28.07.2011, 11:19 Uhr
Hungersnot: Rund zwei Millionen Menschen soll der Zugang zu Gütern durch radikale Islamisten verwehrt werden.
Vor einem von dem UNO-Krisentreffen zur Hungersnot am Horn von Afrika hat die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) zu mehr Hilfen für die Region aufgerufen. "Wenn wir im 21. Jahrhundert eine Hungersnot ausrufen müssen, dann sollten wir das als etwa Unmoralisches betrachten", sagte die Leiterin der FAO-Nothilfe in Afrika, Cristina Amaral. Geberländer müssten jetzt nicht nur mehr Geld für sofortige Nahrungsmittellieferungen, sondern auch für langfristige Hilfen zur Verfügung stellen.
Am Ende des Artikels finden Sie Spendenkonten!
Wegen der schweren Dürre sind in Ostafrika nach UN-Angaben zwölf Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Zehntausende Menschen starben demnach bereits in den vergangenen Wochen. Unter den Opfern sind viele Kinder - nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) stirbt in der Region alle sechs Minuten ein Kind an den Krisenfolgen.
Betroffen von der Dürre sind Äthiopien, Kenia, Somalia, Dschibuti, Uganda und der Sudan. Vertreter von UNO, nichtstaatlichen Hilfsorganisationen und den Regierungen einiger der betroffenen Staaten kommen in Rom zusammen, um über eine Koordinierung der Hilfen zu beraten.
Die Hungersnot sei auch Ergebnis der jahrelangen Vernachlässigung des Problems der wiederkehrenden Dürren in der Region, sagte Amaral. Zwar könnten Projekte für einen besseren Umgang der Viehbesitzer mit dem Weideland, zur Verbesserung der Gesundheit der Tiere und zur Einführung widerstandsfähigerer Getreidesorten Abhilfe schaffen; häufig fehlten dafür aber die Mittel. "Die Finanzierung funktioniert nur, wenn man die Aufmerksamkeit der Medien hat. Das ist das Problem."
Besonders kritisch sei die Lage im Süden Somalias, sagte Amaral. Für zwei Regionen dort hat die UNO eine Hungersnot ausgerufen. "Ohne Zugang zum Süden Somalias sehen wir nur die Spitze des Eisbergs - die Flüchtlinge, die in Kenia und Äthiopien ankommen", warnte Amaral. "Es gibt noch viel mehr, wir gehen von 3,7 Millionen Menschen aus, die sofortige Hilfe benötigen."
Besonders problematisch sei dabei die Weigerung der in der Region herrschenden radikalislamischen Shabaab-Miliz, ausländischen Hilfsorganisationen Zugang zu gewähren. "Wir hoffen, dass die politischen Verhandlungen sich entwickeln und dass die herrschende humanitäre Situation dazu führt, dass die somalischen Clans den Zugang zu den Menschen in Not freigeben", sagte Amaral.
Die Shabaab-Miliz hatte vor wenigen Tagen erklärt, sie werde weiter keine Hilfslieferungen internationaler Organisationen in die von ihr kontrollierten Gebiete in Südsomalia zulassen, und die UN würden das Ausmaß der Katastrophe stark übertreiben. Zuvor hatte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) nach eigenen Angaben 400 Tonnen Lebensmittelhilfe in der von den Islamisten kontrollierten Region verteilt. Die Güter seien bereits am Samstag "ohne Zwischenfälle" im Bezirk Bardera in der Provinz Gedo verteilt worden, sagte ein IKRK-Sprecher in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.
Vor dem internationalen Krisentreffen in Rom haben zahlreiche Musiker und Schauspieler in einer gemeinsamen Erklärung eine Verstärkung der Hilfsanstrengungen gefordert. Das Geld müsse "ohne Aufschub und ohne Umschweife" bereitgestellt werden, hieß es in der Erklärung, die von rund dreißig Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterzeichnet wurde. Die Unterzeichner kritisierten einen Mangel an "politischem Willen" und warfen den Industriestaaten vor, es versäumt zu haben, in die Landwirtschaft zu investieren. Auch die afrikanischen Staatsführer hätten diese nicht zu ihrer Priorität gemacht.
