11.11.2011, 09:39 Uhr
Irans Atomprogramm könnte zu einem Militärschlag gegen den islamischen Staat führen (Quelle: Reuters)
Großbritannien bereitet sich nach Darstellung der linksliberalen Zeitung "The Guardian" auf einen Militärangriff gegen Ziele im Iran vor. Es gehe um die Unterstützung eines möglichen US-Angriffes. Britische Militärstrategen untersuchen demnach, wo Schiffe und U-Boote der Royal Navy stationiert werden könnten, um Tomahawk-Marschflugkörper auf Ziele im Iran abzuschießen.
Wenn die USA sich für einen Angriff entschieden, würden sie um militärische Hilfe aus Großbritannien nachsuchen und sie auch erhalten, berichtet der "Guardian" unter Berufung auf Quellen im Londoner Verteidigungsministerium. Dort gehe man weiter davon aus, dass die Amerikaner unter anderem um die Nutzung der britischen Militärbasis Diego Garcia im Indischen Ozean bitten werden.
Grundsätzlich habe US-Präsident Barack Obama kein Interesse, vor den Wahlen im November nächsten Jahres in ein Militärabenteuer hineingezogen zu werden. Die Einstellung Washingtons könne sich aber ändern, wenn sich Erkenntnisse westlicher Geheimdienste über neue Nuklearpläne Teherans verdichten sollten.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wolle nächste Woche einen Bericht vorlegen, der Auskunft über ein mögliches Atomwaffenprogramm des Iran geben könnte.
Der Iran habe sich "überraschend widerstandsfähig" gegen die Sanktionen des Westens gezeigt, zitierte der "Guardian" eine Quelle aus dem Umfeld der britischen Regierung. Versuche des Westens, das Anreicherungsprogramm des Iran zu unterminieren, seien weniger erfolgreich gewesen, als zunächst gedacht. "Der Iran scheint eine neue Aggressivität an den Tag zu legen, und wir wissen nicht genau warum", sagte die Quelle der Zeitung.
Die USA und Israel hatten im vergangenen Jahr Berichten zufolge versucht, mit dem Computerwurm "Stuxnet" die Nuklearanlagen des Iran zu manipulieren. Der Schaden sei inzwischen wieder behoben, schrieb der "Guardian" weiter. Westliche Diplomaten gingen sogar davon aus, dass in der "Atomstadt" Ghom inzwischen noch leistungsfähigere Anlagen installiert worden sind. Innerhalb der nächsten zwölf Monate könnte das Material zur Herstellung einer Atombombe so gut versteckt sein, dass es mit Flugkörpern nicht mehr erreichbar sei, zitierte die Zeitung eine weitere Quelle.
In Israel entbrannte wegen einer öffentlichen Debatte über einen Militärschlag gegen Atomanlagen im Iran nun ein heftiger Streit. Auf Kritik stieß vor allem der frühere Chef des Geheimdienstes Mossad, Meir Dagan, der eine Bombardierung des Irans als "idiotisch" bezeichnet hatte. Daraufhin warf ihm Finanzminister Juval Steinitz einen unverantwortlichen Umgang mit Staatsgeheimnissen vor. Andere Regierungsmitglieder bezeichneten die Debatte als extrem schädlich für Israel.
Die israelische Bevölkerung ist hinsichtlich eines Angriffs auf den Iran gespalten. Nach einer Umfrage im Auftrag der Tageszeitung "Haaretz" sind 41 Prozent dafür und 39 Prozent dagegen. 20 Prozent der Befragten seien unentschlossen.
Der Dauerkonflikt zwischen Israel und dem Iran hatte sich in den vergangenen Tagen erneut zugespitzt. Israel testete am Mittwoch einen nach eigenen Angaben neuartigen Raketenantrieb. Dabei handelte es sich nach unbestätigten Berichten um eine Interkontinentalrakete, die Atomsprengköpfe bis in den Iran tragen könne.
Zugleich berichtete die Luftwaffe von erfolgreichem Training für Einsätze gegen weit entfernte Ziele. Im Großraum Tel Aviv folgte ein Luftalarm. Die Armee teilte mit, bei der Routineübung sei es um die Reaktion auf mögliche Raketenangriffe gegangen.
Für den Fall eines Angriffs drohte der Iran Israel mit Konsequenzen in "apokalyptischem" Ausmaß. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte auf seiner Webseite eine entsprechende Warnung. Israel seien die militärischen Fähigkeiten des Irans gut bekannt, heißt es weiter. "Die iranische Raketenindustrie ist in der Region die beste und in der Welt eine der besten."
Der Iran sei immer auf einen Krieg vorbereitet, zitierte die Tageszeitung "Jerusalem Post" den iranischen Außenminister Ali Akbar Salehi. "Seit acht Jahren hören wir israelische Drohungen. Unsere Nation ist vereint. Wir haben Selbstvertrauen. Wir können unser Land verteidigen."
Auch Generalstabschef Hassan Firusabadi drohte Israel. "Wir würden sie einen derartigen Fehler bedauern lassen und sie schwer bestrafen", sagte er nach Angaben der Agentur "Isna".
Die NATO will nach eigenen Angaben nicht militärisch im Iran eingreifen. Das Militärbündnis habe "keinerlei Absicht", einen solchen Schritt zu unternehmen, sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.
Die NATO unterstütze die diplomatischen Bemühungen zur Lösung der Auseinandersetzung um das iranische Atomprogramm, sagte Rasmussen weiter. Gleichzeitig rief er den Iran auf, sich den UN-Resolutionen zu fügen.
Quelle: dpa
Schockierter schrieb:
am 3. November 2011 um 21:38:01
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Krieg
Wo bleibt Den Haag? Es laufen also ganz offen Vorbereitungen für einen Angriffskrieg. Müßte da nicht ein internationaler Gerichtshof
dafür sorgen, daß keine Verletzung von Völkerrecht möglich wird? Die verantwortlichen Staaten müßten doch sofort zur Rechenschaft gezogen werden. Oder sitzen in Den Haag auch nur Marionetten der weltbeherrschenden Lobby aus Amerika? Die Maschinen der Waffenproduzenten dürfen nicht still stehen. Auch England kann nicht nur von den Londoner "Spielkasinos" leb
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Magge schrieb:
am 3. November 2011 um 21:35:57
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Naher Osten
Ihr habt keine Ahnung was das für ein Flächenbrand hinter sich her ziehen wird.Israel das sich im Zeichen des Antisemitismus
alles erlauben kann,wird uns mit der USA in "Goldene Zeiten" führen.Träumt weiter...Wenn das losgeht werden wir uns bald alle sehr warm anziehen müßen.
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radwanderer schrieb:
am 3. November 2011 um 21:33:24
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Brit. Militärschlag gegen Iran
Entweder ist das eine Nachrichtenente oder die Briten haben noch nicht genug von der weltweiten Schuldenkrise
abbekommen. Wenn es wahr sein sollte, kann ich nur den alten Spruch aus der Steinzeit zitieren: Und ist der Wahnsinn noch so groß, so hat er doch Methode. Bürger dieser Welt, wann habt Ihr endlich die Schnauze voll?
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