30.09.2011, 09:29 Uhr
Eine Gruppe radikaler Islamisten will angeblich ein Treffen in einer Jugendherberge abhalten
Eine Gruppe radikaler Islamisten will nach einem Medienbericht Mitte Oktober in einer Jugendherberge in der Rhön eine Schulung abhalten. Die Organisation "Einladung ins Paradies" werbe in Bosnien und im Internet für das Zusammentreffen junger Muslime in Hilders-Oberbernhards in Hessen, berichteten die "Stuttgarter Nachrichten".
"Eine Muslim-Schule aus Braunschweig" habe für das fragliche Wochenende reserviert, sagte Herbergsleiter Michael Auth. "Dazu kann ich nur ehrlich sagen: Wir sind eine Begegnungsstätte und für alle Religionen offen", sagt Auth. Er wisse nichts von radikalen Ansichten des Anmelders.
Muhamed Ciftci, der Leiter der Islamschule, betonte auf Anfrage, dass er keiner radikal-militanten Strömung des salafistischen Islam folge und nicht die freiheitlich-demokratische Ordnung in Deutschland beseitigen wolle.
"Ich distanziere mich von Gewalt, Gewalt ist unislamisch", sagt er. Wer etwas anderes behaupte, wie der Autor des Artikels in den "Stuttgarter Nachrichten", wolle den Islam diskreditieren.
Die Zeitung schreibt, in mehreren bosnischen Städten habe die Organisation "Poziv u Raj" ("Einladung zum Paradies") für eine Schulung junger Muslime in der Rhön geworben. Interessenten würden für 60 Euro nach Hessen gebracht. Die Organisation strebe die Errichtung eines Gottesstaates an. Plakate kündigten als Redner bei der Veranstaltung Ciftci und einen bosnischen Islamisten an.
Beim hessischen Verfassungsschutz liege das Plakat aus Bosnien vor, sagt der Sprecher der Behörde. Zum Inhalt des Plakats könne er noch nichts sagen, da der Text auf Bosnisch verfasst sei, fügt der Sprecher hinzu.
Dass die Braunschweiger Islamschule vom niedersächsischen Verfassungsschutz beobachtet wird, scheint Ciftci nicht weiter zu stören: "In einem Land, in dem Teile des Parlaments vom Verfassungsschutz beobachtet werden, ist das nicht so relevant", sagt er in Anspielung auf die Linkspartei. Ihn schütze die Beobachtung vielmehr, er habe schon 30 Morddrohungen von Rechtsradikalen erhalten. "Ich bin in Deutschland geboren, deutscher Staatsbürger und liebe mein Land."
Nach Angaben des hessischen Verfassungsschutzes ist die Salafisten-Organisation als extremistisch und verfassungsfeindlich bekannt. Bei der in Oberbernhards angemeldeten Gruppe könne man zurzeit aber noch nicht zuordnen, ob sie den gleichen Prinzipien folge. Der Salafismus ist eine Strömung des Islam, die Sicherheitsbehörden als besonders streng und rückwärtsgewandt einschätzen.
Quelle: dapd , dpa
Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video