20.08.2010, 14:02 Uhr
Auf dem Golf von Mexiko trieb nach dem Unglück ein Ölteppich - jetzt wurde auch eine riesige unterirdische Ölfahne entdeckt (Archivfoto vom Mai 2010: dpa) (Quelle: dpa)
US-Wissenschaftler melden den ersten konkreten Nachweis eines riesigen unterseeischen Ölschwadens, der durch den Golf von Mexiko wabert und aus dem Leck der explodierten BP-Plattform stammen soll. Der Ölschwaden ist unsichtbar, rund 35 Kilometer lang und zwei Kilometer breit, wie die Wissenschaftler in einem Online-Bericht des Fachmagazins "Science" erklären.
Das Team vom Ozeanographischen Institut Woods Hole in Massachusetts kam dem Ölgebilde mit Spezialinstrumenten wie Massenspektrometer auf die Spur, die genau die chemische Signatur von Öl analysieren können. Die Ölfahne befinde sich etwa 900 Meter unter der Wasseroberfläche und ist deshalb - anders als ein Ölteppich - nicht sofort sichtbar.
"Wir haben die Existenz der Ölfahne im Golf von Mexiko nicht nur belegen können, sondern auch ihren Ursprung und ihre Zusammensetzung bestimmen können", sagte Studienautor Richard Camilli. Die Fahne bestehe nicht aus reinem Rohöl. Das Öl sei vielmehr in verschiedene Komponenten wie etwa Benzol, Ethylbenzol und Toluol zerfallen und habe sich mit Wasser vermischt. "Die Fahne ist nicht so dick wie Schokoladensirup", sagte Mitautor Christopher Reddy. "Das heißt aber nicht, dass sie nicht schädlich für die Umwelt wäre."
Das Vorhandensein der Fahne lasse vermuten, dass Spuren des ausgetretenen Öls "länger im Ozean bleiben werden als gedacht", hieß es. Die Zersetzung des Öls gehe bei nur 4,5 Grad kaltem Wasser nur sehr langsam vonstatten. Das dauere rund zehn Mal länger als an der Oberfläche, sagte Ben Van Mooy, einer der Autoren der Studie. Trotzdem beobachteten die Forscher auch, wie ölzersetzende Bakterien zu einem natürlichen Verschwinden der Stoffe beitrügen. Die Untersuchung beruht auf Daten, die Ende Juni auf einer Forschungsexpedition gesammelt wurden.
Vor kurzem hatte die US-Regierung noch erklärt, der Großteil des Öls im Golf von Mexiko sei bereits beseitigt. Am Dienstag hatten dagegen Forscher der Universität von Süd-Florida berichtet, sie hätten noch am Grund eines Meeresgrabens, des DeSoto Canyons, Hinweise auf Ölpartikel gefunden. Die Wissenschaftler blieben aber zunächst den Nachweis schuldig, dass dieses Öl tatsächlich durch den Untergang der Bohrplattform "Deep Water Horizon" Ende April ins Meer gelangt war.
Unterdessen verschiebt sich die endgültige Verschließung des monatelang leckenden Bohrlochs auf September. Zuvor müsse nach einer Reihe von Tests noch ein neues Sicherheitsventil über der Öffnung platziert werden, sagte US-Krisenkoordinator Thad Allen. Erst danach könne mit der "Bottom-Kill"-Methode fortgefahren werden. Dabei sollen durch Entlastungsbohrungen Schlamm und Zement am unteren Ende der Bohrleitung eingeführt werden. Das Manöver könne vermutlich in der Woche nach dem Labor Day begonnen werden, der dieses Jahr auf den 6. September fällt. Ursprünglich sollte der "Bottom Kill" bereits Mitte August beginnen.
Seit der Explosion der BP-Plattform "Deepwater Horizon" am 20. April waren aus dem lecken Bohrloch nach Behördenangaben rund 780 Millionen Liter Rohöl ausgelaufen. Damit ist das Unglück der größte Ölunfall der Geschichte. Der Ölfluss konnte erst Mitte Juli mit einer Abdeckhaube gestoppt werden. Mit der "Static Kill" genannten Methode gelang es den Ingenieuren der britischen Betreibergesellschaft BP Anfang des Monats, das Bohrloch am oberen Ende zu verstopfen.
Quelle: dapd , AFP
Thomas schrieb:
am 20. August 2010 um 18:35:52
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Ölfahne
Laut der US-Regierung ist das Öl zu 3/4 schon abgebaut.Die Amis haben
immer Recht.Sie führen keine Kriege und ermorden auch keine Zivilisten!!
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Birgit schrieb:
am 20. August 2010 um 18:04:01
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Immer noch?
Hat BP es immer noch nicht hinbekommen? Wird es wohl auch nie
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