So ein ähnliches Bild müssen die Hessen aus Dillenburg vor Auge gehabt haben, als sie den unbekannten Braunbären sichteten (Quelle: dpa)Im hessischen Dillenburg mehren sich die Augenzeugen, die einen Bären gesehen haben wollen. Ein Jogger habe am frühen Sonntagabend aus 20 Metern Entfernung einen Braunbären auf einer Obstwiese ausgemacht, teilte die Polizei mit. Kurze Zeit später meldete sich eine Frau, die ebenfalls am Ortsrand von Nanzenbach ein bärenartiges Tier gesehen haben will.
Schon vor zwei Wochen hatte es eine ähnliche Beobachtung gegeben. Auf der Obstwiese entdeckte Fußabdrücke sowie Kot stammen jedoch vermutlich von einem Wildschwein, wie ein Experte vor Ort feststellte. Die Existenz des Bären ist damit nicht bewiesen, wird aber von der Polizei für möglich gehalten. Eine Gefahr für die Bürger bestehe aber nicht.
Auf die Angaben des Joggers hin war die bewaldete Gegend am Sonntagabend bis zum Einbruch der Dunkelheit mit Geländewagen und einem Hubschrauber abgesucht worden, allerdings ohne das Tier zu entdecken. Polizei und Förster stießen bei ihrer Suche allerdings auf Kotspuren und Fußabdrücke. Ein Förster habe diese Spuren zunächst keinem heimischen Tier zuordnen können, sagte ein Polizeisprecher. Daher habe man den Bärenexperten aus Thüringen angefordert.
Spuren stammen von Wildschwein
Dieser schloss am Montagnachmittag jedoch aus, dass die Spuren von einem Bären stammen. Er gehe von einem Wildschwein als Verursacher aus, sagte der Betreiber eines Thüringer Bärenparks vor Ort der Polizei. Damit gibt es weiter keine objektiven Beweise für die Existenz des Bären. "Wir müssen aber davon ausgehen, dass eventuell doch ein Bär vorhanden ist", sagte der Polizeisprecher. Die Zeugenaussagen seien alle glaubwürdig.
Ein "bärenähnliches Tier" gesichtet
Bereits vor zwei Wochen hatte eine Frau in Dillenburg-Nanzenbach ein bärenähnliches Tier gesichtet und damit eine große Suchaktion der Polizei ausgelöst. Ein zufällig zu Besuch weilender finnischer Bärenexperte hatte die Vermutung aber auch damals nicht bestätigen können.
Nirgends wird ein Bär vermisst
Vorsorglich habe man aber nun Kontakt zu den örtlichen Veterinärbehörden und Tierparks aufgenommen, sagte der Polizeisprecher. "Wir prüfen, wie man einen Bären fangen kann - möglichst, ohne ihn zu töten." Sicher sei, dass in den umliegenden Tierparks keine Bären gehalten werden. Auch die Nachfrage bei in der Nähe gastierenden Zirkussen habe nichts ergeben. Dass es sich aber um einen wild lebenden Bären wie den vor zwei Jahren erschossenen bayerischen Braunbären Bruno handle, sei höchst unwahrscheinlich. Die nächsten wild lebenden Bären leben laut Experten in Italien und Österreich.
Keine Gefahr für die Bevölkerung
Eine Gefahr für die Bevölkerung sehen weder Polizei noch Experten. Dennoch wurden die Anwohner aufgefordert, im Wald vorsichtshalber auf den Wegen zu bleiben und sich beim Spazierengehen ruhig durch Singen oder Pfeifen bemerkbar zu machen. Das vertreibe die Bären, sagte der Polizeisprecher.