20.01.2011, 09:44 Uhr
Haiti: Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier ist wieder nach Haiti zurückgekehrt. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Der frühere haitianische Diktator Jean-Claude Duvalier ist nach fast 25 Jahren im Exil überraschend in seine Heimat zurückgekehrt. "Baby Doc" Duvalier landete am Sonntagnachmittag in Begleitung seiner Frau Véroniquean Bord einer Air-France-Maschine in Port-au-Prince und wurde am Flughafen von Anhängern begrüßt. Angeblich will er den Menschen in seiner Heimat nach eigenen Aussagen helfen.
Später zeigte sich Duvalier auf einem Balkon des Hotels Karibe und winkte Anhängern und Journalisten zu. Er sagte lediglich "morgen, morgen" - offensichtlich ein Hinweis auf eine Pressekonferenz. Ein Mitarbeiter sagte später, Duvalier sei froh, wieder zu Hause zu sein. Er sei nach dem langen Flug müde und werde am Montag eine Pressekonferenz geben.
Duvalier war 1986 bei einem Volksaufstand aus dem Land gejagt worden und lebte zuletzt in Paris. Berichte über spontane Proteste nach Duvaliers Rückkehr gab es bislang nicht. Die meisten Haitianer wussten in den ersten Stunden nicht, dass der frühere Diktator zurückgekehrt ist.
Viele Haitianer hatten bei Duvaliers Sturz vor Freude getanzt und gehofft, er werde niemals mehr zurückkehren. Eine Hand voll Anhänger hatte sich aber für seine Heimkehr eingesetzt und eine Stiftung gegründet, um das Image des einstigen Tyrannen aufzupolieren und seine Partei wiederzubeleben.
Ministerpräsident Jean-Max Bellerive erklärte, falls Duvalier in irgendwelche politische Aktivitäten verwickelt sei, wisse er nichts davon. "Er ist ein Haitianer und es steht ihm als solchem frei, nach Hause zurückzukehren", sagte er. Im Herbst 2007 hatte Präsident Rene Preval erklärt, Duvalier könnte nach Haiti einreisen, müsste sich dann aber vor der Justiz für den Tod von Tausenden Menschen und der Veruntreuung von Millionen Dollar verantworten.
Eine Menschenrechtsorganisation des Landes forderte einen Prozess gegen den 59-Jährigen. "Duvalier muss sich darauf einstellen, vor Gericht zu zahlreichen Verbrechen Stellung zu nehmen, die er während seiner Herrschaft begangen hat", sagte Pierre Espérance, Vertreter des Nationalen Netzwerks zur Verteidigung der Menschenrechte (RNDDH). Der heute 59-Jährige sei für Massaker und Folter verantwortlich. Dies seien Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die nicht verjährten.
Jean-Claude und sein Vater, Francois "Papa Doc" Duvalier, hatten politische Gegner gefoltert und getötet. In der Zeit ihrer Regentschaft herrschte eine Atmosphäre von Furcht und Unterdrückung, ihr wichtigstes Machtmittel war die gefürchtete Geheimpolizei Tonton Macoute. "Baby Doc" und sein Klan sollen den bitterarmen Karibikstaat um viele Millionen Dollar betrogen haben. Er hatte von 1971 bis 1986 in Haiti geherrscht.
Schlagzeilen machte der dunkelhäutige Duvalier Jr. auch durch seine Heirat mit der reichen Mulattin Michèle Bennett 1980 und der für ein Land wie Haiti skandalös teuren Hochzeitsfeier. Die Ansiedlung ausländischer Niedriglohnbetriebe und der zeitweise florierende Tourismus trugen nichts dazu bei, das Elend der armen Massen zu lindern. 1983 las Papst Johannes Paul II. mit den Worten "Hier muss sich etwas ändern" Duvalier die Leviten. Bald darauf war es so weit: Nach wochenlangen Hungerrevolten wurde Duvalier am 6. Februar 1986 ins Exil nach Frankreich ausgeflogen.
Dort lebte der Ex-Diktator noch eine Weile in Saus und Braus, soll aber im Laufe der Jahre verarmt sein. Seine Schweizer Konten wurden gesperrt. Das schweizer Parlament hatte Mitte September die so genannte Lex Duvalier angenommen, die die Rückgabe der illegalen Gelder an das Land schnell ermöglichen soll. Duvaliers Frau verließ ihn, und seine Mutter Simone, die ihn ins Exil begleitet hatte, starb 1997. Duvalier lebte in Frankreich viele Jahre völlig zurückgezogen und gab nur selten irgendwelche Stellungnahmen ab.
Duvaliers Rückkehr kommt zu einer Zeit, in der Haiti noch immer mit den Folgen des verheerenden Erdbebens vor fast genau einem Jahr zu kämpfen hat. Auch die politische Situation ist nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl vom 28. November unklar. Die Wahl hatte mit massiven Unregelmäßigkeiten stattgefunden. Drei Kandidaten streiten um den Einzug in die Stichwahl. Am Donnerstag hatte die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) ihre Empfehlungen für den Fortgang der Präsidentenwahlen in Haiti an Präsident René Préval übergeben. Über den Inhalt machten die Mitglieder der Expertendelegation keine Angaben.
Quelle: dapd , dpa , AFP
willy schrieb:
am 17. Januar 2011 um 18:43:20
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rückkehr
baby doc,haiti braucht dich
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Guenther schrieb:
am 17. Januar 2011 um 17:57:58
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Duvalier
Er möchte auch vom dem Großen Kuchen etwas abhaben der da gerade verteilt
wird,und den wir Bezahlen.
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marlise schrieb:
am 17. Januar 2011 um 17:48:04
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duvalier
wie heißt es bei Wilheim Busch:"Was, lebt der noch, oh Schwerenot, ich dachte längst, er wäre tot."Bei seiner Rückkehr sollten
die Haitianer ihn sofort davonjagen,am besten das Land gar nicht betreten lassen.Eine Frechheit ist es,daß er sich überhaupt getraut, zurückzukehren,nachdem er unsägliches Leid über das Volk gebracht hat.Diese Typen haben gar kein Unrechtsbewußtsein,sowenig wie die Franzosen.Er gehört längst vor den Internat.Gerichtshof in Den Haag. Sein Nachfolger war auch nicht besser.
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