21.02.2012, 12:17 Uhr | Von Marina Rafenberg, AFP
In Griechenland sind durch den harten Sparkurs der Regierung zahlreiche Menschen obdachlos geworden (Quelle: AFP)
Das rote Haus mit den graffitibeschmierten Wänden fällt selbst im alternativen Athener Stadtviertel Metaxourgeio auf. In den Werkstätten der Nachbarschaft werden alte Autos repariert, in den Straßen schieben Einwanderer Einkaufswagen voller Altmetall vorbei. Die, die das bunte Gebäude neben den Eisenbahngleisen betreten, sind die Ärmsten der Armen.
Das rote Haus ist Sitz der Organisation Klimaka. Sie kümmert sich - finanziert von den Ministerien für Gesundheit, Arbeit und Auswärtige Politik - um die Bedürftigsten der griechischen Hauptstadt. Seit zwölf Jahren finden Obdachlose hier eine warme Stube, Essen, Kleidung und psychologische Hilfe. Durch die Wirtschaftskrise hat sich die Klientel von Klimaka stark verändert.
"Früher fand man auf der Straße Migranten, Alkoholiker und Drogenabhängige", sagt die Leiterin der Einrichtung, die gelernte Krankenschwester Effie Stamatogiannopoulou. In den vergangenen beiden Jahren sei die Zahl derer, die durch Arbeitslosigkeit obdachlos wurden, um ein Viertel gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt in Griechenland mittlerweile bei 20 Prozent, bei den unter 25-Jährigen hat sogar jeder zweite keine Arbeit.
400 Menschen pro Woche suchen bei Klimaka Zuflucht. Lorenzo Braimi ist einer von ihnen. Vor einem halben Jahr verlor der 33-Jährige seine Arbeit als Elektriker. "Ich konnte meine Miete nicht mehr bezahlen und stand auf der Straße. Ein paar Tage lang kam ich bei Freunden unter und dann haben sie mir diese Organisation empfohlen", erzählt der gebürtige Albaner, der seit 18 Jahren in Athen lebt. Jeden Morgen kommt er nun hierher, um die Zeitungen nach Stellenanzeigen zu durchforsten und sich telefonisch zu bewerben. "Mich kann keine Arbeit mehr schrecken", sagt er.
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Der 56 Jahre alte Petros ist seit drei Jahren arbeitslos, die Globalisierung brachte ihn um seinen Job als Seemann. Verdiente er früher 2000 Euro monatlich, machen heute Türken und Philippiner die gleiche Arbeit für 600 Euro. Seit zwei Jahren lebt Petros auf der Straße, immer auf der Suche nach einem Schlafplatz für die nächste Nacht. Seine beiden Brüder können ihm nicht weiterhelfen, "die sind selbst arbeitslos".
"In Griechenland ist die Obdachlosigkeit ein neues Problem", sagt Christos Papatheodorou, Professor für Sozialpolitik an der Demokritus-Universität in Thrakien im Norden des Landes. Bislang konnte der traditionell starke Zusammenhalt in den griechischen Familien die Obdachlosigkeit aufgrund der Krise in Grenzen halten, doch "nun droht die Situation zu explodieren", befürchtet Stamatogiannopoulou.
Der griechischen Statistikbehörde ELSTAT zufolge lebten schon 2010, zu Beginn der Schuldenkrise, mehr als drei der elf Millionen Griechen - knapp 28 Prozent der Bevölkerung - am Rande der Armut oder der gesellschaftlichen Ausgrenzung. Die inzwischen herrschende extreme Armut und Obdachlosigkeit tauche in den Statistiken gar nicht auf, sagt der Professor Papatheodorou. "Denn Eurostat oder die nationalen Statistiken beziehen ihre Daten aus Modellhaushalten, das heißt von Menschen, die ein Dach über dem Kopf haben."
Die Organisation Klimaka schätzt, dass etwa 20.000 Menschen in Athen auf der Straße leben. Bürgermeister Georgios Kaminis sagte der Zeitung "Ethnos" im Dezember, die Zahl der Obdachlosen sei im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. Für die Zukunft fürchtet Papatheodorou Schlimmes: "Die Kürzung der Löhne, die Einschnitte in den öffentlichen Dienstleistungen und bei den Sozialausgaben werden die Armut noch verschärfen."
Quelle: AFP
isnogud schrieb:
am 21. Februar 2012 um 21:19:44
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Wenn man hier in Deutschland gepfändet wird, bleibt auch nicht mehr viel übrig. In Griechenland ist das im Grunde
genommen nicht anders, nur leidet hier (mit Ausnahme Weniger) ein ganzer Staat! Bei einer Privatinsolvenz gehen die Kreditgeber (Banken) zumeist fast leer aus. Warum sollte das bei einem Staat anders sein?
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Benedikt schrieb:
am 21. Februar 2012 um 20:27:45
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Sauerei
Und das alles für skrupellose Banken und einer egoistischen Europolitik der Deutschen und Franzosen. Nein Frau Merkel, so geht das
nicht. Sie sind ganz offensichtlich auch nicht besser, als Putin und andere Diktatoren.
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Rose schrieb:
am 21. Februar 2012 um 20:11:12
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unfähige Politiker
Wenn Sie wissen , das 200 000 ß00 000 Euronen außer Landes gebracht wurden , dann wissen sie doch auch wer es ist !
Warum machen die griechische und die anderen europäischen Regierungen kleine Gesetze zur Bestrafung und Enteignung dieser Verbrecher ?
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