
13.01.2006, 12:22 Uhr
Das europäische Weltraum-Navigationssystem Galileo hat die erste Probephase übestanden. Zwei Wochen nach dem Start hat der Testsatellit Giove-A die ersten Navigationssignale gesendet. Bodenstationen in Cilbolton in Großbritannien und Redu in Belgien hätten sie aufgefangen und ausgewertet, teilte die Europäische Raumfahrtbehörde (Esa) mit. Damit habe das mit dem US-System GPS und dem russischen Glonass kompatible System der Satellitennavigation "den ersten Meilenstein auf dem Weg zu seiner vollen Einsatzbereitschaft erreicht".
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Das Projekt Galileo
Betrieb ohne Probleme
Giove-A war am 28. Dezember mit einer russischen Trägerrakete des Typs Sojus in eine Umlaufbahn in 23.200 Kilometern Höhe geschossen worden. Die Initialisierung der Bordsoftware und die Ausrichtung der Sonnenpanele mit Hilfe von Bodenstationen in Großbritannien, Indien und Malaysia funktionierte einwandfrei. Die Nutzlast-Erprobung von Giove-A soll bis Mitte Februar abgeschlossen sein.
Zivile Alternative zu GPS
Die Esa und die Europäische Union wollen bis 2010 eine zivile Alternative zum militärisch kontrollierten "Global Positioning System" (GPS) aus den USA aufbauen. Für das Projekt sind 3,8 Milliarden Euro veranschlagt. Noch in diesem Jahr soll der zweite Testsatellit, der von Galileo Industries (Deutschland) gebaute Giove-B, gestartet werden. Wenn alles nach Paln läuft, wird 2008 die erste Mini-Flotte mit insgesamt vier Satelliten im All sein.
Nutzen auch für Otto-Normalverbraucher
Wenn das Projekt gelingt, ist es möglich, mit einem kleinen und preisgünstigen Empfangsgerät Standorte auf wenige Meter genau zu bestimmen. Reeder könnten ein Schiff orten und steuern, Behörden könnten verurteilte Straftäter mit "elektronischen Fußfesseln" überwachen. Galileo verspricht auch für Otto-Normalverbraucher eine noch mobilere Zukunft: Reisende hätten die Möglichkeit, sich an Haltestellen zu informieren, wo sich ihr Bus gerade befindet.
Quelle: AFP , dpa
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