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Heilbronner Polizistenmord: Ist die Phantommörderin ein Hirngespinst?

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Ist das "Heilbronner Phantom" ein Hirngespinst?

27.03.2009, 16:56 Uhr

Speicheltest im Labor: Ist die "Phantommörderin" in Wirklichkeit eine Laborkraft? (Foto: imago) Speicheltest im Labor: Ist die "Phantommörderin" in Wirklichkeit eine Laborkraft? (Foto: imago)

An mindestens 40 verschiedenen Tatorten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und in Österreich wurden in den vergangenen Jahren die DNA-Spuren von ein und derselben weiblichen Person gefunden. Vermutet wurde eine Serientäterin, die auch an einem Polizistenmord in Heilbronn beteiligt gewesen sein sollte. Doch möglicherweise ist die Phantommörderin ein Hirngespinst: Nach einem Bericht der Internetausgabe des "Stern" waren höchstwahrscheinlich die Wattestäbchen, die die Fahnder zur Sicherung von DNA-Spuren verwendeten, schon vorher mit DNA-Material kontaminiert.

Möglicherweise stammt die DNA von einer unachtsamen Mitarbeiterin eines Herstellers der Stäbchen. Das baden-württembergische Landeskriminalamt geht diesem Verdacht nun nach.

Suche nach dem Phantom Die Frau ohne Gesicht
ChronologieHier hinterließ das Phantom seine Spuren
Foto-SeriePolizistenmord in Heilbronn

Angestellte gaben DNA-Proben ab

Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, geht das LKA seit April 2008 intensiv der Möglichkeit einer Fremdverunreinigung nach. Im Kriminaltechnischen Institut des LKA in Stuttgart seien in diesem Zeitraum zunächst mehrere hundert unbenutzte Wattestäbchen eines norddeutschen Unternehmens für Medizinbedarf untersucht worden. "Diese Untersuchungen verliefen ohne Ergebnis und ergaben keinen Hinweis auf Fremdkontaminationen", heißt es in der Mitteilung weiter. Laut "stern.de" sollen nun auch Packerinnen der Firma Speichelproben abgegeben haben, um ihr DNA-Profil mit dem des Phantoms abgleichen zu können. Das LKA bestätigte dies nicht.


Interne Untersuchung eingeleitet

Das "Heilbronner Phantom" wurde verdächtigt, mehrere Menschen getötet haben. Körperzellen der Frau wurden an unterschiedlichsten Stellen gefunden, zuletzt nach einem Einbruch in einer Saarbrücker Schule. Nach Informationen des "Stern" sollen Ermittler danach eine interne Untersuchung eingeleitet haben, ob möglicherweise doch Utensilien zur Spurensicherung schon vorher verunreinigt waren. Diese "minimale Möglichkeit" habe schon Ende vergangenen Jahres der Münsteraner Rechtsmediziner Bernd Brinkmann nicht ausschließen wollen.

Verbrechen passen nicht zusammen

Schon seit Februar vergangenen Jahres hegen die Ermittler Zweifel an der "Phantom-Frau"-Theorie. Anlass seien "verschiedene DNA-Treffer der 'Unbekannten weiblichen Person' (UwP) im Zusammenhang mit Sachverhalten, die aus kriminalistischer Sicht nicht mehr plausibel waren", teilt das LKA mit. Die Spur des Phantoms geht bis in das Jahr 1993 zurück.

DNA-Spuren tauchten auf Papieren auf - und verschwanden

Die Zweifel kamen bei der Abklärung der Identität einer verbrannten Leiche auf. Es stellte sich heraus, dass es ein bereits im Jahr 2002 verschwundener Asylbewerber ist. Von ihm lagen Fingerabdrücke bei der Polizei vor. Auf einem der untersuchten Papiere dieser erkennungsdienstlichen Behandlung in Völklingen fand sich überraschend die DNA-Spur des Phantoms, "was eigentlich nicht sein konnte", wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ernst Meiners, mitteilte. Bei einer nochmaligen Untersuchung fand sich die DNA nicht mehr. Dies steht seit Donnerstag vergangener Woche fest.

Kein Festgenommener kannte das Phantom

Bei den anderen Tatorten konnte nicht ermittelt werden, wann die Spur dorthin gekommen war. Alle mutmaßlichen Mittäter hatten bei Vernehmungen erklärt, die Gesuchte nicht zu kennen.


DNA kann Sterilisation überleben

Die Wattestäbchen zur Sicherung von DNA-Spuren wurden dem Bericht zufolge zwar ordnungsgemäß sterilisiert, aber menschliche Körperzellen - etwa aus Hautresten, Schweiß und anderen Sekreten - überleben nach Auskunft von Experten eine solche Maßnahme. Allerdings bleibt rätselhaft, ob die DNA-Spur von einer einzigen Frau an so vielen und weit auseinanderliegenden Tatorten über so viele Jahre stammen kann.

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Quelle: dapd , dpa

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