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Hintergrund: Erdbeben kann niemand vorhersagen

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Erdbeben kann niemand vorhersagen

01.10.2009, 14:04 Uhr

So verlaufen die Kontinentalplatten auf dem Globus (Grafik: dpa)

So verlaufen die Kontinentalplatten auf dem Globus (Grafik: dpa)

Wer mit den Händen einen langen Glasstab zerbricht, dem schmerzen anschließend die Handgelenke. Grund dafür sei die Energie, die beim Zerbrechen des Stabes freigesetzt wird, erklärt Petra Buchholz vom Geophysischen Observatorium der Universität Leipzig in Collm. Vergleichbares geschehe bei der Entstehung von Erdbeben.

Seit Urzeiten treiben große Teile der Erdkruste mit wenigen Zentimetern pro Jahr langsam als Platten um den Globus. Diese tektonischen Platten können größer als ein Kontinent sein. Die häufigste Ursache für die Entstehung von Erdbeben seien Spannungen an den Plattenrändern, sagt Buchholz. Die Platten verschieben sich ruckartig oder tauchen untereinander weg. Die spröden Gesteinsschollen brechen und setzen dabei Energie frei. Diese entlädt sich schlagartig in Form von Erdbeben.

Tektonische Beben auf Sumatra und Samoa

Die verheerenden Beben auf Sumatra und Samoa seien solche tektonischen Beben gewesen, so die Expertin. Vor Sumatra schiebt sich die indisch-australische unter die indonesische Gesteinsscholle. Spannungen entladen sich dort in heftigen Erdstößen. In der Regel ist nach einem Erdbeben noch eine Restspannung vorhanden, die sich Tage, Wochen oder sogar Monate nach dem Erdstoß in etlichen Nachbeben abbaut. Besonders viele Nachbeben registrierte das Observatorium nach dem Beben auf Samoa.

Erdbeben können Tsunamis verursachen

Erdbeben können unter bestimmten Voraussetzungen Tsunamis, riesige Flutwellen, auslösen. Ob dies geschieht, hängt aber von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der Stärke des Bebens, der Tiefe des Erdbebenherdes und dem Ablauf des Bruchprozesses. Auch Erdrutsche oder Vulkane unter der Meeresoberfläche können Tsunamis verursachen. Der Begriff kommt aus dem Japanischen und bedeutet eigentlich "Welle im Hafen".

Seebeben löste Tsunami-Katastrophe aus

Die meisten Tsunamis ereignen sich im Pazifischen Ozean, sie können aber auch in allen anderen Ozeanen und Meeresgebieten auftreten. Die bislang schwerste Tsunami-Katastrophe wurde am 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean durch ein Seebeben vor Sumatra ausgelöst, dabei kamen in ganz Asien rund 230.000 Menschen ums Leben.

Gesamter Pazifikraum hochgefährdet

Ein hohes Erdbebenrisiko besteht vor allem in Gebieten im Bereich von Plattengrenzen. Dazu gehört nahezu der gesamte Pazifik - Indonesien, Japan, die Philippinen. Weitere Risikogebiete sind der mittelasiatische Raum, die Türkei, Mexiko, Chile, die Anden, auch Island und die Azoren.

Auch in Deutschland zittert gelegentlich die Erde

In Europa sind Italien und Griechenland besonders gefährdet. Doch auch in Deutschland gebe es einige Gegenden, "wo man Häuser fester bauen müsste", sagt Buchholz. Hier nennt sie vor allem die Schwäbische Alb, den Niederrhein, das Vogtland, das Oberrheintal, das Gebiete rund um Gera. Stärkere Beben sind hier allerdings eine Seltenheit.

Menschen besitzen Erdbebengedächtnis

"Besonders heimtückisch sind Erdbeben immer da, wo niemand mit ihnen rechnet", erklärt Buchholz. In Risikogebieten besäßen die Menschen eine Art Erdbebengedächtnis. Mitunter habe jede Generation mindestens ein schlimmes Beben erlebt. Das Wissen darüber werde dann an die nachfolgende Generation weitergetragen. So wüssten die Menschen oft aus leidvoller Erfahrung, wie sie im Ernstfall zu reagieren hätten. Zudem werden in häufig betroffenen Gebieten auch Evakuierungsübungen durchgeführt.

Keine zuverlässige Vorhersage möglich

"Erdbeben sind nicht vorhersagbar", betont die Expertin. Man könne lediglich anhand von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit Wahrscheinlichkeiten abschätzen. Auch ungefähre Stärken seien schätzbar, nicht aber der Zeitpunkt. Etwas anders liege der Fall bei der Vorhersage von Tsunamis. "Erdbebenwellen sind schneller als Tsunamiwellen", erklärt Buchholz. Habe ein Erdbeben seinen Ursprung weit genug entfernt vom Festland, könnten die Menschen dort über eine Tsunami-Frühwarnsystem gewarnt werden. "Ist der Erdbebenherd aber zu nah an der Küste, dann wird es knapp". Eben dies sei das Problem gewesen bei der Vorhersage des Tsunamis auf den Samoa-Inseln und Tonga.


 

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Kommentare (2)

zum Forum

Thema: "Hintergrund: Erdbeben kann niemand vorhersagen"

Wingthor777 schrieb: am 11. März 2011 um 14:43:26
(0) (0) Erdbeben
Sie behaubten also das niemand Erbeben vorhersagen kann, ich kann es es aber und dafür gibt es Zeugen. Meine Gößte vorhersage war
das Beben am 26.12.2004.
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Masche schrieb: am 11. März 2011 um 12:00:04
(0) (0) unere Welt
Was soll man dazu schreiben. Unter der Erde bewegt sich unsere Welt und veruracht viel Elend und Leid und oben sind es wir
Menschen, die nicht in Ruhe leben können und verursachen ebenso Elend und Leid und dabei könnten wir Menschen wenigstens viel ändern.
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