15.10.2010, 09:16 Uhr
Die erste Botschaft der Bergarbeiter: "Estamos bien en el refugio los 33" ("Wir alle 33 sind im Schutzraum") hat genau 33 Anschläge (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Länger als zwei Monate waren sie in über 600 Metern Tiefe gefangen - noch nie hatten Bergleute so lange unter Tage ausharren müssen. Doch die Kumpel in Chile haben das Martyrium in der Finsternis körperlich fast unversehrt überstanden. Die perfekt organisierte Rettungsaktion reicht vielen nicht als Erklärung für den glimpflichen Ausgang des Unglücks - stattdessen macht eine kleine magische Zahl die Runde und ist mittlerweile aus dem Heldenepos von San José nicht mehr wegzudenken: die 33.
Genau so viele Bergleute waren es, die nach dem Einsturz der kleinen Gold- und Kupfermine in der chilenischen Atacama-Wüste eingeschlossen waren. Genau 33 Tage dauerte es, einen Rettungsschacht zu den Kumpeln zu bohren. "Die Arbeiten haben insgesamt 33 Tage gedauert, einen Tag pro Mann. Das muss doch etwas bedeuten", sagt Mikhail Proestakis, dessen Firma an den Bohrungen beteiligt war. Der Rettungsschacht, über den die Arbeiter in einer Rettungskapsel zurück an die Erdoberfläche befördert wurden, hatte einen Durchmesser von 66 Zentimetern - zwei Mal 33. Geborgen wurden sie allesamt am 13.10.10, was zusammengerechnet wieder 33 ergibt.
"Die 33 taucht überall auf, alles passt zusammen, das ist ein Wunder", sagt Maria Segovia, deren Bruder Dario zu den Eingeschlossenen gehörte. Dem Bergarbeiter Victor Zamora hatte die immer wieder auftauchende 33 schon unter Tage Mut gemacht: "Ich bin 33 Jahre alt, wir sind 33 Kumpel und Jesus Christus wurde 33 Jahre alt. Das ist ein Zufall, der für ein Wunder taugt und das gibt mir mehr Kraft, durchzuhalten", schrieb er aus der Tiefe in einem Brief an seine Frau. Wohl eher zufällig machten sich auch die Bergarbeiter die 33 zu eigen: Ihre erste Botschaft "Estamos bien en el refugio los 33" ("Wir alle 33 sind im Schutzraum") war genau 33 Anschläge lang.
Auf Erstaunen stieß derweil die gute gesundheitliche Verfassung, in der sich die Kumpel befinden. "Das ist eine Überraschung für das Ärzteteam," sagte ein Mediziner im Krankenhaus der Stadt Copiapó. Alle Bergleute seien "einem sehr hohen Stress-Level" ausgesetzt gewesen. Aber offensichtlich hätten sie die Belastungen gut weggesteckt. "Niemand hat einen Schock", sagte einer der Ärzte. Einer der Männer habe "mittlere Probleme" mit den Augen. Ein anderer Mann - nach Medienangaben der älteste Kumpel Mario Gómez - werde mit Antibiotika wegen einer "Lungen-Komplikation" behandelt. Er soll angeblich auch eine Staublunge haben, genauso wie Mario Sepúlveda, der gerühmte "Sprecher" der Gruppe.
Weltweit verfolgte die Öffentlichkeit das Schicksal der Verschütteten. Nach Schätzungen chilenischer Medien bangten eine Milliarde Menschen mit. Aus allen Teilen der Welt trafen Glückwünsche ein: Russlands Präsident Dmitri Medwedew und Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez gratulierten. Auch Bundespräsident Christian Wulff schickte ein Glückwunsch-Telegramm an seinen chilenischen Amtskollegen.
Die Geschichte der Bergleute interessiert längst auch Hollywood: Der Wettlauf um die Sicherung der Film-, Fernseh- und Buchrechte für das Minendrama hat bereits begonnen. Das US-Branchenblatt "Broadcasting & Cable" berichtete, dass die Story Produzenten Hunderttausende Dollar wert sein könnte.
Doch trotz allem - bis zur Normalität ist es für die Bergleute noch ein weiter Weg. Psychisch gibt es viel aufzuarbeiten für die Kumpel: Nach Einschätzung des Marburger Psychosomatikers Wolfram Schüffel werden Spätfolgen meist unterschätzt. Nach einer derart traumatisierten Erfahrung könnten sich Krankheiten wie Bluthochdruck, Infarkte und Infektionen entwickeln.
Nach Schätzungen des Internationalen Verbands der Bergbaugewerkschaften kommen jedes Jahr mindestens 12.000 Kumpel weltweit bei ihrer Arbeit ums Leben. Um die Situation in Chile zu verbessern, kündigte Chiles Präsident Sebastián Piñera nun Konsequenzen an - so soll der Arbeitsschutz für den Bergbau und andere Branchen verschärft werden. Die chilenische Regierung war in die Kritik geraten, weil die Arbeitsbedingungen im Bergbau dürftig seien. Angehörige der Kumpel hatten bereits vor Wochen angekündigt, Schadenersatz in Millionenhöhe einzuklagen.
Quelle: AFP , dpa
Jup schrieb:
am 15. Oktober 2010 um 08:50:58
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33
wer Zählen kann ist klar im Vorteil
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pucki schrieb:
am 15. Oktober 2010 um 08:33:52
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rettung in chile
dem himmel sei dank dass diese menschen gerettet wurden und die familien wieder zusammen sind.
es ist eine schande, wenn
sich die medien, autoren filmemacher und andere medien um dieses drama reissen. haben denn alle nur noch dollarzeichen in den augen und im herzen? gilt denn menschlichkeit und mitgefühl für die großkopferten gar nichts mehr?
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Hajuw schrieb:
am 15. Oktober 2010 um 07:15:26
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33
komisch, ich zähle 34 Anschläge oder zählt die 33 hinten als ein Anschlag?
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Einminütiges Video zeigt, wie die Kumpel in Chile die Fahrt der Rettungskapsel erlebten. zum Video