24.01.2011, 12:00 Uhr
Helmut Kohl als Bundeskanzler (Foto: dpa/Archiv)Der ältere Sohn von Helmut Kohl, Walter, hat das Fernsehporträt "Der Mann aus der Pfalz" scharf kritisiert, das am Dienstag im ZDF (am 20. Oktober um 20.15 Uhr) ausgestrahlt werden soll. Das Leben seiner Eltern sei verzerrt dargestellt, sagte der Sohn des früheren Bundeskanzlers und dessen 2001 verstorbener Frau Hannelore dem Magazin "Focus".
Er sei empört darüber, wie die Rolle seiner Mutter gezeigt werde: "Das ist lächerlich und respektlos." Sie sei stets "eine wichtige, zentrale Ratgeberin" seines Vaters gewesen, der Film werte sie jedoch "zur Randfigur herab".
Seine Mutter habe nicht wie im Film dargestellt betroffen und enttäuscht reagiert, als ihr Mann über die Wiedervereinigung hinaus Kanzler bleiben wollte, erklärte der 46-Jährige. Sie habe seinen Vater vielmehr "massiv darin bestärkt, den Weg zur Wiedervereinigung konsequent zu gehen". Auch sein Vater selbst habe eine würdigere Darstellung verdient. Er sei "nie der entrückte Technokrat der Macht" gewesen, als den ihn die Zuschauer jetzt zu sehen bekämen. Mit seiner Kritik spreche er auch für seinen jüngeren Bruder Peter.
Die ZDF-Produktion beschreibt die politische Karriere Helmut Kohls als junger Politiker von 1947 bis 1969 sowie später als Kanzler in der Zeit der deutsch-deutschen Wende im Herbst 1989. Den älteren Kohl auf dem Höhepunkt seiner Macht spielt Thomas Thieme, der jüngere wird von Schauspieler Stephan Grossmann verkörpert. Wie nahe Kohl seiner langjährigen Sekretärin stand, wird im Film ebenso wenig erläutert wie die Hintergründe rund um die Parteispendenaffäre.
Regisseur Thomas Schadt und Filmproduzent Nico Hoffmann hatten im Jahr 2006 insgesamt rund 30 Stunden lang Gespräche mit dem heute 79 Jahre alten Ex-Kanzler geführt. Kohl wollte aber nicht, dass die Passagen in den Film eingebaut werden. Die Interviewszenen sollen nun voraussichtlich um Kohls 80. Geburtstag im April 2010 herum im ZDF ausgestrahlt werden.
Quelle: dpa
Franky schrieb:
am 24. Januar 2011 um 21:04:45
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Kritik des Walter Kohl an seinem immer noch einflußreichen Vater
Das hätte ich Helmut Kohl als Christen nicht zugetraut. Wie kann man die
Politik über die Familie stellen. Er sollte sich mal ein Beispiel an seinem Amtsvorgänger Helmut Schmidt nehmen. Das ist absolute Größe!
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Heinz schrieb:
am 24. Januar 2011 um 18:36:12
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Verfehlungen
Ein Film über Kohls Verfehlungen würde deutlich mehr Sendezeit bringen, als seine Karriere. Die Einheit Deutschlands wurde
schon vor Ihm eingetütet, er hat nur geerntet was andere gesät haben. Wehner, Brand, Schmitt z.B. Dafür war er gut im Betrügen, Partei Spenden, Schwarzgeld, Solidaritätszuschlag, Ehe, usw.
An seiner Familie hat er sich versündigt, bis seine Frau Suizid beging und eine 34 Jahre jüngere Gattin räumt nun ab. Toller Mann ? Sorry, nicht für mich.
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K.-L. Strohmann schrieb:
am 24. Januar 2011 um 14:34:27
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Kritik des Walter Kohl an seinem immer noch einflußreichen Vater
Zunächst gehe ich davon aus, daß Walter Kohl die Kritik an seinem Vater,
die Hervorhebung seiner Mutter, die offensichtlich in Oggersheim ohne sonderliche solidarische Unterstützung durch Ihren Ehemann krank und einsam ihrem Leben ein Ende setzte, und die eigenen Bedrängnisse in der "CDU-Familie " Kohl zur inneren Befreiung geschrieben hat. Diesem Umstand zolle ich hohen Respekt, da er sich damit mit einem immer noch sehr einflußreichen Mann anlegt, der sehr nachtragend ist.
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