04.04.2011, 17:20 Uhr
Philipp Rösler soll Guido Westerwelle beerben (Foto: dapd)
Guido Westerwelle gibt nach dem FDP-Parteivorsitz auch das Amt des Vizekanzlers ab. Jetzt zischt und blubbert die Gerüchteküche: Wer übernimmt die Jobs und wird der erste Mann der Partei und der zweite hinter Angela Merkel? Offiziell gibt es noch nicht einmal Kandidaten. Doch für alle, die sich hinter den Kulissen umhören, setzt sich das Puzzle langsam zusammen: Gesundheitsminister Philipp Rösler soll es machen.
"Ich gehe davon aus, dass es Rösler wird", sagt der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und wagt sich damit als einziger aus der Deckung. Der Berliner "Tagesspiegel" und die "Bild-Zeitung" wollen auch schon wissen, dass der 38-Jährige künftig die FDP führen und reformieren soll. Hinter seiner Bewerbung stünden Mehrheiten in den starken Landesverbänden Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, heißt es. Selbst Generalsekretär Christian Lindner unterstütze ihn. In der Parteispitze geht man fest davon aus, dass der Gesundheitsminister an diesem Dienstag seinen Hut in den Ring wirft, wenn die Spitzengremien von Partei und Bundestagfraktion tagen.
Noch-Gesundheitsminister, sollte man sagen. Denn dem Vernehmen nach setzt die FDP an, die gesamte Kabinettsmannschaft neu zu mischen. Rösler werde auf einen imageträchtigeren Posten wechseln - das Wirtschaftsministerium bietet sich an. Das leitet der 65-jährige Rainer Brüderle, der nach dem Wahldesaster in Rheinland-Pfalz als FDP-Landesvorsitzender zurückgetreten ist. Seitdem gilt er als Auslaufmodell. Im Wirtschaftsressort hat Rösler Erfahrung, er war schon in Niedersachsen Wirtschaftsminister, wenn auch nur für wenige Monate - dann berief ihn Angela Merkel ins Bundeskabinett.
Neuer Gesundheitsminister könnte Daniel Bahr werden, der NRW-Landeschef der FDP. Er kennt das Ministerium bereits, dort ist er Staatssekretär. Dann hätte man neben dem jungen Parteichef einen 34-jährigen weiteren Minister und natürlich einen blutjungen Generalsekretär. Michael Lindner ist erst 32 Jahre alt. Das Problem: Rainer Brüderle will da nicht mitmachen und wehrt sich gegen seinen Abtritt. Auch die 59-jährige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger könnte der jungen Garde einen Strich durch die Rechnung machen. Ihre Chancen auf den Parteivorsitz werden allerdings als gering eingeschätzt.
Nach Westerwelles Rückzug will die Parteiführung rasch über die Nachfolge entscheiden: Gesundheitsminister Rösler ist Favorit. zum Video
Das Präsidium beriet am Vormittag über die Nachfolge von Westerwelle als Parteichef. Er hatte am Sonntagabend nach massivem internen Druck angekündigt, auf dem Parteitag Mitte Mai in Rostock nicht erneut für das Amt des Vorsitzenden anzutreten, danach ist er als Vizekanzler zurückgetreten. Außenminister will er bleiben.
Am Dienstag kommen die Landesvorsitzenden der FDP mit dem Präsidium zusammen. Danach tagen Bundestagsfraktion und Bundesvorstand der Partei gemeinsam. Beide Gremien sind entscheidend für die künftige Neuordnung der Parteiführung und die Zusammensetzung der FDP-Mannschaft im Kabinett.
Erste Reaktion der Bundeskanzlerin auf die Ankündigung des FDP-Chefs, nicht wieder kandidieren zu wollen. zum Video
Der Finanzexperte der FDP-Fraktion, Frank Schäffler, plädierte bei "Handelsblatt Online" dafür, bei der personellen Neuausrichtung der Liberalen nicht nur auf jüngere Kräfte zu setzen. "Die FDP braucht eine Führungsmannschaft aus erfahrenen und jungen Kräften, die einen konsequenten Liberalismus vertreten und den Rücken in der Koalition gerade machen und nicht bei jedem Hüsteln der Kanzlerin einen Keuchhusten bekommen."
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die Liberalen vor Grabenkämpfen gewarnt. "Die FDP ist in einer wirklich schweren Krise", sagte die Bundesjustizministerin. "Jetzt sind die ersten Schritte für die Erneuerung der Partei eingeleitet. Entscheidend ist, dass wir alle an einem Strang ziehen und uns nicht auseinanderdividieren lassen in jung oder alt, links oder rechts."
Quelle: dpa , dapd , AFP
Hoffmann schrieb:
am 4. April 2011 um 19:23:06
(8)
(1)
FDP
Die FDP hat zur Zeit niemand, der in der Lage wäre die Partei in die Nähe des Volkes zu bringen.
Diese Partei ist einfach zu weit von
der Realität entfernt.
Die FDP sollte aufgelöst werden!!!!!!!!!!!
mehr
Kommentar melden
Berliner schrieb:
am 4. April 2011 um 19:23:05
(7)
(0)
Dummheit
@Alice
Doch der deutsche Bürger ist dumm,ansonsten könnten solche Pfeifen nicht in der Regierung sein und sich auf
Steuerzahlerkosten ein schönes Leben machen.
mehr
Kommentar melden
el no schrieb:
am 4. April 2011 um 19:22:45
(10)
(0)
fdp
egal wers macht mit rössler allerdings ist ein schnelles ende der fdp am einfachsten - aber die fdp hat sich schon
oft genug selbst im
weg gestanden. eigentlich schade denn das für was genscher stand war mit das beste.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video