21.11.2010, 12:11 Uhr
Grubenunglück in Neuseeland: Die Aufnahme zeigt deutlich die Folgen der Explosion in der Kohlemine im Süden Neuseelands (Foto: dpa)
29 Männer wurden am Freitag in einem Bergwerk in Neuseeland verschüttet. Bislang gab es noch kein Lebenszeichen von den Verschütteten. Für Retter ist es noch zu unsicher, in die Kohlemine zu gehen.
Was mit den 29 Kumpeln ist, die nach einer Explosion verschüttet wurden, weiß niemand zu sagen. Zwei Männer, die in der Nähe der anderen Bergleute gearbeitet hatten, konnten sich leicht verletzt retten. Das Unglück geschah in der abgelegenen Pike-River-Mine auf der Südinsel Neuseelands. Auslöser war vermutlich eine Gasexplosion.
Wie Polizei und Bergwerksbetreiber am Samstag mitteilten, konnten Rettungskräfte den Schacht noch nicht betreten, da nicht klar sei, ob sich noch gefährliche Gase darin befinden. Auch gab es noch keinen Kontakt zu den Männern. An der Oberfläche versammelten sich Angehörige der Bergarbeiter.
Der Bürgermeister des Ortes sagte Reportern, es könnte Tage dauern, bis es für die Retter sicher sei, in die Mine zu gehen. "Wir bleiben voller Hoffnung", sagte er. "Denken wir an Chile, alle Kumpel waren eingeschlossen, und alle kamen lebend heraus." Der neuseeländische Ministerpräsident John Key sagte laut Radio New Zealand, es könne sich eine sehr ernste Situation entwickeln.
Jedoch gab es auch Hoffnung. Alle Männer seien gut ausgerüstet und hätten Sauerstoffflaschen bei sich, sagte Unternehmenschef Peter Whittall. Die Bergleute seien bis zu zweieinhalb Kilometer vom Ausgang der Mine entfernt, jedoch möglicherweise nur etwa 120 Meter unter der Oberfläche. Die verschütteten Männer sind demnach zwischen 17 und 62 Jahren alt. Whittall sagte, es sei unwahrscheinlich, dass die Mine wegen der Explosion einstürzen würde.
Bergbau-Experten mutmaßten, es könne sich um eine Explosion von Methangas oder Kohlenstaub oder einer Kombination aus beidem handeln. Die Rettungskräfte befragten die beiden geretteten Bergleute, um den Hergang des Unglücks zu erfahren. Bei ihnen soll es sich um einen 50- und einen 24-Jährigen handeln.
Hoffnung ziehen die Neuseeländer aus den Ereignissen vor gut einem Monat in Chile. Dort waren Mitte Oktober nach 69 Tagen Warten und Bangen alle 33 Kumpel aus einer Mine gerettet worden. Sie waren in mehr als 600 Metern Tiefe gefangen gewesen. Nie zuvor hatten Bergleute so lange unter Tage ausharren müssen. Ihre Rettung machte weltweit Schlagzeilen als das "Wunder von San José".
Quelle: dpa
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