08.09.2010, 16:32 Uhr
Die seit Tagen immer wieder verschobene Bohrung eines Rettungsschachtes für die 33 in einer chilenischen Kupfer- und Goldmine eingeschlossenen Bergleute hat endlich begonnen. Wie ein Regierungsvertreter mitteilte, begann ein Spezialbohrer aus Australien um 4.25 Uhr (MESZ), sich durch das Gestein einen Weg zu den seit fast vier Wochen festsitzenden Kumpel zu bohren.
Die Bohrungen finden in einem Teil der Mine statt, zu dem die Medien und die Angehörigen der Kumpel keinen Zugang haben.
Der Spezialbohrer Strata 950 werde zunächst ein 15 Meter tiefes Loch bohren. Dann solle ein neuer, nur kurz zuvor aus Deutschland eingetroffener Bohrkopf installiert und die Arbeit fortgesetzt werden.
Der Bohrer werde sich täglich etwa acht bis 15 Meter in die Tiefe vorarbeiten, sagte Bergbauminister Laurence Golborne. Der Bohrkopf und ein ebenfalls aus Deutschland gelieferter zusätzlicher Antriebsmotor für den Strata 950 sollen den Bohrvorgang beschleunigen. Die eingeschlossenen Bergleute sitzen in 700 Metern Tiefe fest.
Dennoch könnte es drei bis vier Monate dauern, bis der Rettungsschacht fertig und die seit dem 5. August Eingeschlossenen an die Oberfläche geholt werden können. Während der Zeit müssen die eingeschlossenen Bergleute in Schichten rund um die Uhr die herunterfallenden Gesteinsbrocken aus dem Weg räumen. Dabei leben sie mit der ständigen Angst, die Bohrungen könnten weitere Einstürze verursachen. Angehörige, die zum Teil seit Wochen im harschen Wüstenklima bei der Mine campieren, reagierten mit Erleichterung auf die Nachricht vom Beginn der Bohrung.
Den Verschütteten, die über eine enge Röhre mit dem Nötigsten versorgt werden, geht es den Umständen entsprechend gut. Sie zogen inzwischen in einen trockeneren Teil des Bergwerkes um. Sorgen bereitet den Rettern vor allem die extrem lange Zeit, die die Männer unter Tage werden aushalten müssen.
Unterdessen gab es nach Kritik an der mangelnden staatlichen Überwachung der Sicherheitsvorschriften in Bergwerken erste personellen Konsequenzen. Der für die Region Atacama zuständige regionale Vertreter des Gesundheitsministeriums, Raúl Martínez, erklärte seinen Rücktritt. Er hatte erst am 28. Juli die Wiedereröffnung der Unglücksmine San José in der Atacama-Wüste genehmigt, nachdem sie wegen eines schweren Arbeitsunfalls geschlossen worden war. Dabei hatte ein Arbeiter im Juli durch Steinschlag ein Bein verloren.
Schon 2007 war die Kupfer- und Goldmine im Norden des Landes wegen mehrerer Arbeitsunfälle und genereller Sicherheitsmängel geschlossen worden. Ein Jahr später hatte die Aufsichtsbehörde Sernageomin den Betrieb jedoch wieder zugelassen. Dabei habe man sich auf den "guten Willen" der Eigentümer verlassen, räumte der frühere Vizedirektor der Behörde, Exequiel Yanes.
Die Aufsichtsbehörde ist in Chile sehr klein. Nur 18 Fachkräfte sollen die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften in der gesamten Bergbaubranche überprüfen. Die aber ist sehr einflussreich, weil sie mehr als die Hälfte der Devisen des Landes erwirtschaftet. Die Regierung kündigte an, nach dem Unglück in San José eine neue Aufsichtsbehörde zu schaffen.
Unterdessen lehnte die Regierung die Forderung der Gewerkschaften ab, die Gehaltszahlungen für alle bisherigen Arbeiter der Mine bis zur Rettung der Eingeschlossenen zu übernehmen. Die Arbeiter befürchten, dass das Minen-Unternehmen San Esteban die Löhne ab September nicht mehr zahlen werde. Golborne sagte lediglich zu, die Regierung werde bei der Vermittlung der Arbeiter an andere Unternehmen helfen.
Quelle: AFP , dpa
Mike schrieb:
am 31. August 2010 um 11:41:34
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Chile
Wer sich mit Tiefenbohrungen auskennt ist meines erachtens die BP. Es währe mit Sicherheit für ihr Image nicht schlecht, sich an den
Arbeiten die Kumpel schneller hoch zu holen, zu beteiligen. Bei dem Schaden, den sie der Natur angetan hat, würde ich es nur für richtig halten sich mal uneigennützig einzubringen.
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Stefan schrieb:
am 31. August 2010 um 11:32:12
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@r2d2
Wenn die Steinkohle alle ist ist sie alle. Noch schlimmer sieht das bei Braunkohlentagebauen aus, wo leider auch heute noch ganze Orte
weggebaggert, Menschen ihrer Heimat beraubt und Raubbau an der Natur betrieben wird. Es ist klar, dass jeder seinen Job erhalten sehen will. Aber ist derjenige dann auch bereit, die Subventionierung der Kohle in Form von z.B. höheren Strompreisen mitzufinanzieren?
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Peter schrieb:
am 31. August 2010 um 10:41:40
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Chile
Profit geht über alles, Sicherheit ist nicht wichtig.
Hier sind korrupte Politiker, Firmenbosse am Werk, die diese Zustände
kennen
und so belassen.
Es gibt genug Menschen in diesen Ländern (China,Rußland usw.)
die sofort hier weitermachen.
Die Entsorgung von radioaktivem Müll in Gorleben ist im Grunde genommen
nichts anderes. Es rosten Fässer in der Salzlake und viele viele Menschen
sind massiv bedroht.
Die Atomlobby reibt sich die Hände, sie zahlt nichts dafür.
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