03.09.2007, 10:09 Uhr
Der Bundesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, fordert in der "Bild"-Zeitung eine deutliche Anhebung der Hartz IV-Regelsätze. Bei der Neugestaltung der staatlichen Leistungen solle die Regierung diesem Thema die Priorität einräumen, sagte Bsirske: "Erstens muss der Regelsatz auf mindestens 420 Euro steigen. Zweitens muss Schluss sein mit der rechtswidrigen Ausbeutung von Arbeitslosen als Zwangspraktikanten." Durch Vermittlung monatelanger Null-Euro-Beschäftigungen plündere die Bundesagentur für Arbeit öffentliche Kassen, damit Privatfirmen von Gratis-Mitarbeitern profitierten.
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Bessere Bezahlung für Leiharbeiter gefordert
Bsirske erneuerte seine Forderung, den Niedriglohn-Sektor neu zu gestalten und kritisierte: "Wer wie die Union die Einführung eines Mindestlohns abblockt, lässt Beschäftigte mit wirtschaftlichen Nöten im Regen stehen. Wir wollen ein Minimum von 7,50 Euro pro Stunde festschreiben und die gleiche Bezahlung für Leiharbeiter und Stammarbeiter der gleichen Belegschaft."
"Altersbezüge faktisch gekürzt"
Der Verdi-Chef monierte außerdem, dass die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Bundesregierung in die falsche Richtung gehe: "Union und SPD haben das Thema der sozialen Gerechtigkeit vernachlässigt und eher Akzente gegen Arbeitnehmer-Interessen gesetzt. Beispielsweise wurden Unternehmen steuerlich entlastet, aber Gesundheitsrisiken zum Teil privatisiert und staatliche Altersbezüge durch die Rente mit 67 faktisch gekürzt."
Quelle: dpa , AFP
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