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Prozess wegen vereitelten Amoklaufs beginnt
24.11.2009, 14:14 Uhr
Vor dem Bonner Landgericht hat am Dienstagmorgen der Prozess wegen eines vereitelten Amoklaufs an einer Schule begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft der 16 Jahre alten Angeklagten versuchten Mord, Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags sowie Verstoß gegen das Waffengesetz vor.
Obwohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wird, war das Medieninteresse zu Prozessbeginn groß.
Mitschülerin mit Schwert verletzt
Die 16-Jährige war bei der Tatvorbereitung am 11. Mai auf der Schultoilette eines Gymnasiums in Sankt Augustin bei Bonn von einer Mitschülerin überrascht worden. Damit ihr Amokplan nicht aufflog, hatte sie nach Überzeugung der Anklage die 17-jährige Mitschülerin töten wollen. Mit einem Schwert habe sie auf die Mitschülerin eingestochen und diese dabei erheblich an Armen und Händen verletzt. Die 17-Jährige konnte dennoch fliehen und einen Lehrer alarmieren. Sie gilt als wichtigste Zeugin in dem Prozess.
Selbst gebaute Molotow-Cocktails
Laut Anklage plante die 16-Jährige im Mai, zunächst einen Lehrer mit einem Schwert niederstechen und ihm danach die Schlüssel für die Klassenräume stehlen. Anschließend sollten die Klassenzimmer durch selbst gebaute Molotow-Cocktails in Brand gesetzt und die Türen dabei von außen verschlossen werden. Ihr Motiv sollen massive Probleme mit Mitschülern, Lehrern und ihren Eltern gewesen sein. Nach einem misslungenen Selbsttötungsversuch flüchtete die 16-Jährige vom Schulgelände, stellte sich aber am Abend in Köln der Polizei.
Psychiatrische Gutachten zur Schuldfähigkeit
Die Verteidigung kündigte an, die Angeklagte werde sich am ersten Verhandlungstag zur Tat äußern. Im weiteren Verlauf des Verfahrens werde es von Seiten der Verteidigung keine weiteren inhaltlichen öffentlichen Stellungnahmen geben. Für den Prozess sind acht Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht hat 26 Zeugen geladen. Es sollen auch zwei psychiatrische Gutachter gehört werden, die Auskunft zur Schuldfähigkeit der 16-Jährigen geben sollen.
Quelle: dpa
, AFP