01.08.2011, 12:02 Uhr
Die Luftbrücke der UN steht und ersten Menschen kann geholfen werden. Doch die Al-Shabab-Miliz macht den Helfern das Leben schwer (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Kaum steht die UN-Luftbrücke zur Versorgung der hungernden Bevölkerung am Horn von Afrika, gibt es Kämpfe mit der islamistischen Al-Shabab-Miliz, die weite Teile Südsomalias kontrolliert. Die Miliz bangt um ihre Macht und will verhindern, dass die Menschen fliehen. Dabei greift sie zu grausamen Mitteln.
Kämpfer der Al-Shabab-Miliz haben bereits Männer getötet, die mit ihren hungernden Familien Zuflucht in Flüchtlingslagern suchen wollten. Die verheerende Hungersnot am Horn von Afrika gefährdet die Machtposition der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundenen Miliz. Sie fürchtet, dass die Katastrophe die Menschen vertreibt, denen sie Steuern abknöpft und die sie zum Militärdienst zwingt. Die Milizen erklärten, es sei besser zu verhungern, als Hilfe vom Westen anzunehmen.
Bei einer Offensive zum Schutz der Hilfsaktion für die Hungernden in Mogadischu haben Soldaten der Afrikanischen Union (AU) unterdessen sechs Menschen getötet. Mindestens 20 weitere wurden bei der Offensive verletzt, wie der Leiter des Rettungsdienstes in der somalischen Hauptstadt erklärte. Nach Angaben von Ärzten wurden bei den Gefechten auch mindestens 27 Zivilisten verletzt.
Die Soldaten der AU versuchten ihrerseits, Kämpfer der Milizen aus der Nähe der Flüchtlingslager zu vertreiben, sagte ein Sprecher der Friedenstruppe. Die Sicherheitskräfte hätten eine "kurze, taktische, offensive Operation" gestartet, sagte Oberstleutnant Paddy Ankunda. Die Aktion solle die Sicherheit erhöhen und sicherstellen, dass Hilfsorganisationen die Hungernden weiterhin versorgen könnten. Die Angriffe der Extremisten gäben Anlass zur Sorge, sagte Ankunda.
Die Kämpfe in Mogadischu hätten "große Auswirkungen" auf die Arbeit der UNO am Flughafen, sagte WFP-Sprecher David Orr. Auch die Mitarbeiter von Partnerorganisationen, die die Hilfsgüter verteilen, könnten betroffen sein. Er hoffe jedoch, dass der Hilfseinsatz "wie geplant" fortgesetzt werden könne.
Einiges deutet auf interne Meinungsverschiedenheiten hin. 50 Al-Shabab-Kämpfer sind nach Angaben eines somalischen Regierungsvertreters in den vergangenen Wochen desertiert und zur Regierung übergelaufen. Ein Sprecher der Somalia-Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AMISOM) weiß von einer Spaltung in der Führung der Miliz zu berichten: "Manche sagen: Bringt die Hilfe her. Manche sagen: Untersteht euch. Manche sind gegen westliche Hilfe, weil sie gegen die westliche Ideologie sind", erklärt der Sprecher.
Die Tatsache, dass Al-Shabab in der vergangenen Woche den Hilfsorganisationen die Erlaubnis wieder entzogen habe, in Gebieten unter Kontrolle der Miliz aktiv zu sein, habe bereits jetzt Hunderttausenden Somaliern den Zugang zu Nahrungsmittelhilfe versperrt, erklärte er.
Am Mittwoch war ein Flugzeug mit zehn Tonnen Hilfsgütern in Mogadischu gelandet. Die Luftbrücke soll in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Das Welternährungsprogramm (WFP) erklärte, für die Hilfsaktion in Somalia fehlten noch 252 Millionen Dollar (174 Millionen Euro). Die Organisation fühle sich aber ermutigt von den jüngsten Zusagen von Geberländern, die 250 Millionen Dollar in Aussicht gestellt hätten.
Spendenkonten:
Konto: 400 400 508
Postbank Köln
BLZ: 370 100 50
www.gemeinsam-fuer-afrika.de
Stichwort: "Ernährungskrise am Horn von Afrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto: 97097
BLZ: 37020500
Internet: www.aerzte-ohne-grenzen.de
Stichwort: "Nothilfe Horn von Afrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 300000
BLZ 37020500
Internet: www.unicef.de
Stichwort: "Ostafrika"
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 102030
BLZ 37020500
Internet: www.aktion-deutschland-hilft.de
Stichwort: "Dürre Ostafrika"
Sparkasse KölnBonn
Konto 1115
BLZ 37050198
Internet: www.welthungerhilfe.de
Quelle: dapd
chris schrieb:
am 28. Juli 2011 um 21:18:16
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@Jan
Bevor wir diese Wende erleben, schlägt vorher auf der Erde ein Meteor ein.
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