26.09.2011, 15:54 Uhr
In Deutschland zwingen Menschenhändler jährlich Hunderte Opfer zu Prostitution oder Sklavenarbeit. Vor allem aus den neuen EU-Staaten Rumänien und Bulgarien werden Frauen nach Deutschland verschleppt, berichtet das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem Lagebild "Menschenhandel 2010". Allerdings war jede fünfte Frau, die in den Fängen der modernen Sklavenhändler geraten ist, Deutsche.
Zwar verzeichnete die Polizei 2010 einen Rückgang abgeschlossener Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels. Registriert wurden 470 Verfahren, ein Rückgang von zwölf Prozent im Vergleich zu 2009. Betroffen waren dabei 610 Opfer, ein Minus von 16 Prozent. Doch nach wie vor sei "von einem erheblichen Dunkelfeld im Bereich Menschenhandel auszugehen", teilte die Behörde in Wiesbaden mit.
Bei den Tätern, die Frauen in die Prostitution verkaufen, dominierten Deutsche vor Bulgaren, Rumänen und Türken. Die Aufklärung der Straftaten sei schwierig, weil die meisten Opfer nicht gegen die Täter aussagen wollten.
Quelle: dpa
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