05.05.2011, 18:45 Uhr
Die US-Spezialeinheit Navy Seals bei einer Übung in den USA (Foto: dapd)
Widersprüchliche Berichte von angeblichen Regierungsbeamten, nebulöse Stellungnahmen, tags darauf das Dementi: Was ist wirklich passiert, als ein Team von Navy Seals in die Residenz von Osama bin Laden eindrang und den Terrorführer tötete? Glaubt man den neuesten Informationen, ist Bin Laden nicht getroffen worden, während er sich eine Schießerei mit US-Soldaten lieferte - die Spezialeinheit hat ihn hingerichtet. Die Soldaten scheinen in der Überzahl gewesen zu sein und wurden nur zu Beginn der Einsatzes von einem einzigen Mann beschossen, den sie sofort töteten. Bin Laden selbst war wohl unbewaffnet, als ihm etliche Minuten später in den Kopf geschossen wurde.
Jay Carney ist derzeit nicht zu beneiden. Jeden Nachmittag muss der Sprecher von US-Präsident Barack Obama vor die Journalisten treten, die ihn mit Fragen zu den Todesumständen des Al-Kaida-Chefs löchern, auf die der blasse Mann keine genauen Antworten geben kann oder darf. Carney spricht dann vom "Nebel des Krieges" und verweist auf das Pentagon für weitere Informationen. Seit ein Team von mehr als 20 Navy Seals in der Nacht zum Montag den Unterschlupf des meistgesuchten Terroristen der Welt stürmte, änderte das Weiße Haus mehrfach die offizielle Version vom Ablauf der Kommandoaktion. Wichtige Details bleiben unklar. Das Video von der rund 40-minütigen Aktion wird nicht veröffentlicht, auch die Fotos des Getöteten bleiben unter Verschluss.
Die deutlichste Wendung vollzog die US-Regierung in der Frage, ob Bin Laden bewaffnet war, als ihn die Elite-Soldaten in seinem Versteck im pakistanischen Abbottabad erschossen. Obamas Anti-Terror-Berater John Brennan hatte den Eindruck erweckt, dass der Al-Kaida-Chef auf die Soldaten gefeuert und eine Frau als menschlichen Schutzschild missbraucht habe.
Einen Tag später stellte Carney richtig: "Er war nicht bewaffnet." Allerdings seien andere Männer bewaffnet gewesen und Bin Laden bei einem "unberechenbaren Schusswechsel" ums Leben gekommen. Gleichzeitig soll ihm aber gezielt in Brust und Auge geschossen worden sein. Nach einer weiteren Version hatte Bin Laden eine AK-47 und eine Makarov-Pistole in Reichweite. Wie viele Männer in dem mehrstöckigen Anwesen in Abbottabad tatsächlich Waffen hatten und wer wann wo auf wen geschossen hat - dazu gibt es keine verlässlichen Angaben. US-Medien bemühen immer neue anonyme Regierungsquellen, die sich gegenseitig widersprechen und damit für noch mehr Verwirrung sorgen.
Die US-Regierung hat entschieden, keine Bilder des Toten zu veröffentlichen. Der Terrorchef sei keie Trophäe. zum Video
Am Mittwochabend berichtete der Nachrichtensender MSNBC, dass nur einer der Kuriere Bin Ladens zu Beginn der Kommandoaktion im Gästehaus auf die Navy Seals geschossen habe. Die Soldaten hätten das Feuer erwidert und den Mann und seine Frau getötet. Danach gerieten die US-Soldaten nicht mehr unter Beschuss.
Als die Einheit das Anwesen durchkämmte, erschoss sie dieser Version zufolge im dunklen Treppenhaus einen weiteren Mann, der die Hand verdächtig hinter dem Rücken hielt - sich aber als der unbewaffnete Sohn Bin Ladens herausstellte. Die meiste Zeit verbrachten die Soldaten offenbar damit, Computer, Festplatten und Handys zu sichern.
