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Hochschulen in Ost-Deutschland locken gezielt Abiturienten aus dem Westen

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"Studieren in Fernost" - Ost-Hochschulen locken West-Abiturienten

18.10.2010, 11:54 Uhr | Sophia-Caroline Kosel

Hörsaal in Leipzig: Jeder sechste Erstsemester stammt aus dem Westen (Foto: dpa)

Hörsaal in Leipzig: Jeder sechste Erstsemester stammt aus dem Westen (Foto: dpa)

Weniger Abiturienten, aber mehr Studienanfänger: Den ostdeutschen Hochschulen ist ein Coup gelungen. Sie haben junge Leute aus dem Westen auf die Plätze gelockt, die aus Mangel an Ost-Abiturienten leer geblieben wären. Starkes Argument: Studieren ohne Gebühren.

Die TU Dresden lockt mit einzigartigen Fächern, die Uni Magdeburg mit kurzen Wegen und die Uni Greifswald mit einer über 550-jährigen Geschichte. Im nationalen Buhlen um Studenten werben die Hochschulen in den neuen Bundesländern seit einigen Jahren intensiv in eigener Sache. Ihre Kampagnen, die vor allem Abiturienten im Westen Deutschlands ansprechen - etwa unter dem Motto "Studieren in Fernost" -, zeigen Wirkung: Während es noch immer Westdeutsche gibt, die noch kein einziges Mal im Osten der Republik waren, wagen immer mehr junge Leute den Umzug dorthin, wo es wegen eines Geburtenknicks nach dem Mauerfall nun weniger Gymnasiasten gibt.

Trotz der geburtenschwachen Abi-Jahrgänge blieben die Zahlen der Erstsemester an sächsischen Hochschulen annähernd konstant. An der Uni Leipzig gibt es 6000 Neu-Immatrikulierte, 1000 Erstsemester stammen aus den alten Bundesländern. "Dass die Zahl der westdeutschen Studierenden steigt, scheint mit der sächsischen Kampagne zusammenzuhängen", sagt Uni-Sprecherin Manuela Rutsatz.

Bestes Lockmittel: keine Studiengebühren

Sie meint die Kampagne "Pack dein Studium. Am besten in Sachsen", mit der alle 15 sächsischen Hochschulen seit 2008 im Internet, in sozialen Netzwerken und in westdeutschen Gymnasien für sich werben. "Viele Jugendliche haben eine Hemmschwelle, kommen nicht von sich aus darauf, in den Osten zu gehen", sagt Sabine Hülsmann, die Verantwortliche für die Kampagne. Die Pluspunkte der sächsischen Universitäten? "Das beste Lockmittel sind die nicht vorhandenen Studiengebühren", sagt Karsten Eckold, Sprecher der TU Dresden.

Bis vor wenigen Jahren kam der Großteil der Studenten an den ostdeutschen Universitäten aus dem Osten. In Thüringen stammt nun zum Semesterstart erstmals jeder dritte Studienanfänger aus dem Westen - deutlich mehr als noch vor einem Jahr. "Die Ausstattung, das Verhältnis von Studierenden und Lehrkräften sowie unsere Studienangebote sind Fakten, die für Thüringen sprechen", sagt Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie (SPD). Im Westen steigen die Zahlen der Abiturienten noch, sowohl durch geburtenstarke Jahrgänge als auch durch Umstellungen auf das Abitur in zwölf Jahren.

Sehr groß ist der Anteil von West-Abiturienten an den beiden Universitäten in Sachsen-Anhalt: Die Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg meldet einen Anteil von 42 Prozent an den Erstsemestern, an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg kommt etwa jeder dritte neue Student aus dem Westen Deutschlands und Berlin. Die Uni freut sich nun sogar über einen Studentenrekord. Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder vermeldet auch einen Einschreiberekord, allerdings lernen dort viele junge Leute aus Mittel- und Osteuropa.

Langsam wird's eng

Im Freudentaumel tauchen auch erste Probleme und Warnungen auf. So haben einige Universitäten nun Raumprobleme, in Halle wurden Vorlesungen für künftige Betriebswirtschaftler in ein Varieté-Theater verlegt. Und der sächsische SPD-Hochschulpolitiker Holger Mann warnt davor, diese Erfolge zu gefährden, indem die Hochschulen in den nächsten Jahren finanziell "kaputtgekürzt" werden.


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Sophia-Caroline Kosel  

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Kommentare (72)

zum Forum

Thema: "Hochschulen in Ost-Deutschland locken gezielt Abiturienten aus dem Westen"

Peter § schrieb: am 18. Oktober 2010 um 16:48:30
(0) (0) Mum
Ob Alternativ oder Grün spielt heute keine Rolle mehr war dort vor 25 Jahren noch anders mit Love and Peace. Ich hab die Villa Galactica
für 42€,sowie Finca Tropical. Casa Exotica für 33€. OK.überall Endreinigung aber es ist der Preis für 2 Personen. Seh es Dir einfach an und Relaxe aus deiner deutschen Stressumgebung.
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Mum schrieb: am 18. Oktober 2010 um 16:36:51
(0) (0) @ Peter §
Die angeklickte Web-cam war gerade kaputt, aber die Inselfotos sind fantastisch. Bei den Ferienhäusern gefällt mir " Villa
Galactika " ganz gut, ist aber schon spartanisch, oder ? Bei 49 Euro pro Tag und drei Personen, kann man nicht meckern. Nur ob mir das Publikum zusagt, bin weder ein Alternativer noch ein Grüner.
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meine Meinung schrieb: am 18. Oktober 2010 um 16:30:21
(0) (0) @ Harry007
Auch ohne großartigen Luxuskonsum, kann die Sorge um das Einkommen für einen ganz normalen Lebensunterhalt, sehr viel
Lebensenergie kosten. Kenne einen Selbstständigenhaushalt, der gerade um's Überleben kämpft, da nimmt die Frau schon Depressiva vor lauter Existenzängsten.
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