06.08.2006, 17:35 Uhr
Der Wirtschaftsweise Bert Rürup hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt heftig widersprochen: Seiner Ansicht nach führen Fusionen von Krankenkassen nicht zu niedrigeren Verwaltungskosten. Schmidt geht davon aus, dass sich mit der Zusammenlegung von Kassen Geld sparen lässt.
Je größer, desto kostenungünstiger
"Die vorliegenden Daten legen sogar eher den umgekehrten Schluss nahe, nämlich den, dass gesetzliche Krankenkassen mit zunehmender Größe eher kostenungünstig arbeiten", sagte Rürup der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Wirtschaftsweise verwies dabei auf eine Untersuchung für die Jahre 1984 bis 2004.
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Zersplitterte Kassenlandschaft
Schmidt hatte den gesetzlichen Krankenkassen vorgeworfen, sich einer Neuordnung des Krankenkassensystems aus reinem Besitzstandsdenken heraus in den Weg zu stellen. "Die historisch begründete Zersplitterung der Kassenlandschaft mag in früheren Zeiten ihre Berechtigung gehabt haben. Den veränderten Rahmenbedingungen wird sie nicht mehr gerecht", schreibt die SPD-Politikerin im "Handelsblatt".
"Unnötige Bürokratie"
So könne niemand schlüssig begründen, "warum wir noch immer rund 250 Krankenkassen benötigen", sagte die Ministerin. Die Vielzahl der Verbände führe nur zu "unnötiger Bürokratie". So seien die Verwaltungskosten der Kassen seit 1995 von 6,1 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Bundesregierung will deshalb die sieben Spitzenverbände durch einen Dachverband ersetzen.
Straffung der Organisationsstruktur
"Und es reicht auch, dass es künftig auf der Landesebene nur noch einen gemeinsamen Verband gibt, der für die kollektiven Vertragsbeziehungen mit den Ärzten und Krankenhäusern zuständig ist", erklärte Schmidt. So könnten zusätzlich Verwaltungsausgaben gespart werden. Dazu gebe es keine Alternative, betonte die Gesundheitsministerin. Denn die Regierung habe sich dazu entschlossen, die Patienten nicht durch höhere Zuzahlungen und Leistungskürzungen zu belasten.
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Quelle: dpa , t-online.de
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