Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland >

Griechenland-Krise: Euro-Finanzminister wollen Athen-Hilfen freigeben

...

Hilfspaket für Griechenland in Reichweite

20.02.2012, 16:43 Uhr

An den Protesten gegen die drastischen Einsparungen beteiligten sich weniger Griechen als erwartet.

An den Protesten gegen die drastischen Einsparungen beteiligten sich weniger Griechen als erwartet. (Quelle: dpa)

Brüssel (dpa) - Nach einer monatelangen Zitterpartie ist für Griechenland die Rettung vor dem Staatsbankrott in greifbare Nähe gerückt:

Trotz ungeklärter Fragen zeichnete sich am Montagabend eine Einigung zwischen den internationalen Geldgebern und Athen auf ein neues, zweites Hilfspaket von mindestens 130 Milliarden Euro ab.

Die Euro-Finanzminister verbreiteten bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel Zuversicht, die dringend nötigen Kredite auf den Weg zu bringen. Erstmals werden sich private Gläubiger wie Banken und Versicherungen mit einem Schuldenschnitt an der Rettung beteiligen. Im Gegenzug für die Milliardenhilfen soll Griechenland mehr Kontrolle erdulden und seine Budgethoheit teilweise abgeben.

Das Ringen um Details gestaltete sich allerdings schwierig. Einige Euro-Finanzminister ließen durchblicken, dass die privaten Gläubiger einen stärkeren Beitrag zur Rettung Griechenlands leisten müssten. Am Rande des Treffens wurden darüber Verhandlungen mit Vertretern des Internationalen Bankenverbandes IIF geführt. Daran nehmen auch Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, teil. Am Abend zeichnete sich noch keine Einigung ab, berichteten EU-Diplomaten, die mit Gesprächen bis in die Nacht rechneten.

Nachbesserungen sind nötig, weil Athen trotz des Hilfspakets sein Ziel verfehlen wird, seinen Schuldenstand bis 2020 auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken - maximal 60 Prozent sind eigentlich erlaubt. Banken und Versicherungen sollen auf rund 100 Milliarden Euro verzichten, was der Hälfte ihrer Bestände an griechischen Staatsanleihen entspricht.

Österreichs Ministerin Maria Fekter hofft "unter Umständen darauf, dass der Privatsektor ein bisschen mehr hilft." Es sei noch unklar, "wie viele private Gläubiger sich tatsächlich beteiligen werden und ob man diese Lücke nicht durch den offiziellen Sektor schließen muss".

Die Finanzminister gaben sich optimistisch: "Ich möchte davon ausgehen können, dass wir heute zu endgültigen und abschließenden Beratungen kommen", sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte: "Ich bin zuversichtlich."

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos sah alle Bedingungen der Geldgeber für den Erhalt neuer Hilfen erfüllt: "Wir erwarten, dass nun eine lange Phase der Ungewissheit zu Ende geht."

Auch die Märkte wurden von der erwarteten Freigabe des Griechenland-Hilfspakets beflügelt. Die deutschen Aktien legten zum Wochenauftakt klar zu. Der Dax schloss mit einem Plus von 1,46 Prozent bei 6948,25 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten.

Das Paket umfasst auch 30 Milliarden Euro für Garantien, mit denen der bereits ausgehandelte Beitrag der privaten Gläubiger abgesichert werden soll. Damit könnte Griechenland seinen privaten Geldgebern unmittelbar nach dem Beschluss der Euro-Finanzminister das Angebot unterbreiten, ihre alten Anleihen in neue zu tauschen.

Gesprächsbedarf gibt es auch über die Frage, ob die öffentliche Hand - sprich: der Steuerzahler - mehr beiträgt. In der Debatte ist, Griechenland die Zinsen für Kredite aus dem ersten Hilfspaket nachzulassen. Im Mai 2010 hatte Athen bereits 110 Milliarden Euro Kredithilfen erhalten.

Eine direkte Aufstockung der Gelder lehnen viele Euro-Finanzminister ab. Möglich wäre laut EU-Diplomaten, die Europäische Zentralbank (EZB) stärker einzubinden. So könnten Gewinne der EZB mit griechischen Staatsanleihen an die Nationalstaaten weitergegeben werden und in die Rettung einfließen.

