20.10.2011, 11:11 Uhr
Die Maske mit dem geschwungen Bart ist das Konterfei einer globalen Protestbewegung - und das Gesicht eines berühmten Terroristen. (Quelle: imago / archiv)
Er ist wohl Großbritanniens berühmtester Terrorist: Die Rede ist von Guy Fawkes, der vor über 400 Jahren das britische Parlamentsgebäude mit tonnenweise Sprengstoff in die Luft sprengen wollte. Sein Konterfei mit dem dünnen, geschwungenen Moustache auf Gesichtsmasken wird derzeit gerne von Demonstranten verwendet, die unerkannt bleiben wollen.
Gerade sind die Guy-Fawkes-Masken wieder bei den Kundgebungen gegen die entfesselte Finanzwelt in Metropolen wie London, Berlin oder New York zu sehen. Schon in den vergangen Monaten galt es als Konterfei der globalen Protestbewegung "Anonymous".
Wer sich die Geschichte über Guy Fawkes genauer durchliest, dem mag die Verherrlichung des religiösen Fundamentalisten allerdings weniger einleuchten. Der überzeugte Katholik diente dem britischen Empire viele Jahre als Soldat, bis er 1605 versuchte, das englische Parlament mitsamt dem protestantischen König James I., der politischen Elite und religiösen Würdenträgern in die Luft zu sprengen.
Fawkes Verschwörung wurde auch in der Comicverfilmung "V wie Vendetta" adaptiert, in dem ein maskierter Freiheitskämpfer die Londoner Houses of Parliament sprengt - was auch die Maskenwahl der Demonstranten erklären könnte.
Gerade noch rechtzeitig war damals der "Gunpowder Plot", die "Schwarzpulver-Verschwörung", aufgedeckt worden. 36 Pulverfässer hatten die Verschwörer in einem angemieteten Kellerraum unterhalb des monumentalen Parlamentsgebäudes in Westminster deponiert.
Sie wollten Rache dafür nehmen, dass ihre Glaubensbrüder und -schwestern seit der Reformation unter Heinrich VIII. unterdrückt wurden.
Unter Folter gestand Fawkes seine Attentatspläne und verriet wohl seine Mitverschwörer. Im Januar 1606 wurden die Delinquenten brutal hingerichtet - zuerst bis zur Bewusstlosigkeit gehängt, dann ausgeweidet und gevierteilt. Lediglich Fawkes kam seiner Strafe zuvor, als er vom Galgenpodest sprang und sich das Genick brach.
Das missglückte Attentat geriet bis heute nicht in Vergessenheit: Die größte "Nicht-Explosion der Geschichte", wie die "Times" einmal schrieb, feiern die Briten noch heute alljährlich am 5. November mit Feuerwerk und Fackelumzügen.
Wie man inzwischen weiß, hätte das Schießpulver ausgereicht, Gebäude im Umkreis von einem Kilometer einstürzen zu lassen. Für damalige Verhältnisse wären das Zerstörungen wie am 11. September 2001 in New York gewesen.
Quelle: bew , t-online.de , dpa
TheirBrains schrieb:
am 17. Oktober 2011 um 18:18:23
(33)
(6)
Terror ist für alle da ... oder ?!
Krieg ... ist der Terrorismus der Reichen und Terrorismus ... ist der Krieg der Armen ... !
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Tell59 schrieb:
am 17. Oktober 2011 um 18:18:09
(26)
(0)
Viel interessanter....
...als das was hier veröffentlicht wird, ist das, was im Filter der Veröffentlichung „hängen“ bleibt. Es ist
ein sehr genauer Indikator dessen, was gesagt werden darf – und was der „Herrschaft“ nicht paßt oder „gefährlich“ erscheint. Guy Fawkes dachte noch Schwarzpulver zu verwenden, heute haben wir das Internet mit nicht weniger Sprengkraft, allerdings anders gearteter: der Sprengkraft der Gedanken und des Wortes. Wo nur war dies schon mal angedacht, die Gedankenpolizei.....?
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mbeyu schrieb:
am 17. Oktober 2011 um 17:58:03
(26)
(1)
Guy Fawkes
Sie schreiben, die Maske wird derzeit gerne von Demonstranten verwendet, die unerkannt bleiben wollen. Der Mann auf Ihrem Bild
trägt sie auf dem Hinterkopf. Nun, wenigstens bleiben seine Haare relativ unerkannt.
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