Daraus liese sich ganz grob der finanzielle Pro-Kopf Bedarf für eine gegeben Zeit ermitteln. Es ist anzunehmen, dass ein Leistungsbeleg dieser Art Hilfsbereitschaft fördert.
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scheb64 schrieb: am 5. September 2011 um 21:03:31
(46) (1) Hilfe für Afrika
Wieviel von den Milliarden kommt wirklich bei den armen Menschen an? Da steckt sich doch das meiste ein fetter Diktator in
die Tasche. Es ist irrsinnig dass indische und arabische Großinvestoren dort Getreide auf dem Land von das den armen Bauern weggenommen wurde.. Dieses Getreide wird im selben Hafen verladen in dem die Hilfslieferungen mit Nahrungsmitteln für die Verhungernden ausgeladen wird. Das Land könnte seine Einwohner eigentlich selbst ernähren.
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Hal schrieb: am 5. September 2011 um 20:36:37
(37) (4) @TaiPan
Wo sind die muslimischen Brüder Saudi Arabien, Iran? Warum senden die keine Soldaten die die Milizen zurückdrängen oder
eliminieren? Windkraft mit Entzalzung liefern, damit die Menschen anbauen können. Entwicklungsilfe macht faul.
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