Zu den Unterzeichnern gehören neben Bob Geldof, der sich mit seiner Hilfsorganisation Band Aid gegen den Hunger einsetzt, der ivorische Sänger Tiken Jah Fakoly, der britische Regisseur Stephen Fry, die Schauspielerin Kristen Scott Thomas, sowie die deutschen Schauspieler Jana Pallaske und Michael Mittermeier.
Nach Angaben der Unterzeichner seien zusätzlich rund 420 Millionen Euro notwendig. Auch wenn einige Länder finanzielle Schwierigkeiten hätten, sei dies "nicht viel". "Vergangene Woche haben die Europäer ein Hundertfaches dieser Summe gefunden, um den Euro und das Bankensystem zu retten, doch Frankreich, Deutschland, Italien, die Golfstaaten und andere haben bisher nur geringe Summen mobilisiert, um zu verhindern, dass Menschen an Hunger sterben", hieß es.
Dürre in Ostafrika - helfen Sie mit!
Spendenkonten:
Ärzte ohne Grenzen
Stichwort: "Ernährungskrise am Horn von Afrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 97097
BLZ: 37020500
Internet: www.aerzte-ohne-grenzen.de
CARE
Stichwort: "Dürrekatastrophe Horn von Afrika"
Sparkasse KölnBonn
Konto 44040
BLZ 37050198
Internet: www.care.de
Unicef
Stichwort: "Nothilfe Horn von Afrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 300000
BLZ 37020500
Internet: www.unicef.de
Aktion Deutschland Hilft (Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen)
Stichwort: "Ostafrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 102030
BLZ 37020500
Internet: www.aktion-deutschland-hilft.de
Welthungerhilfe
Stichwort: "Dürre Ostafrika"
Sparkasse KölnBonn
Konto 1115
BLZ 37050198
Internet: www.welthungerhilfe.de
Quelle: AFP
ehrlich schrieb:
am 25. Juli 2011 um 20:11:47
(0)
(0)
hungersnot
Es ist wahrlich traurig, dass in Somalia exreme Hungersnot herrscht.
Deutschland geht dagegen mit den absoluten Negativ-Beispiel
voran.
Wir erlauben uns den höchst unverständlichen Luxus und vernichten den kostbaren Mais in Bio-Gas-Anlagen.
Wo bleibt da die grüne Vernunft ?
mehr
Kommentar melden
Anna schrieb:
am 25. Juli 2011 um 20:06:59
(0)
(0)
Hilfe für Afrika
Es gibt soviele Superreiche für die wäre es ein Klacks zu helfen aber was schert die die hungernden Menschen in Afrika
die schmeißen daß Geld lieber zum Fenster raus,außerdem Spenden daß Geld kann man nicht essen daß Geld bekommt der Diktator für die Aufrüstung,wie Wärs mit Getreide usw.ach nein daß braucht man ja für den E 10 Benzin oder die Hilfe für Griechenland für die Milliarden wären alle Menschen in Afrika satt zu bekommen
mehr
Kommentar melden
Sahra schrieb:
am 25. Juli 2011 um 19:59:22
(0)
(0)
Afrikaproblem
Die Hungersnot hat vielschichtige Ursachen. Es ist einfach, zu behaupten: bekommen die Afrikaner Geld, dann kommen noch mehr
Kinder(dank Papst)- aber so einfach ist das nicht. 1. sind Kinder dort oft "Rentenersatz" o. Einkommenszuverdiener. 2. ist die Pille/sind Medikamente zu teuer o. nicht verfügbar, 3. frauenfeindl. Kultur. Dann kommen Korruption, Bürgerkriege, Dürren/Umweltkatastrophen dazu. MIr tun die Leute dort leid. Nur unsere Kriegsgeneration weiß noch, wie sich Hunger anfühlen
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS