01.08.2011, 11:44 Uhr
Viele Opfer der Hungerkatastrophe kommen völlig entkräftet in den Hilfslagern an - die Kinder sind am schlimmsten betroffen (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Angesichts der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika sind die Mitgliedsorganisationen von "Gemeinsam für Afrika" in den drei am stärksten betroffenen Ländern Somalia, Kenia und Äthiopien im Einsatz. Sie versorgen Kinder und ihre Familien in den Flüchtlingslagern mit lebenswichtigen Nahrungsmitteln und Medikamenten. So erhalten die erschöpften Flüchtlinge bei ihrer Ankunft im Flüchtlingslager Dadaab (Kenia) Wasser, einen Nahrungskorb mit Weizen- und Maismehl, Bohnen, Öl, Zucker, Salz und eine Mais-Soja-Mischung sowie Küchensets, Matten, Decken und Plastikplanen.
Die Lage ist verzweifelt:Ostafrika leidet unter der schwersten Dürre seit 60 Jahren. Etwa zwölf Millionen Menschen sind betroffen und benötigen dringend Hilfe. Es ist die schlimmste Hungerkrise seit vielen Jahren. Über 2,3 Millionen Kinder sind akut mangelernährt. Mehr als 500.000 Mädchen und Jungen können nur durch eine sofortige Behandlung gerettet werden. Viele Menschen befinden sich auf der Flucht vor dem Hunger.
Kinder sind von der Hungerskrise besonders betroffen und benötigen spezielle Hilfe. "Die Kleinsten leiden am meisten", sagt Dr. Julia Micklinghoff, Apothekerin bei "action medeor", einer der Mitgliedsorganisationen von "Gemeinsam für Afrika". "Sie haben viel weniger Reserven, werden schnell sehr schwach und dann auch anfällig für Infektionskrankheiten."
Bei Kindern wirkt die Mangelernährung noch lange über die Krise hinaus. Ihre Lernfähigkeit ist eingeschränkt, chronische Herz-Kreislauferkrankungen können die Folge der Unterernährung sein. Dies kann nur durch die Versorgung mit therapeutischer Zusatznahrung verhindert werden, die besonders reich an Proteinen, Vitaminen und Eisen ist. Für sie und ihre Familien haben die Hilfsorganisationen umfangreiche Lieferungen mit Medikamenten, Antibiotika, Spezialnahrung und Vitamintabletten bereitgestellt.
Erste Maschine mit Nahrungsergänzungsmitteln an Bord landet in Mogadischu. zum Video
Das Flüchtlingslager in Dadaab ist für 90.000 Menschen gebaut, doch schon jetzt leben dort fast 400.000 Menschen - und täglich werden es mehr. Über 1500 Neuankömmlinge verzeichnen die Hilfsorganisationen inzwischen pro Tag. Bei einem Besuch des Flüchtlingslagers in Dadaab bezeichnete UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres die Situation in Somalia als die "schlimmste humanitäre Katastrophe" der Welt. "Ich habe viele Flüchtlingslager in der ganzen Welt gesehen, aber noch niemals Neuankömmlinge in einer derart verzweifelten Lage", so Guterres.
Das überfüllte Lager stellt die Menschen und Helfer vor weitere Probleme. Die hygienischen Zustände stellen eine Bedrohung für sich dar. Um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern, werden Hygiene- und Sanitärartikel ausgegeben. Mit Wassertankwagen sowie der Reparatur und Neuverlegung von Wasserrohren sichern die Helfer die saubere Verteilung, organisieren die Müllbeseitigung und bieten Hygienetrainings an.
Bei den Neuankömmlingen handelt es sich in zahlreichen Fällen um Gruppen, die nur aus Frauen und Kindern bestehen und die auf der Reise ins Flüchtlingslager unbeschreibliches Leid erlebt haben - den Tod von Angehörigen, Krankheit, Entführung und häufig sexuelle Gewalt. Die Helfer haben in den Empfangsbereichen des Lagers Zelte eingerichtet, in denen Vergewaltigungsopfer so schnell wie möglich Hilfe erhalten. Dort werden sie medizinisch versorgt, psychologisch betreut und anschließend in Serviceeinrichtungen untergebracht, wo sie sich sicher fühlen können. Drei weitere Flüchtlingslager entstehen in Kobe, Äthiopien, um Schutz und Unterkunft für die von der Hungerskatastrophe betroffenen Menschen bereit zu stellen.
"Gemeinsam für Afrika" ist ein Bündnis von 23 anerkannten Hilfsorganisationen, das sich mit bundesweiten Kampagnen für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt. In tausenden Projekten leisten die Hilfsorganisationen Tag für Tag konkrete Hilfe für Menschen in Not. Über 100 prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger unterstützen "Gemeinsam für Afrika". Schirmherr der Kampagne ist Bundespräsident Christian Wulff.
Mit 45 € kann "Gemeinsam für Afrika" 50 unterernährte Kinder mit hoch proteinhaltiger Spezialnahrung versorgen, die mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind
Mit 80 € kann "Gemeinsam für Afrika" eine sechsköpfige Familie zwei Wochen lang ernähren.
Spendenkonto:
Gemeinsam für Afrika
Konto: 400 400 508
Bankleitzahl: 370 100 50, Postbank Köln
www.gemeinsam-fuer-afrika.de
Quelle: t-online.de
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