22.09.2010, 09:12 Uhr
Weiblichen Gelbwangen-Schopfgibbons erkennt man an ihrem orange-beige gefärbten Fell (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Im Dschungel Südostasiens haben Göttinger Forscher eine neue Menschenaffenart entdeckt. Es handle sich um eine bisher nicht bekannte Gibbonart, sagte Professor Lutz Walter vom Deutschen Primatenzentrum (DPZ).
Die nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbons (Nomascus annamensis) leben in Vietnam, Laos und Kambodscha und zählen zu den Kleinen Menschenaffen. Untersuchungen des Erbmaterials und eine Analyse des Gesanges hätten ergeben, dass sie sich von den anderen sechs Gibbonarten abgrenzen lassen.
"Die Entdeckung ist eine kleine Sensation", sagte Walter im Fachblatt "Vietnamese Journal of Primatology". Dass diese sehr seltene Gibbon-Art der Wissenschaft bisher unbekannt geblieben war, erklärt der Forscher mit der nur sehr schwer zugänglichen Bergregion, in der die Tiere leben. Zudem hielten sich die Affen nahezu ausschließlich in den Wipfeln hoher Bäume auf. Charakteristisch sind ihre langen Arme und die Fähigkeit, sich mit weiten Schwüngen präzise durch höchste Baumwipfel zu hangeln.
Auf die Spur der neuen Art seien die Göttinger Wissenschaftler durch den besonderen Gesang der Tiere gestoßen. Er dient vermutlich der Territorialverteidigung und könnte ein Vorläufer der menschlichen Musik sein. Die Analyse der Ton-Frequenz und der Tongeschwindigkeit habe gezeigt, dass es sich um eine eigene Art handle, sagte Walter.
Dies hätten auch genetische Untersuchungen an Ausscheidungen der Tiere belegt, berichtete der Primatenforscher Christian Roos. Er schätzt die Anzahl der Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbons auf etwa 100. Damit seien die Affen ähnlich stark bedroht wie andere Schopfgibbon-Arten in Südostasien.
Grund dafür sei die illegale Jagd. Gibbons würden als Haustiere gehalten, gegessen und zu traditioneller Medizin verarbeitet. Eine große Bedrohung sei auch der Verlust des Lebensraumes durch Rodungen für Plantagen oder den Abbau von Bodenschätzen. Als seltenste und am stärksten vom Aussterben bedrohte Affenart weltweit gilt der Hainan-Schopfgibbon, von dem es nur noch etwa 20 Tiere gibt.
Quelle: dpa
Rumbalotte schrieb:
am 21. September 2010 um 19:43:20
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Affenart
Leider wieder eine neue Art, die von den Menschen ausgerottet werden kann. Wären sie doch bloß unerkannt geblieben.
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andy schrieb:
am 21. September 2010 um 19:11:19
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forschung
sara
bei solchen expeditionen geht es um forschung, um lernen etc. wenn die menschen nie in andere "welten" aufgebrochen wären
würden wir noch heute in der steinzeit leben. ob nun alles sinnvoll ist oder nicht ist eine andere sache. aber neue sachen/arten erforschen und kennen lernen (ohne ihnen zu schaden!) ist doch was tolles und nen gesunder mensch mit einer neugier kann sich für manche sachen auch begeistern, was viele heute nicht mehr können.
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Sara schrieb:
am 21. September 2010 um 18:58:40
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Neue Affenart
Aus welchen Mitteln/Titeln werden die Göttinger Forscher mit ihrem sicherlich großen Anhang eigentlich bezahlt, wenn sie
wochenlang im südostasischen Dschungel (ihrem Hobby?) nachgehen und nach fremder Flora und Fauna suchen?? Welchen Zweck hat das ganze eigentlich - wer hat irgendwelchen Nutzen davon, wenn deutsche Akademiker unbekannte Primaten im fernen Osten entdecken ??
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