08.11.2011, 13:30 Uhr
Beate Zschäpe alias Susann Dienelt alias Mandy Struck - so hat sich die 36 Jahre alte Frau schon genannt, nach der die Polizei nun fieberhaft und bundesweit sucht. Sie ist, so hoffen die Ermittler, der Schlüssel, um einen Fall zu lösen, der immer verworrener wird. Es geht um den den Polizistenmord von Heilbronn (Baden-Württemberg) vor viereinhalb Jahren, den Banküberfall von Eisenach (Thüringen) am vergangenen Freitag, zwei tot aufgefundene Bankräuber und ein explodiertes Haus in Zwickau (Sachsen). Dort wohnten nicht nur die beiden Räuber, sondern wohl auch die Frau, die sich Susann nannte und jetzt per Haftbefehl gesucht wird.
Nach dem Banküberfall in Eisenach Ende letzter Woche hatten Ermittler auf der Suche nach dem Fluchtfahrzeug ein brennendes Wohnmobil bei Eisenach gefunden. Darin lagen die beiden Bankräuber (34 und 38 Jahre alt) - tot. Sie haben sich, so die Polizei, "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" selbst erschossen und zudem das Wohnmobil angezündet.
In dem ausgebrannten Camping-Gefährt fanden die Beamten nicht nur Hinweise auf den Überfall in Eisenach und die Beute eines weiteren Bankraubs in Arnstadt (Thüringen). Sie entdeckten auch haufenweise Waffen - darunter die Dienstpistolen der Polizistin aus Thüringen und deren Kollegen, die 2007 auf einem Parkplatz bei Heilbronn erschossen beziehungsweise schwer verletzt worden waren.
Wenige Stunden nach dem Banküberfall in Eisenach war im 180 Kilometer weiter östlich gelegenen Zwickau ein Haus explodiert. Bald fand die Polizei heraus, dass dort die beiden toten Bankräuber gewohnt hatten - und die mysteriöse Frau, die das Haus kurz vor der Explosion verlassen haben soll.
Von ihr weiß die Polizei nicht viel - oder gibt ihr Wissen nicht preis. Sie ist 36 Jahre alt und hat unter dem Namen Susann Dienelt in dem Zwickauer Haus gelebt. Gleichzeitig verwendete sie noch die Namen Beate Zschäpe und Mandy Struck.
Zudem wurde, kurz bevor das Wohnmobil bei Eisenach ausbrannte, nach Informationen der "Sächsischen Zeitung" eine Frau gesehen, die sich von dort entfernte. Ist es dieselbe Frau? Hat sie das Fluchtauto nach dem Banküberfall gefahren? Und dann womöglich die beiden Männer getötet? Nein, die Polizei bleibt dabei: Es war Selbstmord.
Sie sehen aus wie Kriminaltechniker, kommen aber erst danach: die Tatortreiniger. Sie beseitigen das Unzumutbare. mehr
Damit nicht genug: Zu weiteren Spekulationen trägt eine Äußerung aus der Linken-Fraktion im Thüringer Landtag bei. Danach sollen die beiden toten Bankräuber und die gesuchte Frau mit der Jenaer Neonazi-Szene in Verbindung gestanden haben. Die Polizei habe 1998 in Jena eine Bombenwerkstatt ausgehoben, dabei seien die drei geflüchtet und spurlos verschwunden, erklärte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martina Renner. Das Landeskriminalamt soll die Männer Medienberichten zufolge fünf Monate lang observiert, das Verfahren aber 2003 wegen Verjährung eingestellt haben.
Ein Sprecher des Thüringer Innenministeriums wollte sich dazu nicht weiter äußern. Die Aussage der Zwickauer Polizei, bundesweit werde nun nach einer mutmaßlichen Bombenbauerin aus Jena gesucht, wies die dortige Staatsanwalt umgehend zurück: "Das sind Spekulationen, die die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Zwickau nicht hergeben", erklärte eine Sprecherin.
