
27.06.2011, 12:33 Uhr | Von Cinthia Briseño
Forscher haben unter anderem festgestellt, dass es im Pazifik einen festen Treffpunkt für Hai gibt (Foto: Imago)
Es ist ein ehrgeiziges Projekt: Der "Census of Marine Life" ist die bisher größte Meerestier-Inventur. Jetzt melden Forscher ein neues Ergebnis: Erstmals haben sie die Wanderungen von marinen Raubtieren im Pazifik aufgezeichnet - und dabei einige Hauptverkehrsrouten entdeckt.
Wale, Robben, Seevögel, Thunfische, ja sogar Schildkröten und Haie - vor mehr als zehn Jahren hatten Forscher eine seinerzeit aberwitzig anmutende Idee: Könnte man über viele Jahre hinweg verfolgen, wie sich die Tiere des Pazifiks bewegen? Wohin schwimmen Haie, wohin fliegen Seevögel? Und könnte man aus den Bewegungsmustern vielleicht Rückschlüsse auf das gesamte Ökosystem Nordpazifik ziehen? Mehr als 50 Biologen, Meeresbiologen, Computerwissenschaftler und Ingenieure brüteten 1999 bei einem Workshop an der Hopkins Marine Station der Stanford University im kalifornischen Pacific Grove darüber, wie man ein solch ambitioniertes Projekt in die Tat umsetzen könnte.
Das Vorhaben, dem man den Namen "Tagging of Pacific Predators" (TOPP) gab, ist geglückt und zeigt ein völlig neues Bild der Tierwelt im Pazifik: Die Früchte seiner Mühen hat das Forscherteam nun erstmals als gesammeltes Werk im Wissenschaftsjournal "Nature" präsentiert. Es ist eine Arbeit, die alles zusammenfasst, was in mehr als 150 Publikationen der letzten Jahre als Einzelauswertung nachzulesen war. Und es ist eine Arbeit, in der mehr als 260.000 Positionsmeldungen von insgesamt 23 verschiedenen Tierarten stecken.
Die Studie des Forscherteams ist beeindruckend, umfasst sie doch insgesamt 4306 "Studienteilnehmer". 1999 ersannen die Forscher das Programm, schon ein Jahr später begannen sie mit der Sammlung der Messdaten. Dazu nutzten sie kleine Datenrekorder, mit denen sie die einzelnen Tiere nach und nach versahen. Zum Teil ließen sich die Daten dann per Satellit auslesen, zum Teil mussten die Tiere auch erneut gefangen werden.
Die australische Unterwasserexpertin Valerie Taylor kennt keine Angst.
Und so verfolgten die Forscher von 2000 bis 2009 die Wanderungen der marinen Raubtiere, darunter auch die von Weißen Haien. Die Fische tauchten überall im Pazifik auf - vor der Westküste Nordamerikas, vor Südafrika und vor Australien. Dabei steuerten sie offenbar immer wieder bestimmte Nahrungsgründe an. Dennoch scheinen sich einzelne Populationen nicht untereinander zu vermischen. Die Forscher stellten auf diese Weise beispielsweise auch fest, dass es ein "Café zum Weißen Hai" gibt - eine Art festen Treffpunkt im Pazifik, den die Tiere frequentierten.
Einzeln betrachtet unterscheiden sich die Bewegungsmuster sehr stark voneinander, je nach Tierart. Thunfische etwa schwammen bis nach Japan, Robben dagegen drehten auf halbem Weg von der Nordwestküste Amerikas nach Japan immer wieder um. Die größten Wanderwege legten Schildkröten und Albatrosse zurück. Die Seevögel schafften es bis nach Neuseeland, mitunter sogar bis an die Atlantikküste von Patagonien. Die Reise der Schildkröten führte sie von Kalifornien bis nach Vietnam. Wale dagegen blieben lieber in ruhigeren Gewässern - ihr Weg zeichnet eine Linie entlang der Küste Nordamerikas.
Ebenso beobachteten die Forscher, dass die Tiere auf ihrer Futtersuche oder zur Paarung nicht nur teils enorme Wegstrecken zurücklegen, sondern auch wiederkehrenden Routen folgen. "Regelrechte Hauptverkehrsrouten wurden im Meer sichtbar. Ähnlich wie sich der Mensch auf Straßen, Flugrouten oder Gleisen bewegt, gibt es auch im Meer regelrechte Autobahnen für die Tiermigrationen", sagt Jesse Ausubel. Der Forscher ist Mitbegründer des "Census of Marine Life", der bisher größten und einzigartigen Volkszählung in den Ozeanen.
Wie die Forscher schreiben, konnten sie anhand der Positionsdaten zudem einige Hotspots der Artenvielfalt im Ozean ausfindig machen - Orte, an die viele der Tierarten jährlich zurückkehrten. Dazu gehört demnach der Kalifornienstrom entlang der Westküste Nordamerikas sowie die Verbindung zwischen West- und Ostpazifik auf halbem Weg zwischen Hawaii und Alaska. Als nächstes planen die Forscher, das Projekt auch am Atlantik und im Indischen Ozean durchzuführen.
Quelle: Spiegel Online
Nadine schrieb:
am 30. Januar 2012 um 18:10:19
(0)
(0)
Raubtier
Der Mensch ist das schlimmste Raubtier der Erde!!! Er denkt ihm gehöre alles und irgendwann recht sich die Natur
Kommentar melden
udo schrieb:
am 26. Juni 2011 um 08:38:04
(0)
(2)
haie
Wenn ich schon den Begriff Raubtiere lese schwillt mir der Kamm. Dieser Begriff ist nur aus einem Grund entstanden, nämlich dem, das
der Mensch denkt das diese Tiere ihm seinen Fang raubt. Das gilt ebenso für Landtiere.
mehr
Kommentar melden
CT schrieb:
am 25. Juni 2011 um 19:54:17
(1)
(0)
Haie
Man kann auch die andere Seite sehen. Wenn man weiß, welche Hai- oder Walart sich in einem bestimmten Zeitraum wo aufhält und deren
Wanderwege kennt, kann man sich als Fischer, Surfer, Forscher oder auch bloß als Beobachter darauf einstellen. Die Idee mit dem Cafe zum Weißen Hai gefällt mir. Kaffeetrinken und Haie, Walhai, Wale, Robben, Schildkröten oder Rochen am Treffpunkt zu beobachten ist was Besonderes. Dann die Kamera zücken. So sieht man, was für imposante, schöne Tiere die Erde hat.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS