19.11.2007, 08:07 Uhr
Eine Frau, deren Haus weggespült wurde, wartet auf HilfeIn dem vom Zyklon "Sidr" besonders schwer getroffen Süden Bangladeschs wird die Lage für die Überlebenden zunehmend schwieriger. Hunger und Seuchen bedrohen die Menschen in dem Küstenabschnitt, teilten Rettungskräfte am Montag mit. Bisher haben Helfer nach offiziellen Angaben 2300 Leichen aus dem Schlamm der zurückweichenden Fluten geborgen. Die Behörden rechnen aber damit, dass die Opferzahlen weiter ansteigen. Die Hilfsorganisation Roter Halbmond Bangladeschs befürchtet, dass bis zu 10.000 Menschen bei dem Sturm ums Leben gekommen sind. Mitarbeiter versuchen weiter, entlegene Ortschaften zu erreichen. Viele sind durch die Verwüstungen von der Außenwelt abgeschnitten.
Foto-SerieBangladesch nach dem Zyklon
VideoVerheerende Lage in Bangladesch
Roter Halbmond befürchtet 10.000 Tote
Tausende Rettungskräfte bargen auch am Sonntag noch Leichen. Zwei Marineschiffe und zivile Helfer suchten zwei Tage nach dem Unwetter in den Mangrovenwäldern an der Küste im Süden des Landes weiter nach Überlebenden. Die Katastrophenschutzbehörde in Dhaka bestätigte am Sonntag offiziell 1861 Tote nach dem schwersten Sturm, der die Region seit Jahren heimgesucht hat. Hunderte Menschen werden noch immer vermisst; mehr als 5000 Bewohner wurden verletzt.
Ärmste der Armen am schlimmsten betroffen
Hunderttausende sind obdachlos, sagte Peter Rottach von der Katastrophenhilfe der Diakonie. Mindestens 80.000 Häuser habe der Sturm beschädigt, die Hälfte davon sei komplett zerstört. "Sidr" habe Fischerboote versenkt und kurz vor der Ernte Reisfelder zerstört. Zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen baten um Spenden. Der Wirbelsturm hatte in der Nacht zum Freitag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern eine Schneise der Verwüstung geschlagen. Die meisten Todesopfer gab es im Küstenbezirk Patuakhali-Barisal.
Hurrikan, Tornado&CoKleines Sturmlexikon
Flash-Animation Windstärken auf der Beaufort-Skala
Flash-AnimationTropische Wirbelstürme
Hilfslieferungen laufen an
Die USA entsandten zur Unterstützung der Rettungsarbeiten in Bangladesch zwei Marineschiffe; auf dem Luftweg sollten 35 Tonnen Hilfsgüter - darunter Plastikplanen, Kanister und Hygieneeinrichtungen - geliefert werden. Wie das Weiße Haus mitteilte, werde außerdem ein 18-köpfiges Ärzteteam vorerst im Land bleiben, um Hilfe zu leisten. Insgesamt stellte die US-Regierung 2,1 Millionen Dollar Hilfsgelder zur Verfügung.
700.000 Euro aus Deutschland
Das Auswärtige Amt stockte seine Unterstützung für Soforthilfemaßnahmen zugunsten der Opfer auf 500.000 Euro auf. Mit dem Geld werden Projekte deutscher Hilfsorganisationen unterstützt. Das Bundesentwicklungsministerium stellt zusätzlich 200.000 Euro für die Zyklon-Opfer zur Verfügung. Damit solle das Welternährungsprogramm WFP unterstützt werden. Das WFP versorgt inzwischen mehr als 400.000 Menschen, die von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen sind.
Eins der ärmsten Länder der Erde
Bangladesch, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, wird immer wieder von katastrophalen Zyklonen heimgesucht. Im Jahr 1970 starben in der Region bei dem bislang schlimmsten Zyklon rund eine halbe Million Menschen. 1991 kamen 140.000 Menschen ums Leben.
Quelle: dpa , AFP
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