Die Frage des Widerstandes ist entscheidend für die Darstellung des Weißen Hauses, dass Bin Laden im Gefecht getötet wurde. Die US-Regierung betonte mehrfach, dass die gezielte Tötung des Al-Kaida-Chefs nicht das vorrangige Ziel gewesen sei. CIA-Chef Leon Panetta merkte im TV-Sender PBS an, dass die Soldaten Bin Laden den Einsatzregeln zufolge hätten festnehmen müssen, hätte sich dieser mit erhobenen Händen ergeben. Von dem Terrorführer sei aber eine klare Gefahr ausgegangen, die Panetta vage als "bedrohliche Bewegungen" beschrieb. US-Medien berichteten, er habe nach einer Waffe gegriffen.
Eine weitere Ungereimtheit betrifft den angeblichen Tod einer Frau Bin Ladens. Die ursprüngliche Version, sie habe ihrem Mann als menschlicher Schutzschild gedient, nahm Carney später zurück: Die Frau sei mit einem Schuss ins Bein verletzt worden, als sie auf die US-Soldaten zugestürmt sei.
Unklar bleibt auch der Tod von Bin Ladens Sohn, der nicht in allen Versionen bestätigt wird. Carney etwa ließ diesen Aspekt bei einer Pressekonferenz am Dienstag demonstrativ aus. Auf Nachfragen verwies er auf das Verteidigungsministerium. Eine offene Frage ist zudem, ob es sich dabei um Hamsa oder Chalid handelt - ganz zu schweigen von Spekulationen darüber, was mit der Leiche passiert sein könnte.
Aus Regierungskreisen in Washington verlautete, die andauernden Befragungen der beteiligten Soldaten hätten das Weiße Haus gezwungen, die Angaben zu korrigieren. Die US-Regierung habe sich bemüht, die Menschen so gut wie möglich zu informieren.
Die Sicht der pakistanischen Regierung lässt keine neuen Schlüsse darauf zu, was in dem Anwesen passiert ist, schildert aber den Anmarsch der amerikanischen Spezialeinheit. Die Behörden bemerkten die US-Hubschrauber zunächst offenbar nicht. Erst als einer der Helikopter bei dem Anwesen in Abbottabad abstürzte, sei Verdacht aufgekommen, sagte der Staatssekretär im pakistanischen Außenministerium, Salman Bashir.
Die US-Hubschrauber waren Bashir zufolge in niedriger Höhe geflogen, um dem pakistanischen Radar zu entgehen. Als einer der Helikopter abstürzte, habe man nach fünf bis zehn Minuten gewusst, dass es sich um einen ausländischen Hubschrauber handelte - insbesondere weil pakistanische Hubschrauber nur tagsüber fliegen.
Die pakistanische Luftwaffe sei dann mit zwei Maschinen zum Haus Bin Ladens geflogen und 15 Minuten später dort eingetroffen, sagte Bashir. Zu diesem Zeitpunkt habe das US-Einsatzkommando den Ort bereits verlassen gehabt. Die pakistanische Soldaten hätten im Haus die Familie Bin Ladens vorgefunden, die angegeben habe, dass er erschossen und seine Leiche fortgebracht worden sei. Ein Geheimdienstbeamter hatte zuvor erklärt, eine zwölfjährige Tochter Bin Ladens habe den Behörden als erste vom Tod ihres Vaters berichtet.
Quelle: t-online.de , AFP
hadi schrieb:
am 5. Mai 2011 um 17:49:11
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(0)
hingerichtet ?
Ja oder nein, das wird keiner je erfahren oder können.
Bei so einer Aktion, so schlimm der Tod eines Menschen, wer auch immer
er
ist, kann von den beteiligten nur das schlimmste vermutet werden und es gild
für mich in diesem Fall nur für die Jungs das schadlos zu überstehen.
Leid hat O.b.L genügend angrichtet. Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen.
Alle die übertrieben Kritik üben - die Bilder ansehen vom 11.09. da kann man
das leid sehen.
Dieter
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Charly schrieb:
am 5. Mai 2011 um 17:48:38
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Exikution
Die USA haben in allen Punkten richtig gehandelt.
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quickly schrieb:
am 5. Mai 2011 um 17:47:59
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Bin Laden
mein Gott, haben die Medien nicht andere Probleme, ich glaube die bekommen für Ihre blöde Berichterstattung noch Geld? Wie viele
Menschen hat er umgebracht? Wahrscheinlich bekommen die noch den Frieden Nobelpreis für Ihre Hetzereien.
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