05.02.2011, 12:27 Uhr | Schneidewind, Uwe
Investitionen in grüne Technologien können sich für viele Unternehmen auszahlen (Foto: Nosha)
Der Übergang in eine ressourcenleichte, klimafreundliche und nachhaltige Wirtschaftsweise ist eine notwendige Entwicklung, nicht nur aufgrund der international vereinbarten Klimaschutzverpflichtungen, der wachsenden Weltbevölkerung und des wachsenden Drucks auf die Umwelt (z. B. Biodiversität, Toxizität, Genveränderung ). Zunehmend werden Rohstoffknappheit und damit steigende Materialkosten zum Motor der Veränderung auch in Branchen, die bisher enorme Beharrungskräfte aufweisen.
In erster Linie betrifft das die fossilen Ressourcen und Energieträger. Ihr Ersatz verspricht volkswirtschaftliche Unabhängigkeit und Umweltentlastung. Deshalb wird die Nachfrage nach neuen Technologien, Verfahren und Produkten weltweit, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern, steigen. Empfindliche Störungen in vielen Branchen verursachen aber auch seltene Metalle und Erden. Eine Schweizer Studie, an der das Wuppertal Institut mitwirkte, wies jüngst darauf hin, wie abhängig gerade auch Zukunftstechnologien von seltenen Metallen sind: Mobiltelefone, Flachbildschirme, Digitalkameras, Autos und Windkraftwerke wären ohne diese Rohstoffe heute kaum herstellbar.
Die Ressourcenverknappung wird, auch im Vergleich zu früheren Innovationszyklen, eine völlig neue Qualität und Quantität von Basisinnovationen eines natursparenden technischen Fortschritts auslösen (GreenTech) und rasch wachsende neue Märkte schaffen.
Es ist also weniger die Frage, ob GreenTech aus der Krise führt, sondern wer dies rechtzeitig erkennt und handelt. Und ob Strukturen vorhanden sind, die die notwendigen Innovationen fördern. In einer Umfrage in britischen Unternehmen gaben 75 Prozent an, sie hätten im letzten Jahr in die Erhöhung der Ressourceneffizienz investiert.
Der grüne Aufbruch ist eine erhebliche ökonomische Chance – sowohl für große Unternehmen als auch für die Kleinen und Mittelständler. Eine aktuelle Auswertung der Deutschen Materialeffizienzagentur ( DEMEA) zeigt: Mit der Erschließung der Einsparpotenziale für Ressourceneffizienz könnten die Unternehmen ihre Umsatzrendite um ca. 2,4 Prozent steigern.
Das Wuppertal Institut hat anhand von Ausbauszenarien für solarthermische Kraftwerke wie im Projekt DESERTEC das Wertschöpfungspotenzial für deutsche mittelständische Unternehmen untersucht sowie die entstehenden Arbeitsplätze abgeschätzt und ist dabei zu positiven Ergebnissen gekommen. Je ressourceneffizienter produziert und je mehr Spitzentechnologie hierfür für die nationalen und Weltmärkte entwickelt wird, desto höher ist die Rohstoffsicherheit sowie die Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsstandorts. Und damit auch der positive Beschäftigungseffekt.
Wer in diesem Zusammenhang politisches Handeln allein mit Subventionen verbindet, denkt zu kurz. (Im Gegensatz zu wenigen grünen Technologien wird eine Vielzahl brauner – sprich: fossiler – Technologien subventioniert.) Wesentliche Aufgabe der Legislative ist es, den gesetzlichen Rahmen zu schaffen (wie beispielsweise die Öko-Design-Richtlinie), Anreize zu setzen, Infrastrukturen anzupassen, für die notwendige Qualifizierung zu sorgen, entsprechende Forschung zu fördern, Informationen bereitzustellen und gegebenenfalls die Akteure zusammenzuführen. Denn diese sind nicht nur in den kleinen und großen produzierenden Unternehmen zu finden. Zu ihnen gehört beispielsweise auch die Finanz- und Versicherungswirtschaft, deren Investitions- und Förderverhalten in hohem Maße dazu beitragen kann, zukunftssicher zu wirtschaften.
Uwe Schneidewind, Professor für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit an der Bergischen Universität Wuppertal, ist seit März 2010 Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer der Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH. Er war von 2004 bis 2008 Präsident der Universität Oldenburg. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland).
Schneidewind, Uwe
Seemann schrieb:
am 5. Februar 2011 um 18:55:54
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Grün
Die Grünen sind Blender, nicht zu gebrauchen
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DeLui schrieb:
am 5. Februar 2011 um 18:04:33
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Grün macht reich
@ Sigma
Du hast ins Schwarze getroffen! Die Lobbystenpartei der Hersteller von "Ökoprodukten" ist die perfekteste aller
Kapitalvernichtungsmaschinen. Ihre Politik gegen den "kleinen Mann" wird noch mache Rentnerin mit kleinem Häuschen um ihre Alterssicherung, manchen Besitzer eines über Jahrzehnte ersparten Familienheims zum Sozialamt treiben. Das braucht von der Justiz getätschelte Hausbesetzer und Mietnomaden nicht zu jucken. Die "Großen zahlen die Mehrbelastungen eh aus der Portokasse.
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casanostra schrieb:
am 5. Februar 2011 um 18:00:00
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Ökoenergien
Ich habe selten soviel kurzsichtige Kommentare gelesen: Man sollte wissen, daß wir mit Kohle, Gas und Öl unseren Planeten zu
Lasten unserer Kinder und Kindeskinder plündern. Die Sonnenenergie ist jedoch unendlich, sie muß allerdings so verwandelt werden (Photovoltaik, Wasser, Wind, Biogas), daß sie verwendbar ist und das kostet natürlich Geld ebenso wie etwa Atomstrom, nur daß wir da erst einen geringen Teil bezahlen und den großen Rest die nächsten Generationen schuldern lassen, siehe Asse!
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