26.01.2012, 14:39 Uhr
Ein Abschiedsgruß der Klasse 5b an ihre verstorbene Klassenkameradin Chantal, die nur elf Jahre alt wurde (Quelle: dapd)
Nach der tödlichen Methadon-Vergiftung der elfjährigen Chantal in Hamburg-Wilhelmsburg haben die Ermittler in der Wohnung der Pflegeeltern offenbar Ersatzdrogen gefunden. Das berichtete "Welt-Online". Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers wollte sich dazu aber zunächst nicht äußern.
Beide Pflegeeltern werden dem Bericht zufolge als Drogenabhängige mit Ersatzstoffen wie Methadon substituiert. Das Mädchen, das seit 2008 in der Pflegefamilie lebte, war am 16. Januar gestorben.
Der Leiter des zuständigen Bezirksamts Mitte, Markus Schreiber (SPD), räumte Fehler ein. Die Auswahl der Pflegeeltern sei falsch gewesen, sagte Schreiber dem Radiosender NDR 90,3. Das Jugendamt Wilhelmsburg habe offenbar völlig ungeeignete Pflegeeltern für das Mädchen ausgesucht. Schreiber kündigte eine lückenlose Aufklärung an.
Bereits am Mittwoch hatte das Jugendamt alle Kinder aus der Familie genommen - zwei leibliche Kinder des Paares und ein weiteres Pflegekind. "Sie wurden in Obhut genommen, um sie zu schützen - dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen oder Vorverurteilung", sagte ein Sprecher des Bezirksamts. Der Fall solle nun bis Anfang nächster Woche intern aufgearbeitet werden.
Die Ermittler hatten in der Wohnung der Pflegeeltern, am Arbeitsplatz des Pflegevaters und in der Wohnung einer Verwandten nach Beweismitteln gesucht, berichtete Möllers. Die Eltern und die Verwandte mussten zudem Blut- und Urinproben abgeben.
Das Kind lebte seit 2008 bei der Pflegefamilie. Zu ihrem 41 Jahre alten leiblichen Vater, der ebenfalls im Stadtteil Wilhelmsburg wohnt, hatte Chantal den Angaben zufolge regelmäßig Kontakt. Die Mutter des Mädchens, eine Alkoholikerin, war im Mai 2010 gestorben. Der leibliche Vater nimmt zwar laut Staatsanwaltschaft Ersatzdrogen, aber kein Methadon.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen vier Beschuldigte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, sagte Oberstaatsanwalt Möllers - gegen die Pflegeeltern, die älteste Tochter der Pflegemutter und Chantals leiblichen Vater.
Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis war die Elfjährige gesund und altersgemäß entwickelt. Es gab auch keine Anzeichen für Misshandlung oder Vernachlässigung, so der Oberstaatsanwalt.
Der Methadon-Tod des Kindes wird kommende Woche auch Thema in der Hamburger Bürgerschaft. Die SPD-Fraktion kündigte an, am 31. Januar werde sich der Familienausschuss mit der Angelegenheit befassen. "Der Fall muss rückhaltlos aufgeklärt werden - auch parlamentarisch", erklärte die SPD-Familienexpertin Melanie Leonhard.
Methadon ist ein synthetisch hergestelltes Betäubungsmittel, welches stark schmerzstillend wirkt. Es wird im Rahmen von Suchthilfe-Programmen als Ersatz für Heroin ausgegeben. Eine Überdosis des Mittels kann zum Tod durch Herz und Kreislaufversagen oder durch Atemlähmung führen.
Quelle: dpa , dapd
paloma19 schrieb:
am 26. Januar 2012 um 19:39:08
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(2)
Politiker und Parteien
Und dann gibt es Politiker und zumindest eine Partei, die kämpfen für die offizielle Freigabe von Drogen. In
Deutschlands Politik gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt. Vor allem kein Gewissen.
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MIM schrieb:
am 26. Januar 2012 um 18:55:22
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(0)
Metadontod
Wie kann eine Familie die Drogenabhängig ist ein Pflegekind( oder wie hier gleich zwei) zugesprochen bekommen. nicht die
Pflegeeltern sondern den Sachbearbeiter beim Jugendamt in den Knast stecken. Wer so farlässig mit dem leben von Kindern umgeht gehört nach der entlassung aus dem Knast als Putze ins Klo.
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jetzt ein Stern schrieb:
am 26. Januar 2012 um 18:22:39
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Chantal
Traurig.
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