Unklar ist auch noch, wie stark der Internationale Währungsfonds mitmacht, der im ersten Paket rund ein Drittel der Hilfen gestemmt hatte. Fekter sagte, es sei wichtig, dass beim Hilfsprogramm für Athen der IWF nach wie vor an Bord bleibe: "Ich hoffe, dass auch der IWF sich nicht zurückzieht."

Griechenland muss im Gegenzug zu neuen Hilfen umfangreiche Reformen in fast allen Politikbereichen vornehmen - von Steuern und Renten bis hin zum Wettbewerbsrecht. Auch muss sich Athen einer schärferen Kontrolle unterwerfen.

So soll es künftig ein Treuhandkonto geben, über das Athen vorrangig seine Schulden tilgt. Auf dieses Konto soll das Geld der Geberländer fließen, um sicherzustellen, dass die griechische Regierung es nicht für andere Zwecke ausgibt. Dies war eine zentrale Forderung Deutschlands, die Athen inzwischen akzeptiert hat.

Verhandelt wurde auch über die Details der Überwachung Athens, die Deutschland, die Niederlande und Finnland verlangt hatten. Demnach sollen über Jahre hinweg Experten der EU, EZB und IWF (sogenannte Troika) in Griechenland kontrollieren, ob der Staat sein Spar- und Reformprogramm wie verabredet umsetzt.

"Wenn Sie sich die Entgleisungen in Griechenland anschauen, die nun schon mehrfach vorgekommen sind, ist es wahrscheinlich notwendig, dass es eine Art permanenter Troika in Athen gibt", sagte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager. Einen Sparkommissar, der die Finanzen überwacht, wird es allerdings nicht geben.


Quelle: dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Griechenland-Krise: Euro-Finanzminister wollen Athen-Hilfen freigeben" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Griechenland-Krise: Euro-Finanzminister wollen Athen-Hilfen freigeben" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (8)

zum Forum

Thema: "Griechenland-Krise: Euro-Finanzminister wollen Athen-Hilfen freigeben"

Siggi schrieb: am 20. Februar 2012 um 17:51:13
(5) (0) Griechenbankerott
Die EU-Finanzminister sind große Verbrecher am Steuerzahler in ihren Ländern und gehören sofort eingesperrt damit sie
auf der Euro-Welt keinen Schaden anrichten können. Die Griechen kommen auch mit weiteren 130 Milliarden nicht weiter und stehen bald wieder auf der Matte oder aber ist dort wenigstens ein einziger Politiker noch fähig sofort den Staatsbankerott zu verkünden. Jagd den Junker zum Teufel !
mehr Kommentar melden

Deutscher Michel schrieb: am 20. Februar 2012 um 13:59:13
(11) (0) Francois Baroin
Selbstverständlich ist der französische Finanzminister daran interessiert, dass die 130 Milliarden Euro bewilligt werde, da
er um dir Liquidität der französischen Banken fürchtet. Nur aus diesem und keinem anderen Grund sollen die Euros fließen.
mehr Kommentar melden

didi 1 schrieb: am 20. Februar 2012 um 11:20:58
(16) (0) Athen-Hilfen freigeben
Hat eigentlich schon jemals einer die Griechen selbst gefragt,wie sie ihre Misere bewältigen wollen??

Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Riesiger Fernsehgenuss
Knüller knallhart bei euronics.de

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de

Einkaufswelt
Premium-Freizeitmode
BRAX - Premium-Mode vom Passformspezialisten

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special

Einkaufswelt
Hier sparen Sie bis zu 90%
Bildschöne Mai-Schnäppchen zum kleinen Preis - bei Hugendubel.de

Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt
Wenn es regnet, muss er niesen, weil Wasser in seine Nasenöffnungen läuft: Der Stumpfnasenaffe aus Birma (Quelle: dpa)

Ein Affe, der bei Regen niesen muss. mehr

Schumi holt bitterste Bestzeit seiner Karriere
Michael Schumacher auf dem Circuit des Monaco. (Quelle: dpa)

Formel-1-Star wird strafversetzt. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Unglaubliche Ersparnis
Tiefpreise: Patronen für Canon-Drucker bei druckerzubehoer.de

Bis zu 92% auf Patronen für Marken-
drucker. von druckerzubehoer.de

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige