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Hungersnot in Afrika: Miliz lässt Hilfslieferungen nicht zu

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Hungersnot in Afrika: Miliz lässt Hilfslieferungen nicht zu

28.07.2011, 11:19 Uhr

Die Shehab-Miliz nennt die Hilfsaufrufe "pure Propaganda" und verbietet auch weiterhin Hilfslieferungen an hungernde Menschen (Foto: Reuters)

Die Shehab-Miliz nennt die Hilfsaufrufe "pure Propaganda" und verbietet auch weiterhin Hilfslieferungen an hungernde Menschen (Foto: Reuters)

Hilfslieferungen an die hungernden Menschen im Süden Somalias könnten weiter an der islamistischen Shebab-Miliz scheitern. Ein Rebellensprecher bestritt die Existenz einer Hungersnot und kündigte an, dass ausländische Hilfsorganisationen in den von der Miliz kontrollierten Gebieten weiterhin nicht arbeiten dürfen. Die Bundesregierung prüft angesichts der Hungersnot am Horn von Afrika eine Erhöhung der Hilfen.

Die bereits verbotenen Hilfsorganisationen seien auch weiterhin "nicht willkommen", sagte Rebellensprecher Sheik Ali Mohamud Rage dem Radiosender Al Furqaan. Die Einschätzung der Vereinten Nationen, dass in zwei Gebieten im Süden Somalias eine akute Hungersnot herrsche, wies er zurück. "Es gibt eine Dürre in Somalia, aber keine Hungersnot", sagte der Rebellensprecher. Die Erklärung der UNO sei "zu 100 Prozent falsch" und "pure Propaganda". Die Erklärung der Vereinten Nationen sei lediglich politisch motiviert, so Rage weiter.

Die UNO hatte am Mittwoch für Teile des dürregeplagten Bürgerkriegslandes offiziell eine Hungersnot erklärt. Betroffen sind nach Angaben des UNO-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) die unter Kontrolle der Shebab-Miliz stehenden Regionen Bakool und Lower Shabelle im Süden.

Helfer aus dem Land verbannt

Die Miliz, die in Somalia gegen die Regierung kämpft, hatte ausländische Helfer vor zwei Jahren aus dem Süden des Landes verbannt. Betroffen waren unter anderem das Welternährungsprogramm (WFP), die UNO-Entwicklungsorganisation UNDP, das Politische UN-Büro für Somalia und Hilfsorganisationen wie World Vision. Anfang Juli hatten die Rebellen ihre Haltung aber geändert und das Ausland um Unterstützung gebeten. Vergangene Woche ließ die UNO erste Hilfsgüter einfliegen, das WFP will eine Luftbrücke für Kinder in Mogadischu einrichten.

Auf die neuen Äußerungen des Rebellensprechers reagierte die UNO gelassen. WFP-Sprecherin Emilia Casella sagte, die UNO werde in Somalia da arbeiten, wo es "möglich" sei. Die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Melissa Fleming, sagte, es sei nicht bewiesen, dass die Arbeit der Helfer durch die mögliche neue Kehrtwende der Rebellen weiter "behindert" werde.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sagte der "Saarbrücker Zeitung", die Bundesregierung prüfe, "welche weiteren Mittel wir bereitstellen können". Erst vor wenigen Tagen hatte die Regierung ihre Soforthilfe auf 14 Millionen Euro erhöht. Niebel sagte, die Regierung stehe in engem Kontakt zum WFP, das die Hilfeleistung koordiniert. Die UNO hatte vor einigen Tagen den Bedarf auf 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) geschätzt.

Weitere Länder leiden unter Dürre

In Deutschland riefen die Kirchen auch zu privaten Spenden auf. Die Menschen im Osten Afrikas hätten "Furchtbares erlebt, viele haben alles verloren", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Die gegenwärtige Not übersteige die finanziellen Möglichkeiten der kirchlichen Hilfswerke jedoch "bei weitem", erklärte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider.

Außer im Bürgerkriegsland Somalia leiden auch Millionen Menschen in Äthiopien, Kenia, Dschibuti und Uganda unter der Dürre. Am Freitag wollte die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva nach Kenia reisen. Auf ihrem Programm stand unter anderem ein Besuch des völlig überfüllten Flüchtlingslagers Dadaab an der Grenze zu Somalia.

Helfen Sie mit!

Spendenkonten:

Ärzte ohne Grenzen
Stichwort: "Ernährungskrise am Horn von Afrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 97097
BLZ: 37020500
Internet: www.aerzte-ohne-grenzen.de

CARE
Stichwort: "Dürrekatastrophe Horn von Afrika"
Sparkasse KölnBonn
Konto 44040
BLZ 37050198
Internet: www.care.de

Unicef
Stichwort: "Nothilfe Horn von Afrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 300000
BLZ 37020500
Internet: www.unicef.de

Aktion Deutschland Hilft (Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen)
Stichwort: "Ostafrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 102030
BLZ 37020500
Internet: www.aktion-deutschland-hilft.de

Welthungerhilfe
Stichwort: "Dürre Ostafrika"
Sparkasse KölnBonn
Konto 1115
BLZ 37050198
Internet: www.welthungerhilfe.de


Quelle: dapd , AFP

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Kommentare (23)

zum Forum

Thema: "Hungersnot in Afrika: Miliz lässt Hilfslieferungen nicht zu"

Hutter schrieb: am 22. Juli 2011 um 21:26:40
(0) (0) Hungersnot in Afrika
Um Hilfe sicherzustellen braucht es nicht nur Geld, und fromme Menschen die Helfen wollen. Man muß diese Ignoranten
beseitigen. Da aber geht nur mit Waffengewalt!. Bill Clinton hat es schon einmal versucht und ist gescheitert. Kriege gegen diese Milizen ist der einzige Weg den Menschen zu helfen.
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Spoiler schrieb: am 22. Juli 2011 um 21:26:00
(0) (0) Spielchen
Wie lange will die Weltgemeinschaft das Spiel eigentlich mitspielen? Erst werden sie verjagt, dann schreien welche... Die
Organisationen kommen wieder, vermutlich hatten sie aber keine Geschenke für die Rebellen und schon werden sie wieder als unerwünscht angesehen. Menschenrechte hin oder her, aber wer mit anderen Menschenleben spielt sollte die Quittung dafür bekommen. Im Mittelalter waren die dann Vogelfrei ohne irgendwelche Rechte. Aber in der heutigen Welt werden solche Typen noch belohnt.
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jrg schrieb: am 22. Juli 2011 um 21:04:46
(0) (0) geschäft mit der not
so werden wir verarscht von den medien, um uns das geld locker zu machen. und man weiß nie was wirklich ankommt dort
wo man es bräuchte. und dann, ist alles nur show um auf die landesfürsten herum zu hacken. das ist doch kein richtiger jornalismus. nur um uns zu verblöden. und die meisten von uns geben dann auch noch geld. manchmal sagten sie uns das geld haben sich die großen genommen, aber wenn es garnaicht in das land kommt, nehmen es sich dann die unsrigen???
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