08.09.2010, 16:31 Uhr
Die seit fast vier Wochen verschütteten chilenischen Bergleute erhalten nun auch Unterstützung von der NASA. Vier Fachleute der US-Weltraumbehörde wollen ihnen wertvolle Ratschläge geben. So sei es besonders wichtig, die Zuversicht der 33 Männer nach dem Grubenunglück aufrechtzuerhalten, sagte der NASA-Mediziner Michael Duncan auf einer Pressekonferenz in Santiago de Chile.
Am Mittwoch soll das Team an der eingestürzten Gold- und Kupfermine San José am Rand von Copiapo in der Atacama-Wüste eintreffen. Zu der Gruppe gehören zwei Mediziner, ein Psychologe und ein Ingenieur. Sie sollen den eingeschlossenen Kumpeln helfen, mit der isolierten Extremsituation unter Tage besser zu recht zu kommen. Einer der Mediziner ist zudem auf Atemkrankheiten spezialisiert. Der Ingenieur kann bei Fragen der Kommunikation und der Beleuchtung in der Mine Ratschläge geben.
Aus medizinischer Sicht ist es demnach vorrangig, die Kalorienaufnahme zu erhöhen und für einen regelmäßigen Schlafrhythmus zu sorgen. Auf Videos sei zu sehen, dass die Arbeiter stark an Gewicht verloren hätten. "Diese Bergleute haben eine enorme Stärke bewiesen, indem sie so lange ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt überlebten", sagte Duncan, der die NASA-Delegation leitet. Nun gelte es zu vermeiden, dass sich bei den Verschütteten Hoffnungslosigkeit einstelle.
Der NASA-Experte empfahl, die Außenkontakte zu intensivieren. So könnten Prominente eingeflogen werden oder auch Astronauten, die im All Erfahrung mit einer langen Zeit der Isolation gesammelt haben.
Mediziner Duncan warnte, den Bergarbeitern falsche Hoffnungen zu machen. "Es ist wichtig, so ehrlich wie möglich zu sein", sagte er. Den 33 Bergleuten dürfe kein Datum für ihre Rettung genannt werden. Auch Astronauten würden den genauen Tag für ihre Rückkehr auf die Erde nicht kennen, da sich ihr Einsatz im All beispielsweise durch technische Probleme immer wieder verzögern könne.
Die Bergleute sitzen seit einem Grubenunglück am 5. August im Bergwerk San José in der Atacama-Wüste fest. Es dauerte 17 Tage, bis die Einsatzkräfte Kontakt zu den Verschütteten hatten. Sie waren in einen Schutzraum in rund 700 Metern Tiefe geflüchtet. Derzeit werden sie über drei schmale Röhren mit dem Nötigsten versorgt. Inzwischen haben die Arbeiten zur Bohrung eines Rettungsschachtes begonnen. Schätzungen zufolge dürfte es aber noch drei bis vier Monate dauern, bis die Männer an die Oberfläche geholt werden können.
Das chilenische Fernsehen strahlte am Dienstag erneut ein Video der Arbeiter aus. Die Kumpel tragen darin saubere T-Shirts und sind frisch rasiert. Sie lächeln und winken in die Kamera und scheinen guter Dinge zu sein.
Quelle: dapd , AFP
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