Das Informationswirrwarr macht die Arbeit der Ermittler bestimmt nicht leichter. Längst sind jedenfalls Beamte der Sonderkommission "Parkplatz", die im Schwabenland den Polizistenmords aufzuklären versucht, zu ihren thüringischen Kollegen von der Soko "Capron" gereist, die zu den Banküberfällen von Eisenach und Arnstadt ermitteln. Für beide Sokos geht es jetzt im Kern um die Frage: Was hat die tote Polizistin mit den beiden Bankräubern und der nun gesuchten Frau zu tun?
Auslöser des filmreifen Krimis: Am 25. April 2007 war die damals 22 Jahre alte Polizeibeamtin Michele K. auf einem Parkplatz an der Heilbronner Theresienwiese mit einem Schuss in den Kopf getötet worden. Ihr 25-jähriger Kollege wurde durch Schüsse lebensgefährlich verletzt und kann sich bis heute an nichts erinnern.
Augenzeugen der Tat wurden nie ermittelt, obwohl das Festgelände Theresienwiese als belebt gilt. Lediglich der Tatzeitpunkt gegen 14 Uhr gilt als sicher, da Zeugen Schüsse gehört hatten. In den ersten zwei Jahren nach der Tat hatten die Ermittler ihre Hoffnung vor allem auf die am Dienstfahrzeug der Polizisten festgestellten DNA-Spuren gesetzt und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit eine "unbekannte weibliche Person" gejagt.
Die vermeintliche Schwerstkriminelle und Serientäterin, deren DNA an insgesamt rund 40 Tatorten der unterschiedlichsten Verbrechen im In- und Ausland sichergestellt worden war, entpuppte sich letztlich als unbescholtene Verpackerin. Ihr genetischer Code befand sich auf den Wattestäbchen, die die Polizei jahrelang bei der Spurensuche eingesetzt hatte.
Nichts als eine Routine ist wohl der Umstand, dass die Polizei auch einen Zusammenhang mit dem Mord an einem Polizeibeamten Ende Oktober in Augsburg prüft. "Das ist eine Spur von vielen, die derzeit geprüft und bewertet wird", bestätigte ein Polizeisprecher einen Online-Bericht der "Augsburger Allgemeinen". Bislang seien zwischen den beiden Fällen jedoch keine "Schnittstellen" erkennbar. Man stehe mit den Kollegen in Thüringen in Kontakt. "Für Details ist es aber noch zu früh", sagte der Sprecher.
Am 28. Oktober war in Augsburg ein 41 Jahre alter nach einer Routinekontrolle und anschließenden Verfolgungsjagd erschossen worden. Eine Kollegin wurde durch einen Streifschuss verletzt. Seitdem fahndet die Polizei fieberhaft, bislang aber erfolglos nach den Tätern.
Die Belohnung, die für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgesetzt ist, wurde am Montag auf 55.000 Euro erhöht. Seit Dienstag sucht die Polizei auch mit einem Fahndungsplakat nach Hinweisen. Darauf ist neben einem Motorrad und einer schwarzen Tasche ein Motorradhelm zu sehen.
Quelle: dpa , dapd , AFP , je
Pink Panther schrieb:
am 8. November 2011 um 16:58:30
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Also ich
will hier nur mal verkünden, dass die gute Frau Z. sich bereits gestellt hat. Und das es sich um Nazibombenleger handelt welche aus
den neuen Bundesländern kommen. Warum die Polizistin in heilbronn dran glauben musste ist noch unklar aber auch sie kommt aus dem Osten. Ist doch komisch gell?
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eichan53 schrieb:
am 8. November 2011 um 15:10:25
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Polizistenmord
Liebe Kritiker, die Polizei tut überall ihr Bestes. Ob Straftäter auf freiem Fuß bleiben, liegt allein an den
Staatsanwaltschaften und Gerichten. Da hilft die beste Polizeiarbeit nichts.
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R.K. schrieb:
am 8. November 2011 um 15:06:00
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Polizistenmord Heilbronn
Die Frau wird wohl undercover gearbeitet haben. Deshalb veröffentlicht man so wenig.
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