07.08.2011, 10:08 Uhr | Von Anindita Ramaswam, dpa
Lange vor Tagesanbruch stehen Männer, Frauen und Kinder vor dem Aufnahmebereich des Flüchtlingslagers Dadaab im Osten Kenias Schlange. Manche sind gerade aus Somalia eingetroffen, andere warten schon länger auf Einlass. Die Aufnahme ins Camp ist für die Menschen die letzte und wichtigste Hürde auf ihrem erhofften Weg in ein neues Leben. Erschöpft von der langen, beschwerlichen Reise sind einige von ihnen überrascht, dass sie nun noch ausharren müssen. Wegen bürokratischer Hürden kann es Tage und Wochen dauern, bis sie offiziell registriert sind.
Das Verfahren ist streng geregelt. Die Flüchtlinge werden nach der Größe ihrer Familien eingeteilt und bekommen zunächst eine Wertmarke in die Hand gedrückt, mit der sie in das Aufnahmezentrum gelangen. Dort werden ihnen Fingerabdrücke genommen, sie bekommen zudem ein blaues Armband mit einer Registrierungsnummer. In einem Nebenzimmer folgt eine kurze ärztliche Untersuchung.
"Schwangere Frauen und Kinder werden gründlich untersucht, Kleinkinder unter fünf Jahren auch geimpft", sagt Abdikani Hassan, ein Mitarbeiter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Bei den Erwachsenen wird stichprobenartig vorgegangen. Jene, die über Beschwerden klagen, kommen in ein nahes Krankenhaus. Manche Flüchtlinge waren bis zu zwei Monate lang zu Fuß unterwegs, um dem Hunger und dem Chaos in ihrer Heimat zu entkommen, viele haben unterwegs kaum gegessen.
Wegen des großen Andrangs müssen die Flüchtlinge auch in der Schlange vor der Essensausgabe stundenlang in glühender Hitze ausharren. Zur Überbrückung gibt es spezielle kalorienreiche Kekse. Später bekommt jede Familie Rationen für drei Wochen, darunter Mehl, Zucker, Speiseöl, Maismehl, Bohnen, Salz und ein Mais-Soja-Gemisch als Grundlage für Brei. Hinzu kommen Besteck, Wasserbehälter, Seife, Decken sowie Matten und Laken aus Plastik. Diese Utensilien sollen zwei Jahre lang halten.
Alle neu Eingetroffenen im Lagerkomplex Dadaab müssen sich auch bei der kenianischen Flüchtlingsbehörde registrieren. Eine Bestätigung kann mehrere Wochen auf sich warten lassen. "Es gibt einen Rückstau, da zu viele registriert werden müssen", erläutert Moulid Dvigsiye vom UNHCR. "Bisher kamen täglich durchschnittlich 1300 bis 1500 Menschen in Dadaab an, Ende Mai und Anfang Juni waren es dann pro Tag 3000."
Während sie auf die offizielle Aufnahme und Registrierung warten, kommen viele der Flüchtlinge bei Familienmitgliedern unter, die bereits in Dadaab sind. Andere müssen wochenlang in der Umgebung in improvisierten Zelten oder unter Bäumen leben. Erst wenn sie die Bestätigung der kenianischen Regierung vorweisen können und sich auch beim Flüchtlingshilfswerk UNHCR angemeldet haben, erhalten sie Rationskarten und wetterfeste Zelte.
Bis dahin dauert es manchmal mehr als einen Monat. Khalil Abrizag (14) wartet mit seiner Mutter und seinen fünf Geschwistern bereits seit sechs Wochen auf die offizielle Aufnahme. "Wir kommen jeden Tag hierher, stellen uns stundenlang an und die Wächter sagen uns am Abend, dass die Zeit rum ist und wir morgen wiederkommen sollen." Andere beklagen sich, dass ihre Kinder nicht schnell genug zur Behandlung ins Krankenhaus kommen.
Da die Dürre anhält, erwarten die Vereinten Nationen, dass sich die Situation in Somalia verschlechtert und sich weitere Menschen auf den Weg in das derzeit größte Flüchtlingslager der Welt machen. Allein im Juli kamen nach Angaben des UNHCR 40.434 Menschen aus Somalia nach Dadaab - der größte monatliche Zuwachs in der 20-jährigen Geschichte des Lagerkomplexes.
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Internet: www.aktion-deutschland-hilft.de
Stichwort: "Dürre Ostafrika"
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Internet: www.welthungerhilfe.de
Quelle: dpa
Kohlhas schrieb:
am 12. Dezember 2011 um 11:18:55
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Hunger in Afrika
An erster Stelle eine verfehlte Wirtschaftshilfe mit Verschwendung und Veruntreuung von Spendengeldern und an zweiter Stelle
koruppte und nach persönlicher Bereicherung und machtgeile Regierungen sind an dem Dilemma schuld.Ich habe letztens einen Bericht über ein Projekt zur Wasserversorgung in Afrika gesehen.Da buddelt ein weise Sudent nach defekten Wasserrohren und zwei Schwarze schauen begeistert zu.Das ist gelebte Entwicklungshilfe .
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Zweifler schrieb:
am 8. August 2011 um 22:32:02
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Phänomenale Not
Wertmarken, Armbänder, Registierung, Anstehen, erneute Registrierung - es ist umwerfend wie notgeplagte Menschen
behördlichen Maßnahmen konfrontiert werden und über allem leuchtet der Stern der Hilfsorganisationen. Besonders die Registrierung hält die gefährdeten Frauen und Kinder in provisorischen Notlagern fest, wo sie Freiwild für die Meute der Vergewaltiger sind. Wenn die Behörden nichts dagegen unternehmen wollen, dann sollen die Organisationen Kenianer zum Schutz der Frauen anheuern.
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CyborgN schrieb:
am 8. August 2011 um 00:45:17
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Deutschland- Zahl-Land
Selbst wenn die Spenden dort ankommen wo sie gebraucht werden, wem ist damit geholfen? 2/3 der Afrikaner, wenn nicht
noch mehr, werden nie was auf die Reihe bekommen. Wir werden uns nur noch mehr Probleme schaffen. Flüchtlinge, Piraten, etc. Das ist ein Faß ohne Boden. Auch wenn es keiner wahrhaben möchte.
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