07.04.2011, 13:19 Uhr
Renate Künast will Berlin regieren (Foto: ddp)
Renate Künast würde die Zeit wohl gern vordrehen. Mit den grandiosen Wahlerfolgen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz läuft es gerade super für die Grünen, die diesen Schwung auch beim Berliner Urnengang am 18. September gebrauchen könnten. Dort will Künast, die am Samstag offiziell als Spitzenkandidatin nominiert werden soll, den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vom Thron stürzen.
Künast wird denn auch nicht müde zu betonen, dass sie sich von dem Siegestaumel in Süddeutschland viel Rückenwind verspricht. Zwar liegen die Grünen laut jüngster Umfrage mit 28 Prozent knapp vor der SPD, die es auf 26 Prozent bringt. Aber wie lange die Atomkatastrophe in Japan noch als Stimmenbringer dient, ist offen.
Künast persönlich kann ohnehin nicht von dem derzeitigen Grünen-Hype profitieren. Bei der Frage, wen die Berliner direkt zum Regierungschef wählen würden, führt Amtsinhaber Wowereit deutlich mit 55 Prozent. Die Herausforderin bringt es nur auf 30 Prozent. Ein Problem scheint zu sein, dass die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag bei vielen Berlinern als nicht besonders sympathisch gilt, zumal die inhaltlichen Differenzen zwischen Sozialdemokraten und Grünen eher marginal sind.
Die 55-Jährige weiß natürlich, dass das Rennen völlig offen ist. So tourt sie unablässig durch die Berliner Kieze, während die politische Konkurrenz noch Wahlkampf auf Sparflamme macht. Künast besucht Unternehmen, hält programmatische Reden zu den Grünen-Kernthemen Arbeit, Bildung, Klima, hört sich um in Schulen oder spielt auf einem Kinderbauernhof mit Wählern von morgen.
Dabei geht es der Wahlkämpferin offenbar nicht nur darum zu demonstrieren, dass sie sich kümmern will. Künast will auch zuhören und Wissenslücken schließen. Zwar ist sie seit über 30 Jahren in Berlin zu Hause, hat dort ihre politische Karriere begonnen und saß 14 Jahre im Landesparlament. Doch das ist lange her.
Im Jahr 2000 wechselte Künast auf die Bundesebene: als Parteichefin, Ministerin und schließlich Fraktionsvorsitzende im Bundestag. Da ist der Blick auf das Kiezgeschehen nicht mehr so scharf, selbst wenn sie regelmäßig auf dem Wochenmarkt in Tempelhof-Schöneberg einkauft.
So war die Rückkehr Künasts, die nach langem Zögern im November ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt hatte, in die Landespolitik holprig. Unstimmigkeiten schlichen sich ein, die auch eigene Mitstreiter verunsicherten. Sie schloss die Wiederverbeamtung von Lehrern nicht aus, äußerte sich vage zur Zukunft der Gymnasien oder des Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI). Auch Sachfehler in Aussagen häuften sich.
Aus den eigenen Reihen wurde Kritik laut, Künast verlasse sich zu sehr auf Berater aus der Bundespartei, die von Landes- und Kommunalpolitik wenig Ahnung hätten. Auch Beobachter rieben sich überrascht die Augen, weil sie die erfahrene Politikerin für professioneller gehalten hatten. Mancher Wähler quittierte sein zunehmendes Missfallen mit dem Entzug der Gunst: Nachdem die Grünen im Herbst 2010 in Umfragen mit sagenhaften 30 Prozent stärkste Partei waren, sanken die Werte nach und nach.
Allerdings sind es bis zur Wahl noch mehr als fünf Monate, in denen allerhand passieren kann. Im Moment können sich die Grünen erst einmal genüsslich zurücklehnen und zuschauen, wie sich die seit Anfang 2002 regierende rot-rote Koalition gegenseitig demontiert. SPD und Linke kündigen jeweils Vereinbarungen mit dem Koalitionspartner auf - erstere unter anderem den öffentlichen Beschäftigungssektor, letztere das Straßenausbaubeitragsgesetz. Eine neue Qualität haben öffentliche Attacken Wowereits gegen seinen Stellvertreter und Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke).
Wie auch immer die Wahl ausgeht, niemand zweifelt daran, dass die Grünen sich bravourös schlagen werden. Selbst wenn sie am Ende unterliegen sollten, ihr Ergebnis von 13,1 Prozent aus dem Wahljahr 2006 können sie wohl klar toppen. Künast will aber nur bleiben, wenn sie gewinnt und Regierungschefin wird. Sollte ein Bündnis mit der SPD unter dieser Prämisse scheitern, hätte sie noch die Option Grün-Schwarz. Ob sie sich nach der Schlappe ihrer Parteifreunde in Hamburg traut, dieses Experiment einzugehen, ist offen.
Immerhin kann sie nicht mehr den bundesweit ersten Chefsessel für die Grünen erobern: Diesen Triumph hat ihr Winfried Kretschmann weggeschnappt, der in Baden-Württemberg Ministerpräsident wird. Künast wird genau beobachten, wie er seinen Job macht. Besteht er die Feuertaufe, steigen ihre Chancen, patzt er hingegen, kann sie einpacken.
Quelle: dapd
Spaßpartei - Grün schrieb:
am 7. April 2011 um 18:08:29
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Flaschenpfand+ grüner Punkt
Die Grünen sind zu vorlaut und noch sehr grün hinter den Ohren. Jeder bekommt dann sein eigenes Windrad ,
der Berliner Fernsehturm
Rotorblätter von Frau Künast verordnet.
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erfahrener Gärtner 65 J. schrieb:
am 7. April 2011 um 18:03:22
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Warnung vor großen Früchten
Wenn man die jungen grünen Tomatenpflanzen zu sehr päppelt, dann
schießen sie nur hoch und dünn ins Kraut
und tragen kaum Früchte.
Also Vorsicht mit diese grünen Tomaten die viel versprechen und dann
uns bei der Ernte entäuschen.
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Knobel schrieb:
am 7. April 2011 um 18:01:24
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Künast als Regirende vonBerlin
O,wie wäre das schön wenn die erste Frau und dann noch von den Grünen in Berlin das Amt übernimmt und
Künast heißt.Ja,liebe Frauen von Berlin Sie wird euch auch die Gleichberechtigung in der Arbeitswelt bringen die schon lange überfällig ist. Meine Kinder und Verwante wählen auf jeden fall Grün .
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