02.05.2011, 08:42 Uhr
Der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns, Erwin Sellering (Mitte), ist unter den Demonstranten gegen einen NPD-Aufmarsch in Greifswald (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Vor der 1.-Mai-Demonstration und einem geplanten NPD-Aufmarsch in Greifswald ist es in der Stadt zu Attacken mit vermutlich rechtsextremem Hintergrund gekommen. Rund 3000 Menschen haben sich am Morgen versammelt, um gegen den NPD-Zug zu demonstrieren.
Nach Angaben der Polizei wurden kurz nach Mitternacht drei junge Leute von zwei Männern geschlagen und getreten. Ein 19-Jähriger musste mit Kopfverletzungen in eine Klinik gebracht werden. Zwei Männer wurden festgenommen. Zuvor hatten etwa zehn vermutlich Rechtsextreme teils maskiert und mit Stöcken bewaffnet sechs Mitglieder der DGB-Jugend angegriffen, die Plakate anbringen wollten. Die Gewerkschafter konnten sich in Sicherheit bringen.
Oberbürgermeister Arthur König (CDU) sagte vor der Demonstration gegen rechts, die Extremisten schürten Menschenfeindlichkeit und Hass. "Das nehmen wir als Bürger dieser Stadt nicht hin." Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) nehmen an der Demonstration teil.
Auch in Heilbronn ist ein Aufmarsch von Rechtsextremen geplant. Am Morgen gab es eine erste Sitzblockade. Rund 50 Demonstranten aus dem linken Spektrum blockierten eine Straße, berichtete ein Polizeisprecher. Die Polizei ist mit mehr als 1000 Beamten im Einsatz, um ein Aufeinandertreffen von Demonstranten aus dem linken und rechten Lager zu verhindern. Es werden bis zu 800 Rechtsextremisten erwartet.
Bereits am Samstag hatten in Bremen etwa 4000 Menschen weitgehend friedlich gegen einen NPD-Aufmarsch in Bremen demonstriert. Nach Polizeiangaben zogen rund 200 Neonazis durch die Stadt. Die Rechtsextremisten haben bundesweit zu Demonstrationen unter dem Motto "Fremdarbeiterinvasion stoppen!" aufgerufen. Sie machen Front gegen die ab Mai geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit für mehrere osteuropäische Staaten innerhalb der Europäischen Union.
Quelle: dpa
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