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Greenpeace wird 40: Mit Frechheit Umweltskandale aufdecken

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Mit Frechheit Umweltskandale aufdecken: Greenpeace wird 40

15.09.2011, 12:27 Uhr | Stephanie Lettgen, dpa

Greenpeace feiert 40. Gründungstag. (Screenshot: AP) Herzlichen Glückwunsch - Greenpeace wird 40

Mit einem Fischerboot und dem geplanten Stopp eines Atomtests fing es an. Heute ist es wohl die weltweit einflussreichste Umweltorganisation.

Mit einem alten Fischerboot fährt eine kleine Gruppe Friedensaktivisten am 15. September 1971 vom kanadischen Vancouver in Richtung Aleuten-Inseln. Vor der Küste Alaskas wollen sie einen geplanten amerikanischen Atomtest verhindern. Ihrer Expedition geben sie einen Namen, der "grün" und "Frieden" verbindet: Greenpeace.

Die bunt gemischte Truppe schafft den weiten Weg zwar nicht, doch ihre ungewöhnliche Aktion macht die Naturschützer berühmt. 40 Jahre später ist Greenpeace International mit Sitz in Amsterdam, die wohl weltweit einflussreichste Umweltschutzorganisation.

Umweltskandalen auf der Spur

Sie hat eigene Büros in 28 Ländern und 2,8 Millionen Unterstützer. Deutschland ist die größte Sektion von Greenpeace. Die Zentrale befindet sich in Hamburg, in 110 Städten gibt es Gruppen der Organisation. Die Grundsätze der ersten Stunde haben sich bis heute nicht verändert.

"Wir gehen persönlich dahin, wo ein Umweltskandal stattfindet und sorgen dafür, dass möglichst weit darüber berichtet wird.", erklärt die Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland, Brigitte Behrens.

Die Geburtsstunde von Greenpeace: Mit einem alten Fischerboot wollten die Friedensaktivisten einen Atom-Test verhindern (Quelle: dpa) Die Geburtsstunde von Greenpeace: Mit einem alten Fischerboot wollten die Friedensaktivisten einen Atom-Test verhindern (Quelle: dpa)Politisch unabhängig

Frechheit, Überraschungseffekte sowie leicht verständliche Bilder und Symbole spielen dabei eine große Rolle. Ende August protestierten in der Ostsee 50 Greenpeace-Schwimmer für eine Erneuerung der europäischen Fischereipolitik und formten dabei im Wasser das internationale Seenotkürzel "SOS". Bei vielen Aktionen sind Schiffe, Helikopter, Tauchroboter, Schlauchboote und Wasserflugzeuge im Einsatz.

Allein 2010 nahm die Umweltorganisation weltweit Spendengelder in Höhe von 230 Millionen Euro ein und sichert sich so ihre Unabhängigkeit. "Wir nehmen keine Gelder aus der Industrie oder der Politik", betont Behrens.

"Wir treten den Großen auf die Füße"

Gewaltfreiheit ist bei den aufsehenerregenden Aktionen das oberste Prinzip. Bei den Vereinten Nationen hat Greenpeace Beobachterstatus. "Wir treten den ganz Großen dieser Welt auf die Füße", sagt Gerhard Wallmeyer, Gründungsmitglied von Greenpeace Deutschland. "Der Charakter einer weltweit vernetzten Bürgerinitiative ist nie verloren gegangen."

Klimaschutz, das Ende der Atomkraft, die Rettung der Wale, der Kampf gegen Gentechnik sowie der Schutz der Meere und letzten Urwälder sind die Ziele von Greenpeace. Während in den Anfängen vor allem auf lokale Aktionen gesetzt wurde, gehen die Naturschützer die Probleme heute global an. Es gibt neue Büros in Indien, China, Südostasien und Afrika.

"Für alle großen Themen haben wir internationale Umweltziele bis 2020 festgeschrieben. Wenn mein Kollege in Japan auftritt, hat er also die gleiche Forderung an die Politik wie wir in Deutschland", sagt Behrens. Seit 2009 ist mit Kumi Naidoo erstmals ein Afrikaner Chef von Greenpeace International. "Das ist ein wichtiges Signal", meint Behrens.

Größter Erfolg ist der Antartkis-Vertrag

Greenpeace verweist stolz auf eine ganze Palette von Erfolgen für den Umweltschutz. "Doch der größte politische Erfolg überhaupt ist der Antarktis-Vertrag", sagt Wallmeyer. Das internationale Abkommen zum Schutz der Antarktis trat 1998 in Kraft.

