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Haiti nach der Wahl: Gewalt droht zu eskalieren

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Haiti nach der Wahl: Gewalt droht zu eskalieren

09.12.2010, 19:13 Uhr

Haiti nach der Präsidentschaftswahl: Gewalt beherrscht das Bild auf den Straßen (Foto: AP)

Gewalt beherrscht das Bild auf den Straßen Haitis (Foto: AP) (Quelle: AP)

In Haiti herrscht nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen ein Klima der Gewalt und Unsicherheit. Mindestens vier Menschen starben bei Ausschreitungen nach Verkündung der Ergebnisse des ersten Wahlgangs. Wegen der Proteste sperrten die Behörden sämtliche Flughäfen des Landes. Der unterlegene Kandidat Michel Martelly bezeichnete die Wahlergebnisse am Mittwoch als "fehlerhaft". Als Reaktion auf die heftigen Proteste kündigte der haitianische Wahlrat eine Neuauszählung der Stimmen an.

In Cayes im Süden des Karibikstaates seien zuvor drei junge Demonstranten durch Schüsse getötet und etwa 90 Prozent der Verwaltungsgebäude der Stadt in Brand gesteckt worden, sagte der ehemalige Senator Gabriel Fortuné. Außerdem hätten junge Leute eine Bank und mehrere Privathäuser angegriffen.

Nachrichten
Haiti kämpft mit Gewalt und Cholera

Bei den Ausschreitungen sind bereits mindestens vier Menschen gestorben. Demonstranten werfen der Regierung Wahlbetrug vor. zum Video

Tote und Verletzte bei Unruhen

Auch in Cap-Haïtien, rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince, wurde bei Auseinandersetzungen von Anhängern der Präsidentschaftskandidaten Jude Célestin und Martelly ein junger Demonstrant durch Kugeln getötet, wie örtliche Medien berichteten. Zwei weitere Menschen erlitten Schussverletzungen. In Mirebalais im Zentrum des Landes seien drei Menschen ebenfalls durch Kugeln verletzt worden.

Wegen der gewaltsamen Proteste kommt es auch zu Behinderungen im Flugverkehr. Die US-Fluggesellschaft American Airlines hat ihre Flüge von und nach Haiti für Mittwoch und Donnerstag abgesagt. Ihre Mitarbeiter und das Flughafenpersonal hätten wegen der von Demonstranten errichteten Barrikaden nicht zur Arbeit gelangen können, sagte eine Unternehmenssprecherin in Miami.

Stichwahl im Januar nächsten Jahres

Am Dienstagabend hatte der Wahlrat des Landes verkündet, dass der Kandidat der Regierungspartei Inité, Célestin, gegen die frühere Präsidentengattin Mirlande Manigat in einer Stichwahl am 16. Januar antreten werde. Der beliebte Sänger Martelly landete demnach mit nur knapp 7000 Stimmen Rückstand hinter Célestin.

Martelly sagte im Radio, der Wahlrat habe das Land mit seinen fehlerhaften Ergebnissen in eine Krise gestürzt. "Auch die internationale Gemeinschaft und nationale sowie internationale Beobachter erkennen an, dass diese Ergebnisse nicht richtig sind", sagte Martelly. "Ich verstehe eure Wut. Gewaltlose Proteste sind ein Bürgerrecht", sagte der Sänger in einer im Sender Signal FM übertragenen Ansprache an das Volk. "Doch ich bitte darum, dass Ihr euch bei euren Provokationen in Acht nehmt." Zugleich sicherte er seinen Anhängern Unterstützung zu. Er werde "bis zum totalen Sieg" kämpfen, sagte er.

Neuauszählung angekündigt

Inzwischen hat der haitianische Wahlrat eine Neuzählung der bei der Präsidentenwahl abgegebenen Stimmen angekündigt. Die Wahlscheine würden in Gegenwart haitianischer und internationaler Beobachter neu gezählt, teilte der Präsident des Wahlrats, Gaillot Dorsainvil mit. Die drei Kandidaten, die nach der ersten Auszählung führten, hätten die Möglichkeit, die Neuzählung zu beobachten.



Quelle: AFP

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Kommentare (10)

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Thema: "Haiti nach der Wahl: Gewalt droht zu eskalieren"

k93 schrieb: am 9. Dezember 2010 um 16:39:16
(0) (0) Haiti
wanderer und nospender haben recht. Haiti ist das Schwarzafrika der westlichen Welt. Wie und ob die Wahlergebnisse gefälscht wurden
kann ich nicht beurteilen. Doch in Schwarzafrika ist es genauso. Kaum sind die Wahlen vorbei, wird auf die Strasse gegangen und von Wahlbetrug gesprochen. In Haiti werden Un-Truppen und andere Hillfsorganisation beschuldigt Seuchen einzuschleppen usw. ERGO: Alle raus aus Haiti, lasst sie weiter in ihrem gewohnten Dreck und Sumpf leben.
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Ungläubiger schrieb: am 9. Dezember 2010 um 15:48:05
(0) (0) Helft doch!
Unerklärlich!?! Das ist doch für Cuba nur ein Katzensprung. Warum D I E nicht helfen... Früher waren die Genossen, ob
gewollt oder nicht, mit Militär, Medizinern und Lehrern in "halb" Afrika...
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international prisant schrieb: am 9. Dezember 2010 um 15:15:48
(0) (0) Haiti
Ja, natürlich könnte man an verschiedenen Punkten in das Gemeindewesen des Landes anpacken doch ohne finanzielle und soziale
Untersstützung sind die Haitianer hilflos der Regierung unterworfen die es nicht schafft Ruhe in das Land zu bringen und durch gefällschte Wahlen ist doch sicher vorherzusehen das es Aufstände geben wird zumal sich vor den Wahlen schon kleiner Gruppen von Protestanten in Haiti gesammelt hatten und für eine demokratische Republick zu stimmen die es in Haiti noch nicht gab
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