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Neue Klimamodelle überführen den Menschen
18.11.2008, 13:58 Uhr
Das Eis in Arktis und Antarktis schmilzt rapide (Foto: dpa)Die Erwärmung von Nord- und Südpol ist einer neuen Modellrechnung britischer Forscher zufolge definitiv auf den Menschen zurückzuführen. Dies belegten Simulationen der Temperaturentwicklung an Antarktis und Arktis. Demnach konnte sich die Temperatur in der Region nur unter dem Einfluss der durch menschliche Aktivitäten entstehenden Treibhausgase so entwickeln.
Die Wissenschaftler um Nathan Gillett von der Universität von East Anglia in Norwich präsentieren ihr Ergebnis in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience". Natürliche Klimaschwankungen erklärten die Erwärmung der Pole nicht.
ArktisEisdecke schmilzt rapide
NordpolForscher messen Rekordtemperaturen
Foto-SerieDas Eis in der Arktis zerfällt
Daten aus über 100 Jahren
"Der Anstieg der Temperaturen in der Arktis und Antarktis in den vergangenen Jahrzehnten könnte direkt mit menschlichen Aktivitäten verknüpft sein", schreibt die Forschergruppe. Die Wissenschaftler berufen sich auf an den Polen zwischen 1900 und 2008 gesammelten Daten. Diese flossen in verschiedene Simulationen ein, in denen je nach Modell durch den Menschen verursachte Emissionen berücksichtigt oder ausgeklammert wurden. Das Resultat: Nur die Simulationen, in denen der Ausstoß von Kohlenstoffgasen und FCKW berücksichtigt wurden, konnten die reale Temperaturentwicklung nachbilden.
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"Überzeugende Bestätigung"
Zwar ist der Erwärmungsprozess am Südpol weniger deutlich als am Nordpol, aber die Messungen belegen nach Angaben der Forscher, "dass die Temperaturen in den Regionen steigen, wo Daten verfügbar sind." Die Studie bestätige "auf überzeugende Weise" die bereits in früheren Arbeiten geäußerte Annahme, dass die Klimaerwärmung menschengemacht sei, schrieb der US-Klimaforscher Andrew Managhan in einem Kommentar. Die Kenntnis der Ursachen der Veränderung des Polarklimas bezeichnete Managhan als wichtigen Schlüssel zum Verständnis der Entwicklung des Polareises.
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Klimarat fand keine Beweise
Der Weltklimarat IPCC hatte in seinem vierten Sachstandsbericht 2007 erklärt, dass menschliche Einflüsse auf das Klima für jeden Kontinent entdeckt worden seien mit Ausnahme der Antarktis. Zu dünn seien die Messdaten zum Südpol, um darüber ein Urteil zu treffen. Die Forschergruppe in Norwich nutzte nun dieselben Modelle, die auch das IPCC verwendet hatte.
Drei Grad mehr seit 1950
In der Stärke der Studie liegt nach Angaben der Kommentatoren aber auch ihre Schwäche: Man könne die Ergebnisse nicht einfach auf andere Polregionen übertragen. Besonders über die Temperaturen im Inneren der Antarktis sei wenig bekannt. Die antarktische Halbinsel habe sich seit 1950 um drei Grad Celsius erwärmt. Damit gehöre sie zu den Spitzenreitern auf der Erde. Dies gelte aber möglicherweise nicht für die gesamte Antarktis.
Quelle: dpa
, AFP