Der Vertrag verbietet für mindestens 50 Jahre die Ausbeutung der Bodenschätze in der Antarktis und regelt Tourismus und Expeditionen auf dem südlichsten Kontinent.

1985 versenkten französische Geheimagenten das Greenpeace-Schiff "Rainbow Warrior" im neuseeländischen Hafen Auckland. Es sollte damals gerade auslaufen, um gegen die französischen Atomversuche auf dem Mururoa-Atoll zu protestieren. Ein holländischer Fotograf kam dabei ums Leben, die Pariser Regierung geriet in Erklärungsnot. Bald wird die "Rainbow Warrior III" im Einsatz sein, die Taufe ist für Oktober geplant.

Den Shell-Konzern in die Knie gezwungen

Für großen Wirbel sorgte 1995 auch die "Brent-Spar"-Kampagne. Der Shell-Konzern wollte die ausrangierte Ölplattform im Nordatlantik versenken. Umweltschützer besetzten den Stahlkoloss daraufhin. Am Ende musste Shell nachgeben und "Brent Spar" an Land zerlegen.

Allerdings musste sich auch Greenpeace nachträglich dafür entschuldigen, dass die Organisation die Ölmenge in der Plattform am Ende der Kampagne zu hoch angegeben hatte. "Der Messfehler ist uns Jahre lang aufs Brot geschmiert worden", sagt Wallmeyer.

"Greenpeace ist wichtig und notwendig"

Der CDU-Politiker Klaus Töpfer erinnert sich noch gut an die Auseinandersetzungen mit den Aktivisten während seiner Amtszeit als Bundesumweltminister: "Ich habe in dieser Zeit viel Ärger mit Greenpeace gehabt, die haben mir viel Feuer unter dem Hintern gemacht."

Bei einigen Aktionen schoss Greenpeace nach Auffassung Töpfers zwar über das Ziel hinaus, doch die Organisation habe längst den Beweis erbracht, wie wichtig und notwendig ihre Arbeit sei. "Sie hat viele Ideen indirekt mit vorangetrieben", sagt er.

Deutsch-rumänischer Giftmüll-Skandal

Als Beispiel nennt der frühere Umweltminister einen deutschen Giftmüllskandal in Rumänien nach der Wiedervereinigung. Greenpeace hatte aufgedeckt, dass der Giftmüll durch illegale Machenschaften über die Grenze verschoben worden war. "Greenpeace hat mich als Umweltminister dazu gebracht, nach Rumänien zu fahren, diesen Giftmüll wieder nach Deutschland zurückzuholen. Er wurde dann ordnungsgemäß in Deutschland entsorgt."

Diese Einzelaktion habe weitreichende Auswirkungen gehabt: "Dadurch waren wir natürlich in einer ganz anderen Situation, eine globale Regelung zum Verbot des Exports von Giftmüll - die sogenannte Basel-Konvention - zu erreichen", berichtet Töpfer.

"Es ist leider noch viel zu tun"

Trotz vieler Teilerfolge werde Greenpeace auch in Zukunft die Arbeit nicht ausgehen, betont Behrens. "Der CO2-Ausstoß steigt immer weiter an, die Meere sind überfischt - es ist leider noch viel zu tun."


Quelle: dpa

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Kommentare (12)

zum Forum

Thema: "Greenpeace wird 40: Mit Frechheit Umweltskandale aufdecken"

herbi schrieb: am 14. September 2011 um 20:14:41
(4) (3) kriminelle...
So so, mind.90 % der Bundesbürger wollen nicht in einem Atemzug mit dieser Vereinigung genannt werden!? Na dann weiß ich ja
in etwa wem ich in unserem Staat noch trauen kann und warum wir sogenannten Deutsche so buchstäblich deutsch sind! Wahrscheinlich alle im Taubenzüchter oder Schützenverein....HEUTE ! Sah vor 45 bestimmt en bissel anders aus, gelle!?
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Nina schrieb: am 14. September 2011 um 15:25:43
(7) (5) @ Schwabe
Die kriminellen sind die ANDEREN.

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Nina schrieb: am 14. September 2011 um 15:23:32
(17) (5) Jubiläum
Ich gratuliere Greenpeace ausdrücklich - macht weiter so. Rufe auf Greenpeace der für unsere Lebensgrundlagen eintritt weiterhin zu unterstützen.

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